Presseservice
Freitag, 3. Juni 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-06-03
Bei den Worldskills 2005 in Helsinki gibt's für Österreich drei Mal Gold, zwei Mal Silber und ein Mal Bronze Sechs Medaillen und 13 Diplome holten sich 26 Lehrlinge aus Österreich bei den Worldskills 2005 in Helsinki. Unter 40 Nationen liegt Österreich somit auf dem 7. Platz. Fasziniert starrt eine Gruppe finnischer Schüler, Burschen und Mädchen, auf einen jungen Mann, der in Halle 6 der Messe Helsinki im Bereich Automobile Technology an einem Motor herumwerkt. An einer Litfasssäule steht sein Name: Markus Kogelmann, Austria. Er arbeitet wie ein Wilder, schiesst zwischen Computer, Ersatzteilen und dem fast fertigen Motor hin und her, flucht plötzlich vor sich hin. Warum er denn fluche? „Weil ich das Werkzeug nicht finde." Aber dann hat er's doch und beginnt konzentriert, den Motoraufsatz mit unzähligen Schrauben zu fixieren, zählt nach, nickt zufrieden. Zurufe von Aussen sind auf dieser 38. Berufsweltmeisterschaft Helsinki 2005 (Worldskills) unerwünscht. Die fast 700 Teilnehmer aus 40 Nationen, die in den vergangenen Tagen in 34 offiziellen und fünf Demonstrationsberufen um Gold, Silber, Bronze oder um ein Diplom kämpften, sollten ungestört an ihren Projekten arbeiten. Die Besucher, die zu Zehntausenden in die...
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-03-05 Autor: Claudia Liska
Aufbau und Leitung von Non-Profit-Organisationen Wer glaubt, man brauche nicht mehr als Hilfsbereitschaft und viel Arbeitseifer, um anderen (oder der Umwelt) zu helfen, hat sich geirrt: Aufbau und Leitung von Non-Profit-Organisationen – also Unternehmen, die nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet sind – erfordern ausgezeichnete wirtschaftliche Kenntnisse. „Ohne wirtschaftliche Ausbildung läuft heute gar nichts mehr", sagt Helmut Hütter, Geschäftsführer der Österreichischen NPO-Akademie, die zu Jahresbeginn ihre Pforten geöffnet hat. Ein „wirtschaftliches" Umdenken hat in der Branche vor etwa zehn Jahren eingesetzt. Das hat vor allem zwei Gründe: Erstens vergibt der Staat mehr Sozialprojekte an NGO und zweitens entdecken immer mehr Profitunternehmen den Geschäftsbereich Non-Profit. Derzeit wird in Österreich eine Vielzahl an Ausbildungen für die Arbeit in NPO oder NGO angeboten. Der Bogen reicht von Abendlehrgängen bis zu akademischen Fachhochschulstudiengängen. Zielgruppe sind vor allem junge Menschen, vermehrtes Interesse orten die Anbieter aber auch bei Berufstätigen, die in den Non-Profit-Bereich wechseln wollen. Basiswissen nötig Als Muss in der heutigen Ausbildung gelten Fächer wie Betriebswirtschaft, Marketing...
Samstag, 25. Juni 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-06-25 Autor: Kathrin Gulnerits
25 MBA-Anbieter haben von Schnellspurkursen bis zeitaufwändige Luxusvariante alles im Programm Egal ob die Ausbildung schnell gehen muss, teuer sein darf oder besonders flexibel sein soll: Der MBA-Markt in Österreich hält für jeden Geschmack etwas Passendes parat. Roman S., Geschäftsstellenleiter eines Wiener Finanzdienstleisters, braucht für sein (Karriere-)Glück unbedingt noch einen MBA auf der Visitenkarte. Wie er zu den magischen drei Buchstaben kommt, hat er sich auch schon überlegt: Schnell muss es gehen und vor allem darf es nicht viel kosten. Der Finanzexperte wird fündig werden. Genau wie jene Interessenten, die mehr als der Durchschnitt für ihre Ausbildung hinlegen können, oder jene, die sich eine Vollzeit-Ausbildung gönnen. 25 Anbieter tummeln sich derzeit auf dem österreichischen MBA-Markt – akkreditierte Privatuniversitäten wie die PEF oder die Webster University sind ebenso dabei wie bfi und Wifi. Aber auch SAP und staatliche Universitäten wie die WU Wien und die Donau-Universität Krems haben sich ein Stück vom lukrativen MBA-Markt gesichert. MBA im Eilverfahren Wer genau hinschaut, wird bald merken: Für jeden Geschmack, jede Geldbörse, jedes Zeitbudget oder Anforderungsprofil ist etwas dabei. Besonders...
Samstag, 23. Juli 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-07-23 Autor: Kathrin Gulnerits
Nur wer Machtspiele durchschaut und für seine Interessen kämpfen kann, wird am Jobmarkt überleben Wer keine Kampftechniken beherrscht, wird im Job das Nachsehen haben, sagt Coach Christine Bauer-Jelinek und gründete kurzerhand ein Institut für Macht-Kompetenz. Egal, ob Gerangel mit dem Mitbewerb oder Kampf um Aufträge, Jobs, Budgets: Ohne Ellenbogentechnik, Machtspiele und geschicktes Taktieren fällt das Überleben schwer. Gut beraten ist, wer seine Waffenkammer auf Vordermann bringt und den löblichen Vorsatz „Wir sitzen alle in einem Boot" über Bord wirft, rät Wirtschaftscoach Christine Bauer-Jelinek. WirtschaftsBlatt: Frau Jelinek, ohne Machtspiele am Arbeitsplatz geht es nicht mehr?Christine Bauer-Jelinek: Viele leben noch in ihrem alten Wertesystem und glauben, dass eine gute Qualifikation und hohe Sozialkompetenz Garantien für Erfolg und Karriere wären. Sie übersehen dabei, dass der Konkurrenzkampf wesentlich härter geworden ist – unter Firmen wie unter Mitarbeitern. In Zeiten wie diesen bewähren sich jene, die Machtspiele durchschauen und für ihre Interessen kämpfen können. WirtschaftsBlatt: Welche Überlebenschancen haben Mitarbeiter, die es ohne Ellenbogentechnik versuchen? Christine...
