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Industrie 4.0 ist bereits Realität: Willkommen in der Logistikwelt von morgen!

Industrie 4.0 ist bereits Realität: Willkommen in der Logistikwelt von morgen!

Industrie 4.0 ist bereits Realität: Willkommen in der Logistikwelt von morgen!
November 01
15:31 2016
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Dem Leobener Logistik Sommer ist es bei der 14. Auflage der Fachtagung wieder eindrucks-voll gelungen,demRuf als Trendsetter und Zukunftskongress der Logistik mehr als gerecht zu werden. Bei der Fachtagung, die am 15. und 16. September 2016 in der Montanuniversität Leoben unter dem Motto „Dynamische Systeme in einer digitalen Welt“ stattfand, präsentierten Top-Referenten von ABF, AT&S, Bosch, ivii, KNAPP, SAP, Siemens und TAGnologyIndustrie 4.0-Lösungen und zukunftsweisendeEntwicklungen. Einer der vielen Highlights war die Keynote von Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, einem der 100 einflussreichsten Vordenker der Welt. Darüber hinaus konnte mit mehr als 230 Teilnehmern ein Besucherrekord verzeichnet werden.

„Der Leobener Logistik Sommer hat sich seit seiner ersten Durchführung 2002 zu einem echten Think Tank der Logistik entwickelt“, so Univ.-Prof. Dr. Helmut Zsifkovits, Lehrstuhl Industrie Logistik Montanuniversität Leobenund Präsident des Logistik Clubs, bei der Eröffnung. „Die zweitägige Fachtagung stellt Technologietrends und Innovationen in den Mittelpunkt, aber ist vor allem ein Treffpunkt für die Menschen in der Logistik.“

Neuer Kondratieffzyklus
Über die unterschiedlichen philosophischen Ansätze und Perspektiven des neuen, 6. Kondratieffzyklus referierte Umweltwissenschaftler, Klimaexperte und Ko-Präsident des Club of Rome, Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker.*) Als Kondratieffzyklenwerden diegroßen Zyklen technischer Innovationenbezeichnet. Weizsäcker meinte, dassderneueste Zyklus wohl eine Mischung aus Big Data und Effizienzrevolutionsei. Allerdings müssten Digitalisierungsfortschritte, die einen Mehrverbrauch von Ressourcen nach sich ziehen, so weit wie möglich verhindert werden.

Enabler für Industrie 4.0
Laut Heinz Moitzi, COO von Leiterplattenhersteller AT&S,ist Industrie 4.0 kein reines Großindustriethema, sondern würde alle Teilnehmer von Produktionswertschöpfungskettenbetreffen. Die Industrie 4.0-Aktivitäten von AT&Swürden darauf abzielen, die Effizienz, die Qualität und die Flexibilität zu erhöhen!Dafür ist ein Manufacturing Execution Systems (MES) in Chongqing und ausgewählten Fertigungsbereichen in Leoben eingeführt worden.

Maßgeschneiderte Kundenlösungenmit Solution Partnernund Auto-ID als Enabler für Industrie 4.0:Mathias Langhans von Siemens Deutschlandinformierte über den Einsatz Automatischer Identifikation, dievon der Produktionssteuerung bis hin zum Supply Chain Management erfolgtund den Systemaustausch aus der Sensorebene ermöglicht. TAGnology ist Siemens-Solution Partner.GeschäftsführerMarkus Schrieblzeigte an Hand von Best Practice-Beispielendas breite Leistungsspektrum von Auto-ID-Lösungen.