Samstag, 9. Oktober 2004
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2004-10-09 Autor: Karin Moser
Mitarbeitergespräche sollten auch Privates zum Thema haben Ohne Psychologie kommen Führungskräfte nicht aus: Nur wer seine Mitarbeiter aktiv fördert und ihnen Verantwortung überträgt, macht sie stressresistent. Gereizte Stimmung im Betrieb, allgemeiner Leistungsabfall, die Zahl der Krankmeldungen steigt – kommt Ihnen das bekannt vor? Die psychische Belastung am Arbeitsplatz nimmt zu. „Die Anforderungen am Arbeitsmarkt haben sich in den letzten 15 Jahren geändert. Mehr Arbeit muss in kürzerer Zeit bewältigt werden. Die Psyche der Mitarbeiter leidet darunter", sagt Michael Lenert, Arbeitspsychologe der Wiener Arbeiterkammer. Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen und Burnout-Syndrom sind die Folge. Zwei Millionen Krankenstandstage pro Jahr sind in Österreich auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Hilfe von Medizinern Professionelle Hilfe wird von Arbeitsmedizinern und Unternehmensberatern angeboten. Motivations- und Belastungstests sowie Mitarbeiterbefragungen helfen. „Oft handelt es sich um Organisationsfragen. Wenn man Arbeitsabläufe durchforstet, findet man schnell Stressfallen", sagt Helmut Graf, Chef der Beratungsfirma logo consult. „Kleine Änderungen im Arbeitsprozess können stressmindernd wirken."...
Samstag, 19. Februar 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-02-19 Autor: Tamara Depolo
Von CEOs wird heute mehr Fachwissen verlangtDas Ende der Ära von Carly Fiorina lässt Zweifel an Selbstdarstellern aufkommen „Charismatische Chefs sind heute unbrauchbar" Sind langweilige Spezialisten an der Spitze des Unternehmens erfolgreicher als charismatische Verkäufertypen? Der Abgang von Carly Fiorina, der ersten Frau am Steuer eines der wichtigsten Unternehmen der IT-Branche, hat Analysten viele Begründungen entlockt. Der Tenor: Die überzeugende Rednerin und Verkaufstalent Fiorina habe fernab des Rampenlichts mit der Umsetzung ihrer Strategie bei Hewlett-Packard zu kämpfen gehabt. Carly Fiorina ist auch der Anlass, warum Management-Bücher über Nutzen oder Nutzlosigkeit von charismatischen CEOs dieser Tage wieder ausgegraben werden. Fiorina wird eben nachgesagt, sie habe ihre Konzepte besser verkauft als sie diese umgesetzt hat – im Prozess der schwierigen Übernahme des Konkurrenten Compaq etwa konnte sie ihre Widersacher von der Wichtigkeit des 19-Millarden-Dollar-Deals überzeugen, doch Marktanteilsverluste konnte sie nicht verhindern. Durch den Fall Fiorina fühlt sich Rakesh Khurana jedenfalls bestätigt: „Die Zeit der Star-CEOs ist vorüber", behauptete der Harvard Business School-Professor in seinem Buch „Searching...
Donnerstag, 27. Januar 2000
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2000-01-27Autor: Katharina Fischer-Ledenice
Was bedeutet Management? Stellen Sie diese Frage jenen, die es tagtäglich tun, gibt es viele Antworten: Management heisst Ziele stecken, die Mitarbeiter motivieren, Innovationsprozesse und Veränderungen steuern und vieles anderes mehr. Aus Sicht der Mitarbeiter kommen noch weitere Facetten dazu, wie zum Beispiel ein Gefühl der Orientierung zu vermitteln, wissen, was wichtig ist, Zeit zu haben bei Problemen sowie gerecht zu sein. Dabei wird deutlich, dass Management auch Funktionen enthält, die man Vorbildern zuschreibt. Wären sich Manager dieser Sicht bewusster, würden sie dem Selbst-Management mehr Bedeutung geben. Aus unserer täglichen Trainingspraxis in Hernstein wissen wir, dass fast jeder zweite Manager in Top-Positionen unter Burnout-Syndromen leidet. Gehetzt von einem Termin zum anderen, "rotieren" viele Führungskräfte und haben weder Zeit für effektives Management noch für sich. Reflexionszeit kommt bei den allermeisten Managern zu kurz. Für Entspannung werden Körper und Geist immer geringere Zeitdosen zugestanden. Die wenigsten Führungskräfte beschreiben ihr Leben insgesamt als gut ausbalanciert. Und dabei sind sie diejenigen, deren tägliches "Vorleben" für die Mitarbeiter auf vielen Ebenen handlungsleitend...
Donnerstag, 14. Juli 2005
Wintersemester 2005/2006
Ab sofort ist das Bildungsprogramm des bfi-Wien für das Wintersemester 2005/2006 erhältlichDas Angebot beinhaltet mehr als 3.000 Seminare, Workshops und Lehrgänge, welche sich an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientieren. Die Website des bfi Wien bietet eine Online-Suche und Buchungsmöglichkeit für die Bildungsbox des bfi Wien. Die Bildungsbox und ihre Vorteile Das Bildungsprogramm wurde erstmals in separate Themenbooklets unterteilt, was eine individuelle Betreuung der Interessenten bedeutet. Je nach Wunsch kann die Bildungsbox mit insgesamt elf Booklets angefordert oder individuell, nach den persönlichen Interessen der Kunden und Interessenten, zusammen gestellt werden. Durch die handliche Größe der einzelnen Booklets passen sie leicht in jede Tasche und sind dadurch leicht zu transportieren. Die Bildungsbox findet ihren Platz auf dem Schreibtisch oder kann für späteres Nachschlagen ins Bücherregal gestellt werden. Folgende Themenbooklets stehen zur Auswahl: Corporate Folder: Allgemeine Informationen, Angebotsübersicht und Serviceteil Sprachen Betriebswirtschaft & Büro EDV & Informationstechnologie Integrierte Kommunikation, Public Relations, Marketing, Werbung Sozialkompetenz, Management,...
Samstag, 29. Januar 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-01-29 Autor: Alexandra Rotter
Österreichische Unternehmen holen lieber neue Manager an Bord, statt auf bewährte Kräfte zu vertrauen „Führungskräfte motivieren ihre Mitarbeiter zu wenig" Kann ein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn es nur auf Ziele ausgerichtet ist, seine Mitarbeiter aber nicht fördert? Viele Manager glauben: Ja, das geht. „Das Prinzip ,Happy Numbers – Happy People' ist stark ausgeprägt. Führungskräfte sehen zu wenig Bedarf, Mitarbeiter zu motivieren und ihre Talente zu fördern", sagt Heinz Jarmai, geschäftsführender Gesellschafter der Beratergruppe Neuwaldegg. Eine Studie von Neuwaldegg, die 300 Top-Manager aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Thema Führung befragt hat, besagt: 65 Prozent der Führungskräfte messen ihren Erfolg an der Erreichung von Zielen; nur 23 Prozent halten Förderung von Mitarbeitern für ihre zentrale Aufgabe. Die Österreich-Zahlen sind noch gravierender: 73 Prozent messen ihren Erfolg an der Zielerreichung, nur fünf Prozent halten Mitarbeiterförderung für wichtig. Förderung ein Muss IBM-Personaldirektor Johann Hainzl: „Wenn die Förderung Bestandteil der Ziele ist, ist gegen Zielerreichung nichts einzuwenden." Ausserdem würden Mitarbeiter ihre Motivation verlieren, wenn das Unternehmen...
Samstag, 21. Mai 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-05-21 Autor: Kathrin Gulnerits
Kleine Unternehmen werden nicht als Karriereschmiede gesehen Absolventen zieht es eher in grosse Konzerne mit klingenden Namen. Ihre Karriere in einem Kleinbetrieb zu starten ist für viele undenkbar – ein Fehler, sagen Headhunter. McKinsey, IBM & Co. – das riecht förmlich nach internationaler Karriere, jeder Menge Aufstiegschancen und millionenschweren Deals, die es zu managen gilt. Wedelt hingegen ein kleiner, aber feiner Mittelbetrieb mit einem Arbeitsvertrag, winken viele Absolventen ab. „KMU werden als Arbeitgeber oft unterschätzt", sagt Headhunterin Anja Kathrin Köstlinger, Chefin des Büros von Neumann & Partners in Salzburg, und räumt gleich mit einem Kritikpunkt auf – dem Gehalt. „Konzerne haben ihr Lohnschema und weichen in der Regel keinen Cent davon ab. KMU sind da viel flexibler, vor allem wenn sie jemanden unbedingt haben wollen." Schwierige Suche Gleich 25 Absolventen stehen auf der Wunschliste von Franz Salomon, Miteigentümer des steirischen Logistik-Spezialisten Salomon Automation. Vor allem Softwareentwickler und Logistikberater sollen bis Jahresende das derzeit 320 Mitarbeiter grosse Team bereichern. Doch Salomon hat mit der Besetzung so seine Probleme. „Für Berufseinsteiger ist eher der...
Samstag, 20. November 2004
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2004-11-20 Autor: Melanie Manner
Kleinbetriebe gelten als Ausbildungsmuffel Für Ausbildner und Coaches gibt es noch Potenzial bei KMU – diese stecken relativ wenig Geld in Mitarbeiterentwicklung. Gefragt sind Seminare zur Umsatzsteigerung. Österreichs KMU leben hinterm Mond, zumindest hört sich das so an, wenn man manchen Beratern, Coaches und Seminaranbietern zu-hört. Führungskräftecoaching? „Machen nur die grossen." Persönlichkeitstraining? „Eher bei internationalen Konzernen." Aber wie weiterbildungswillig sind Österreichs kleine und mittlere Betriebe tatsächlich? Wirtschafts- und Organisationspsychologin Elfriede Schallert ist überzeugt: „KMU sind ein absolut brachliegender Bereich, was Bildung betrifft. Sie greifen kaum zu Coachings und wollen lieber Angebote von der Stange". Eine Studie der KMU Forschung Austria zeigt, dass die rund 150 befragten KMU Weiterbildung als nicht allzu wichtig für ihre Wettbewerbsfähigkeit betrachten: Auf einer Skala bis zehn gaben sie nur den Wert 6,4. Nur 30 Prozent haben formale Methoden zur Einschätzung des Weiterbildungsbedarfs bei den Mitarbeitern eingeführt. Zur Ehrenrettung der Kleinen schwingt sich Andrea Martinschitz, Ausbildungsleiterin des Wifi Wien, auf. „Ich kann dem nicht zustimmen. Gut: KMU bevorzugen...
Dienstag, 7. Dezember 2004
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2004-12-07 Autor: Melanie Manner
Es geht auch ohne Peitsche Von der Spitzensportlerin zur Spitzenmanagerin: Die ehemalige Kunstturnerin Romy Faisst feiert heuer das zehnjährige Bestehen ihrer Firma Business Circle. Romy Faisst redet nicht gerne über sich selbst – nicht einmal für einen Artikel über ihr Leben. „Business Circle ist mein Leben", sagt sie lieber. Business Circle ist der mittlerweile grösste Konferenz-Anbieter in Österreich, den sie selbst vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben hat. Das Unternehmen hat im Vorjahr mit 20 Mitarbeitern 250 Konferenzen und Seminare für 3500 Teilnehmer durchgeführt. Der Umsatz sei um 40 Prozent gewachsen, sagt die Chefin, genaue Zahlen werden aber nicht verraten. Romy Faisst ist das, was viele Frauen gerne wären: Firmenchefin, Selfmadewoman mit einem grossen Freundeskreis, gleichzeitig Ehefrau und Mutter. Dazu ehemalige fünffache Staatsmeisterin im Kunstturnen, Spezialität Schwebebalken (was sie auch ins Finale des WirtschaftsBlatt Business Athlete Award führte). Das ist die eine Seite, die glänzende. Die andere Seite: Romy Faisst, geboren 1963 irgendwo im Bregenzer Wald, mittleres von fünf Kindern. „Ich war in der Mitte, bin niemandem aufgefallen. Anerkennung hatte ich hier nicht. Also musste ich anders...
Samstag, 23. August 2003
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2003-08-23 Autor: Margarete Pachernig
Besseres Klima durch SpassGriesgrämigen Führungskräften sagt "Teamhumor" den Kampf an: Neue Seminare machen gute Laune im Betrieb salonfähig und entkrampfen Manager. "Lachen ist der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen", davon ist die Chefin von "Teamhumor", Christine Krausz, überzeugt. Die Psychotherapeutin leitet Humorseminare für Führungskräfte und betritt damit Neuland. Denn was in Amerika bereits gang und gäbe ist, steckt in Österreich noch in den Kinderschuhen. Wer glaubt, dass Humorseminare nur aus Nonsens bestehen, der irrt. Teamhumor "nimmt Humor ernst" und will Verbesserungen im Unternehmen erreichen. "Das Betriebsklima und die Kommunikation werden verbessert, Stress reduziert, Motivation, Teamarbeit und Leistung erhöht", erklärt Krausz. In den Seminaren werden meist Rollenspiele gemacht. Dabei schlüpfen die Teilnehmer etwa in die Rolle eines Mitarbeiters und des Chefs und übertreiben und karikieren eine bestimmte Problemsituation. Dadurch wird es erleichtert, Probleme zu thematisieren, ausserdem sieht man durch die witzige Darstellung die Situation mit anderen Augen. "Dies hat eine entlastende Funktion, danach fällt Kommunikation über das Erlebte leichter", erklärt Krausz. Teilnehmer Machiel Gobets,...
Samstag, 31. Mai 2003
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2003-05-31 Autor: Melanie Manner
Kommunikationschefs vor neuen Aufgaben Die neuen Medien haben die Aufgaben der Kommunikationschefs verändert. Gefragt sind Tausendsassas, die mit jedem Medium vertraut sind. "Das Tempo ist rasant geworden durch die neuen Technologien." Ingrid Vogl, die Pressesprecherin der Stadtwerke Holding, hat in Sachen Presse und Kommunikation grosse Erfahrung. Seit sie 1974 begonnen hat, hat sich an den Anforderungen für Kommunikationsmanager einiges geändert. Neben der steigenden Rasanz steigt auch die Vielfalt: "Man sollte auf allen Klavieren gleichzeitig spielen, verschiedene Zielgruppen über unterschiedliche Medien ansprechen", schildert Vogel. Ekkehard Gerlich, Chef der Kölner Medienakademie, gibt ihr Recht. Die Medienakademie veranstaltet laufend Seminare für Kommunikationsmanager. "Das Umfeld wird sich auch in Zukunft durch neue Technologien deutlich wandeln. Das zieht eine Reihe von Implikationen nach sich." Eine Folge ist, dass durch den E-Mail-Verkehr die Fülle der Korrespondenz steigt und oft nicht mehr sachgerecht beantwortet werden kann. Umso wichtiger ist daher die Betreffzeile der E-Mails. "Auch der Konfrontationslevel steigt so, weil alles viel unumstösslicher klingt, als wenn es von Mund zu Mund gesagt wird."...
Samstag, 17. April 2004
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2004-04-17 Autor: Melanie Manner
Taekwondo-Profi Alfred Gehlen unterrichtet Manager im NahkampfUm im Geschäftsleben nicht auf der Matte zu landen, muss man sich verteidigen können. In Kampfsport-Seminaren lernen Manager die Techniken dazu. Robert Hartlauer und Olympus Österreich-Chef Anton Ofner haben bei ihm bereits Holzbretter mit der Hand zerschlagen – jetzt soll auch der Rest von Österreichs Management-Elite den deutschen Kampfsport-Guru Alfred Gehlen so richtig kennen lernen. Vom 2. bis 4. Juni hält Gehlen für Seminaranbieter GfP ein Seminar: „Freude am Kämpfen – Power on the Job." Dieses Seminar richtet sich an Geschäftsführer, Vorstände und Unternehmer und soll sie mit Kampfsporttechniken für den Alltag stählen. So werden die Bosse im Training gleich von mehreren Seiten angegriffen und müssen sich mit Hilfe von zehn schnell erlernten Techniken zur Wehr setzen. „Kampfkunst hat nichts mit Blut oder Kloppen zu tun", räumt Taekwondo-Grossmeister Gehlen mit gängigen Vorurteilen auf. „Wer von Kämpfen spricht, outet sich in unserer Kultur sofort als gewalttätig. Dabei hat es nichts mit Aggressionen zu tun – wir kämpfen schliesslich auch für etwas, zum Beispiel für Ideen." Aufstehen lernen Kampfsport ist in den Chefetagen im Kommen. Ex-Palmers-Lady Astrid...
Dienstag, 25. Mai 2004
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2004-05-25 Autor: Konrad Höfinger, Sigrid Kreuzhuber
Viele Wege führen zur sportlichen Firma Sind die Menschen fit, ist die Firma fit. Siegfried Köstenberger, Geschäftsführer der Österreich-Tochter des Pharmakonzerns Mundipharma und selbst zwei- bis drei Mal pro Woche sportlich aktiv, ist nicht der einzige Anhänger dieser Theorie: „Gesunde und fitte Mitarbeiter sind belastbarer, leistungsfähiger, weniger krank, aufgeschlossener bei kreativen Umsetzungen und konsequenter bei Entscheidungen. Da zu investieren lohnt sich." Tatsächlich gehört es heutzutage fast schon zum guten Ton, sich sportlich fit zu halten. Wer aktiv ist und sich bewegt, ist nicht nur konditionell besser drauf, sondern er bremst auch das Rad der Zeit, zögert optisch das Älterwerden hinaus, weil er jünger aussieht. Und er ist auch leistungsfähiger im Job. Ein Blick in die medizinische Statistik deutet zumindest darauf hin: 52 Prozent aller Todesfälle sind auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein hoher Prozentsatz auf Gelenkserkrankungen zurückzuführen – Übel der Zivilisation, die sich durch mehr Sport reduzieren liessen. In den USA zählt sportliche Fitness bereits als Auswahlkriterium beim Einstellungsgespräch. Genau diese gesundheitsorientierte Vorsorge kann für Führungskräfte interessant sein, denn sie kann...
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2004-05-25 Autor: Katrin Rupp
Die wichtigsten und die skurrilsten Benimmregeln und zum Schmunzeln ;-) Thomas Schäfer-Elmayer ist sozusagen aus Tradition Benimm-Buch-Autor. Schliesslich ist er Inhaber der Wiener Tanzschule Elmayer, die Generationen höherer Söhne und Töchter Umgangsformen beibrachte. Und er ist sicher: Die Zukunft ist nicht bauchfrei. Weder in Ohlsdorf noch sonstwo. Ohlsdorf – das ist jener kleine oberösterreichische Ort (auch als Wahlheimat Thomas Bernhards bekannt), wo man inzwischen weiss, was sich ziemt: Der Schuldirektor hat ein Machtwort gesprochen und „bauchfrei in der Schule" für unerwünscht befunden; allzu freizügige Schultern ebenso. Die heftige Diskussion, die diese Entscheidung an nahezu allen übrigen Schulen Österreichs auslöste, zeigt: Was angemessene Kleidung und gutes Benehmen anbelangt, herrscht Orientierungslosigkeit. Dabei sind Kleiderordnung, Höflichkeit, gepflegte Manieren und Taktgefühl alles andere als antiquiert, meint Schäfer-Elmayer. Vor allem Unternehmen legen seiner Meinung nach nicht mehr nur Wert auf die fachliche Kompetenz ihrer Mitarbeiter, sondern immer mehr auch auf soziale Kompetenz. Nicht zuletzt deshalb ist ein „Test-Essen" bei Konzernen oft fixer Punkt im Einstellungsverfahren. Schäfer-Elmayer:...
Samstag, 5. Juni 2004
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2004-06-05 Autor: Melanie Manner
Trainings sind ein finanzieller Drahtseilakt Trainer Niki Harramach hat in Wien eine Hochseilanlage für Firmentrainings aufgestellt. Doch das Geschäft mit Outdoor-Seminaren ist schwieriger geworden. Wien. Trainer Niki Harramach liebt es antizyklisch: Obwohl Outdoor-Trainings ein Image als teure und wenig wirksame Mitarbeiterausflüge haben und die Nachfrage zuletzt gesunken ist, hat Harramach eine so genannte „High Event-Anlage" im Gartenhotel Altmannsdorf aufgebaut. Auf sechs Metern Höhe balancieren die Teilnehmer an Firmenseminaren zu zweit oder dritt über dünne Drahtseile. Auch Übungen zu ebener Erde sind möglich. Harramachs Idee: Wenn die Unternehmen von den Kosten der Outdoor-Trainings abgeschreckt werden, dann müssen diese eben günstiger werden. Da das Hotel innerhalb von Wien liegt, müssen zumindest Wiener nicht übernachten – und zahlen somit für einen Tag Training mit zwei Trainern 2500 Euro sowie eine Konferenzpauschale von 49 bis 56 Euro pro Teilnehmer. Dass diese abgespeckte Outdoor-Version dennoch Erfolg hat, dafür müsse man mit einer klaren Zielsetzung und einer ordentlichen Nachbearbeitung sorgen. In der Tat bedeutet ein Outdoor-Training für viele Unternehmen einen tiefen Griff in das Trainingsbudget. Für...
Samstag, 17. Juli 2004
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2004-07-17 Autor: Melanie Manner
Ängste der Mitarbeiter abbauenEine begleitende Personalentwicklung sorgt bei Fusionen für eine schnelle Bewältigung. Beispiel ist die Zusammenlegung der Technikbereiche von AUA und Lauda Air. Wien. Auf der einen Seite: 400 Mitarbeiter der Lauda Air Technik. Auf deranderen: 750 Mitarbeiter der Austrian Airlines Technik. Diese beiden unterschiedlichen Teams zu einem einzigen zu machen, war im Vorjahr die schwierige Aufgabe von Walter Hechenberger, technischer Leiter von Austrian. „Lauda wurde als jung, flexibel, aber zu sprunghaft gesehen. Die AUA dagegen hatte das Image, noch aus Urzeiten zu sein", schildert Hechenberger. Nur auf die Organisation, also etwa auf die IT-Umstellung zu achten, wäre hier fatal gewesen. Hechenberger entwickelte daher mit Consulter Argo ein Programm für die begleitende Personalentwicklung. „Ein Teil von Veränderungsprozessen ist das ,Tal der Tränen'. Menschen spüren Wut, Angst und Trauer", sagt Barbara Thoma, Geschäftsführerin von Argo. Nur wer diesen Prozess anspricht und den Mitarbeitern danach eine Vision gibt, könne die Frustphase verkürzen. Insgesamt wurden 700 Mitarbeiter und Führungskräfte von AUA und Lauda auf Seminare geschickt, um Ängste abzubauen. Dann ging es darum, eine gemeinsame...
Mittwoch, 23. Februar 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-02-23 Autor: Claudia Liska
Spedition & LogistikAlexander Piekniczek, Fachverband Spedition & Logistik: „Die Zukunft der Speditionen liegt in der Logistik. Der neue Lehrberuf zieht weitaus qualifiziertere Lehrlinge an und bietet mehr Aufstiegschancen." Kurt Jöbstl, Geschäftsführer Spedition Jöbstl: „Ein halbes Jahr länger lernen zahlt sich aus. Gegen andere Länder stehen wir mit der neuen Ausbildungsschiene sehr fortschrittlich da." Friedrich Macher, Vorstand Kühne & Nagel Speditions AG: „Gebraucht werden vor allem Lehrlinge, die international mobil sind. Leider liefern uns die Schulen aber oft Bewerber mit ungenügenden Qualifikationen." Elmar Wieland, Vorstand Logistiker Schenker: „Die Lehrberufe sind ein sehr komplexes Thema. Ich bin damit nicht sehr glücklich." Hermann Költringer, Vorstand der Quehenberger Logistik AG: „Der Speditionslogistiker stellt momentan eine sinnvolle und nützliche Ergänzung zum Speditionskaufmann dar." Johannes Angerer, Sprecher Gebrüder Weiss: „Es besteht immer mehr Nachfrage nach Fachkräften, die gesamte logistische Prozessabläufe planen und steuern können. "
Samstag, 5. Februar 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-02-05 Autor: Kathrin Gulnerits
Anbieter von virtuellen Seminaren sind mit E-Learning-Geschäft zufriedenAllen Unkenrufen zum Trotz hat sich E-Learning im privaten Bildungsbereich durchgesetzt. Das Angebot ist umfangreich und vergleichsweise kostengünstig. Englisch für Anfänger, Grundlagen Projektmanagement, Computerführerschein – auf den ersten Blick unterscheidet sich das Seminarangebot von bit media, edaktik oder e-train nicht von anderen Instituten. Einziger Unterschied: Statt im Seminarraum wird der Stoff via Lernportal im Internet oder mithilfe einer CD-ROM gepaukt. Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich E-Learning im privaten Ausbildungsbereich durchgesetzt. Zwar haben sich die abenteuerlichen Prognosen der Marktforscher nicht bewahrheitet, doch die Anbieter sind mit ihrem Geschäft zufrieden. „Der Hype, der vorhergesagt wurde, ist ausgeblieben. Wir verzeichnen dennoch jährliche Ertragssteigerungen von 20 Prozent und mehr", sagt Walter Khom, Leiter Produktmanagement beim Marktführer bit media (www.bitmedia.cc). Ursula Vierlinger, Chefin von edaktik, räumt mit falschen Erwartungen auf: „E-Learning ist nicht die Eier legende Wollmilchsau, und nicht jedermann kommt mit dem Selbststudium gut zurecht." Intensive Akquise Drei Lehrgänge mit den...
Samstag, 19. Februar 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-02-19 Autor: Alexandra Rotter
Wer Manager ist und Schauspieler werden will, der muss von null anfangen – möchte man meinenFlorian Staffelmayr, der genau diesen Karrierewechsel gerade durchzieht, ist jedoch überzeugt, dass ihm seine Erfahrungen als Manager für das Schauspielen etwas bringen: „Ich musste auch vorher schauspielen können. Jede Präsentation vor dem Vorstand oder Verhandlung mit Kunden war ein Auftritt." Staffelmayr findet ohnehin, dass jeder Manager Schauspielunterricht nehmen sollte. Die unternehmerischen Fähigkeiten, die er durch sein Studium an der WU und die Arbeit bei Siemens erworben hat, helfen ihm ebenso: „Ich bin jetzt ein Alleinunternehmer und muss genauso wie vorher überlegen, wie ich mein Unternehmen führe." Kontakte nützen Derzeit macht Staffelmayr noch seine Schauspielerausbildung und spielt nebenbei bei kleinen Theaterproduktionen oder in Kurzfilmen mit. Seine bisherigen Jobs wird er danach nicht vergessen: „Schlimmstenfalls kann ich mit meinem wirtschaftlichen Know-how Leiter des Theaters in der Josefstadt werden." Aber auch Kontakte, die man im alten Beruf geknüpft hat, können im neuen Job unter Umständen angezapft werden. Gerlinde Fuchshuber etwa, die nun Seminare für Manager im Freien durchführt, sagt: „Einige Leute, mit...
Samstag, 9. April 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-04-09 Autor: Peter Muzik
EssayWirtschaft muss wohl eine todernste Angelegenheit sein – glauben zumindest jene, die von Wirtschaft keine Ahnung haben. In der Tat rennen heutzutage viele, die brav am täglichen Volksmarathon um alle möglichen Arten von Zuwachs teilnehmen, bevorzugt mit griesgrämigen Gesichtern herum, in die sich so gut wie niemals ein Grinsen verirrt. Sie erwecken in Büros, Läden oder Werkshallen den Eindruck, als hätten sie zwischen 9 und 17 Uhr absolut nichts zu lachen – und wenn schon, dann erledigen sie das tunlichst in irgendeinem Keller. Ihr mühevoller Job verlangt diesen armen Teufeln offenbar alles ab – Kraft, Kondition, Kreativität sowie Kompetenz – und dieses alles ist in der Regel einfach zu viel, um halbwegs locker zu bleiben. Der belastende Dauerstress löst massenhaft Monotonie, Ängste, Schwermut oder Depressionen aus, was unweigerlich zum berühmten Burn-out-Syndrom führt. Die vermeintliche Tretmühle Arbeitsplatz scheint kaum mit jener lebensrettenden Grundeinstellung kompatibel zu sein, die laut Wilhelm Raabe als „Schwimmgürtel auf dem Strom des Lebens" fungiert – Humor. Das ist, wie wir alle wissen, wenn man trotzdem lacht. Droge Lachen Im Prinzip könnte alles ganz einfach funktionieren: Ein klasser Witz etwa regt, wie...
Mittwoch, 27. April 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-04-27 Autor: Arne Johannsen
Christina Holweg schmiss ihren Top-Marketing-Job, um wieder an die Uni zu gehen Entweder ist sie verrückt – oder ein Trendsetter: Christina Holweg verzichtet auf zwei Drittel ihres Gehaltes und setzt das Credo vom lebenslangen Lernen in die Tat um. Der graue Hosenanzug passt perfekt, der dazu gehörende Lebenslauf auch: Schon während des Studiums der Betriebswirtschaft Praktika in Barcelona, New York und Caracas, dazu ein Auslandssemester in Amerika und ein Diplom in Wirtschaftsspanisch. Anschliessend eine tadellose Karriere beim Markenartikel-Konzern Procter & Gamble, die bis zum Marketing-Chef für Österreich und die Schweiz führt. Die Laufbahn von Christina Holweg entspricht dem Traum vieler Wirtschaftsstudenten und den Wünschen der meisten Headhunter. Doch bei genauer Betrachtung offenbaren sich auch kleine Brüche, die eines zeigen: Der Hang zum Abenteuer ist grösser als der Drang nach einem Leben in vorgezeichneten Karrierebahnen. Diese Lust am Abenteuer hat sich jetzt ziemlich radikal entladen: Christina Holweg hat nach 13 Jahren bei Procter & Gamble gekündigt, um zurück an die Universität zu gehen und ihre Dissertation zu schreiben. Bücher statt Events Seit einigen Wochen sitzt sie jetzt als...
Samstag, 26. Februar 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-02-26 Autor: Tamara Depolo
Ungehörte Hilferufe aus der Arbeitswelt Menschen definieren sich über ihre Arbeit, die Konkurrenz unter den Mitarbeitern wächst – die Folge sind Überlastung und psychische Probleme, oft auch Selbstkündigung. „Anrufe von Menschen, die mit Problemen an ihrem Arbeitsplatz nicht mehr zurechtkommen, sind mit den Jahren mehr geworden", sagt Stefan Brinskele, Geschäftsführer des Psychosozialen Diensts Wien (PSD), einer psychologischen Soforthilfe-Stelle. Die PSD-Hotline (Telefon: 01/31 330) erhält rund 12.000 Anrufe im Monat, rund 20 Prozent haben mit Problemen am Arbeitsplatz zu tun. Dieser Anteil stieg in den letzten fünf Jahren kontinuerlich, sagt Brinskele. Dabei sei die Hemmschwelle nach wie vor hoch – genau wie die Dunkelziffer von psychisch angeschlagenen Beschäftigten. Die Anzahl der Selbstkündigungen, wenn der Job zur psychischen Belastung wird, sei ebenfalls höher als vermutet. Chefs rufen anAnrufe gibt es täglich – dabei sind es selten Betroffenen selbst, sondern die Kollegen, die helfen wollen und sich beraten lassen, wie sie es angehen sollen. Manche rufen aber nur an, um Kollegen zu schaden – „das kommt zwar selten vor, aber man merkt das meistens schon beim ersten Telefonat". Und wenn der Chef anruft? Das...
Samstag, 15. Januar 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-01-15 Autor: Tamara Depolo
SparwutWarum wird der Personalabbau so oft als die einzig wirksame Stabilisierungs- oder Rettungsmass-nahme für das Unternehmen gesehen? Bei dieser an sich einfachen Frage – die meisten Chefs würden wohl mit „Na, weil's ganz schön Kosten spart" wie aus der Pistole geschossen antworten – fährt die Wiener Psychotherapeutin Rotraud Perner förmlich aus der Haut. Perner kritisiert, dass sich die Entscheider in der Regel die Sache viel zu einfach machen und auf wirtschaftliche Probleme kurzsichtig reagieren: „Unternehmen stehen unter Druck und geben diesen an die Mitarbeiter einfach weiter, indem sie ihnen immer höhere Quantitäten an Arbeit abverlangen – mit der Qualität der Arbeit hat das nichts zu tun, die ja für ein Unternehmen entscheidend ist. In diesem Punkt setzen Unternehmen sich und ihrer Belegschaft unrealistische Zielvorgaben – woran diverse Consulter nicht ganz unschuldig sind." Die Kostenminimierung – und nicht der Zeitdruck – ist somit laut Perner die Ursache für Stress am Arbeitsplatz und somit auch für die Verschlechterung der Mitarbeiterleistung. Letzteres ist dem Unternehmen alles andere als dienlich, besonders in schlechten Zeiten. Gerade die psychische Belastung am Arbeitsplatz mündet bekanntlich oft in eine...
Samstag, 19. Februar 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-02-19 Autor: Alexandra Rotter
Sieben Beispiele für den gelungenen beruflichen UmstiegAngst gehört dazu. Heute noch pragmatisierter Beamter, morgen Gründer einer Werbeagentur: Dummheit oder Verwirklichung eines Traums? An den beruflichen Umstieg denken viele frustrierte Arbeitnehmer und Unternehmer – doch so mancher hat Angst vor finanziellen Einbussen. Helmut Brem ist pragmatisiert. Als ihn seine Frau – wie jeden Tag – vor seinem Arbeitsplatz beim Wiener AMS absetzt und er – wie jeden Tag – jammert, wie sehr ihm die Arbeit auf die Nerven geht, schneidet sie ihm das Wort ab: „Entweder du hörst auf zu sudern oder du kündigst." Gesagt, getan: Brem geht sofort zu seinem Chef und kündigt den Job auf Lebenszeit. Heute ist er Chef seiner eigenen Werbeagentur Park Communications. Den täglichen Unmut, seinen Arbeitsplatz aufzusuchen, kennen viele. Das bestätigen Studien über den steigenden Anteil jener, die innerlich bereits gekündigt haben. Doch für den zweiten Teil der Brem-Geschichte – die tatsächliche Kündigung und das Aufgeben eines sicheren Jobs – fehlt den meisten einfach der Mut. Unerfüllte VorstellungGabriela Novotny ist Beraterin und Coach und betreibt die Plattform www.bewerbung.at. Rund 15 Prozent ihrer Kunden suchen Novotny auf, weil sie mit ihrer...
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-02-19 Autor: Daniela Friedinger
Wer zum Gipfel will, muss Gegenwind verkraften Die Leiden der jungen Werber Kaum ein Job ist so heiss begehrt, wie der in einer Werbeagentur. Drei junge Werber berichten, welche Mühen sie auf sich nahmen, um das Eintrittsticket in die Branche zu erlangen. Helena Giokas ist jung, frech und talentiert. Und sie ist mit Glück gesegnet. Gerade erst die Werbeakademie am Wiener Wifi absolviert, wurde sie frisch vom Fleck weg von der internationalen Agentur BBDO engagiert. Nach zweieinhalb Jahren dort kam bereits der nächste Karrieresprung: Die Werbeagentur Jung von Matt an der Donau rief an, warb Giokas ab und machte die 27-Jährige zur Senior Texterin. So viel Erfolg haben allerdings nicht alle, die in die Werbung drängen. Von den tausenden jungen Leuten, die Werbung cool und einen Job in einer Werbeagentur so erstrebenswert finden, landen die wenigsten tatsächlich in ihrem Traumberuf. „Es gibt zwar schon so viele Werbeagenturen wie Tankstellen in Österreich. Und an Werbebetrieben insgesamt gibt es mit fast 15.000 aktiven Betrieben mehr als Lebensmittelgeschäfte in ganz Österreich. Doch die überwiegende Mehrheit sind Ein-Mann-Betriebe", begründet dies Walter Ruttinger, Obmann des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation...
Samstag, 26. März 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-03-26 Autor: Kathrin Gulnerits
Es gibt Leute, die rufen alle zwei Monate an -wer jede Woche anruft, nervt Während die einen regelmässig von Executive Searchern bestürmt werden, fragen sich andere verzweifelt, wie sie auf deren Radarschirm kommen – Die wichtigsten Tipps und Tricks .So locken Sie Headhunter auf ihre Fährte Wer mit Hilfe eines Headhunters seiner Karriere neuen Schwung verleihen will, sollte die Spielregeln der Branche kennen. Und die heissen: Gut verkaufen, aber bitte auch darüber reden. Hin und wieder in Erinnerung rufen, aber bloss nicht nerven. Ihr Auftritt beginnt meist mit der legendären Frage „Können Sie frei sprechen?" und endet in der Regel bei einem verdeckten Treffen in einer Hotellobby – sagen jene, die von einem exklusiven Tête-à-tête mit einem Headhunter berichten können. Wer träumt nicht davon? Der Job wird wie sonst nur die Pizza frei Haus geliefert, zudem erspart man sich einen endlosen und meist auch frustrierenden Bewerbungsmarathon. Während die einen scheinbar regelmässig von Headhunter-Unternehmen (oder Executive Searcher, wie sie sich selbst gerne nennen) wie Kienbaum, Korn/Ferry oder Egon Zehnder bestürmt werden, warten andere vergeblich auf den berühmt-berüchtigten Anruf. Diese quält vor allem eine Frage: Wie...
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-03-26 Autor: Kathrin Gulnerits
Headhunter Tipps * Vergessen Sie die Einstellung „Den überspiele ich locker" das hat schon viele zu Fall gebracht. Nur der Headhunter öffnet das Tor zum Klienten. Wer vereinbarte Termine oder Rückrufe nicht einhält, sammelt Minuspunkte. * Wer beim telefonischen Erstgespräch mit dem Headhunter penetrant nach dem Namen des auftraggebenden Unternehmens fragt, beweist nur, dass er sich mit den Gepflogenheiten in der Branche nicht auskennen. * Klingt verlockend, dennoch sollte man die Finger davon lassen: Täuschen Sie nicht Interesse am angebotenen Job vor, nur um mit dem Lockangebot des potenziellen Arbeitgebers ihren bisherigen Chef zu erpressen. * Fragen nach der Grösse des Firmenwagens, der Spesenregelung oder der Büroausstattung haben im Erstgespräch mit dem Headhunter nichts verloren – es sei denn, Sie wollen sich aus dem Rennen kicken. * Haben Sie beim Gespräch mit dem potenziellen Arbeitgeber plötzlich jede Menge Sonderwünsche und ganz andere Gehaltsvorstellungen als noch beim Erstgespräch, freut das weder ihren Berater noch dessen Klienten. * Ärgerlich für alle Beteiligten ist, wenn der Kandidat das ganze Auswahl-Procedere mitmacht und bei Vorliegen des Jobangebots seine Kandidatur plötzlich...
Samstag, 18. Juni 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-06-18 Autor: Kathrin Gulnerits
62 Prozent lehnen längere Jobaufenthalte im Ausland abExotische Lebensläufe mit vielen Praktika und Jobaufenthalten im Ausland können Personalchefs beeindrucken – müssen aber nicht, wie Manager aus Erfahrung berichten. Studienaufenthalte in den USA und Frankreich, Praktika in Hongkong, Sydney, London und Paris, vier Fremdsprachen fliessend, 28 Jahre jung … Alexandra Oberrauch bringt eigentlich alles mit, was die Herzen von Personalchefs höher schlagen lässt – und dennoch wurden ihr die Traumjobs nicht auf dem Silbertablett präsentiert. „Viele hatten Angst, dass mir eine nationale Tätigkeit nicht reicht und ich bald weiterziehe", resümiert die Südtirolerin, die derzeit am Doktortitel bastelt. „Für mich war es eine tolle Erfahrung, ob es beruflich etwas bringt, da bin ich mir nicht so sicher", sagt Oberrauch, die derzeit als Projektmanagerin bei Symfony Consulting in Wien werkt. Exoten nicht gefragt Die WU-Absolventin befindet sich in guter Gesellschaft, wie eine Podiumsdiskussion zum Thema „Internationale Karriere – Traum oder Albtraum" in der vergangenen Woche zeigte. Auch Olimpia Panfil, internationale Konsulentin für strategisches Marketing, brachte ihr von vielen internationalen Stationen geprägter Lebenslauf nicht nur...
Samstag, 26. März 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-03-26 Autor: Arne Johannsen
Wie ein Wettbewerb den müden Vertrieb der Anker-Versicherung wieder in Schwung gebracht hatDie Spitzenleute werden mit Prämien belohnt, die Schwachen bekommen Druck. Aber wie motiviert man die Mitarbeiter, die irgendwo dazwischen stehen? Die Situation ist vielen Unternehmern und Managern vertraut: Der Verkauf der eigenen Produkte liegt im Branchenschnitt – nicht überragend, aber auch kein Drama. Die Aussendienst-Mitarbeiter arbeiten brav, das heisst, sie spiegeln das Zwiebel-Modell wider: An der Spitze bringen die Top-Leute sehr gute Verkaufszahlen. Das untere Viertel müht sich mit wenig bis gar keinem Erfolg, der zahlenmässig starke Mittelbau spult sein Programm routiniert ab, mal mehr, mal weniger engagiert. Vor einer solchen Situation stand vor einem Jahr auch Gerhard Jeidler, Vertriebsvorstand der Anker-Versicherung – und wollte sich damit nicht abfinden. Gemeinsam mit der Wiener Personalentwicklungsgesellschaft Argo und dessen Geschäftsführer Ronald Thoma hat er ein Projekt gestartet, um neues Leben in die Vertriebsmannschaft zu bringen – mit beachtlichem Erfolg, aber auch einigen Hindernissen und Problemen. 1. Ausgangslage Die Anker-Versicherung hat 280 angestellte Aussendienst-Mitarbeiter – sehr erfolgreiche, weniger...
Samstag, 4. Juni 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-06-04 Autor: Melanie Manner
Eine erotische Stimme lässt Kunden erbebenWer hemmungslos flirten kann, wird auch bei geschäftlichen Beziehungen mehr Erfolg haben, meinen Trainer. Eine erotische Stimme etwa lässt sich auch antrainieren. Das Frühjahr ist da und die Hypophyse singt Jubellieder: Angeregt durch die Sonne, strömen das Glückshormon Serotonin und das Aufputschhormon Cortisol nur so durch unsere Körper. Das Resultat: Erotik schwirrt förmlich durch die Luft. Auch im Geschäftsleben ist das nicht irrelevant: „Gerade im Frühjahr achten Menschen besonders auf erotische Stimmen, die sie als ,angenehm' oder ,anziehend' beschreiben", sagt etwa Stimmtrainer Arno Fischbacher. Auch in seinen Workshops sprechen die Teilnehmer das Thema Erotik vor allem im Frühling an. Fischbacher hat die Sexualtherapeutinnen Gerti Senger und Rotraud Perner um ihre Analyse gebeten. Das Ergebnis: „Tiefere Stimmen klingen erotischer", schliesst etwa Rotraud Perner. Ob sich die Stimme je nach Jahreszeit physiologisch verändert, ist nicht erwiesen, allerdings spielt die lockerere Haltung, die viele im Frühjahr haben, eine grosse Rolle. Nicht losröchelnEine erotische Stimme vermittelt Nähe und eignet sich gut, Vertrauen aufzubauen. Das lässt sich auch trainieren, allerdings nicht...
Samstag, 18. Juni 2005
WirtschaftsBlatt Ausgabe: 2005-06-18 Autor: Kathrin Gulnerits, Melanie Manner
Lieber Massarbeit als Standard-AusbildungBei der Ausbildung ihrer Mitarbeiter bevorzugen viele Unternehmen heute Klasse statt Masse. Telekom, VA Tech und Voest gönnen sich einen mass-geschneiderten MBA. Mit Katalog-Shopping hat Matthias Würth so seine Probleme: Wann habe ich Zeit für ein Seminar? Im Oktober? Welche Themen werden da zufällig angeboten? Der Leiter der PEF-Consulting winkt ab. „Der Trend geht ganz klar in Richtung firmeninterne Seminare. Die sind spezifisch auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten." Mit der OMV und dem Verbund hat die PEF Consulting zwei lukrative Aufträge an Land gezogen. Für die OMV werden etwa 1000 Trainingstage pro Jahr abgewickelt. „Das sind selten Breitband-Programme. Vieles wird auf bestimmte Zielgruppen wie Nachwuchsführungskräfte zugeschnitten", sagt Würth. Nicht alles schulbar Die PEF befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr internationale Business Schools angeln sich den Grossteil der Schulungsbudgets von Unternehmen. 42 Prozent des Umsatzes von IMD in Lausanne kommt aus unternehmensspezifischen Programmen für Kunden wie BMW, DaimlerChrysler oder Siemens. Konkurrent Insead in Fontainebleau organisiert 240 Programme für 101 Unternehmen. Die Kunden lassen sich das...
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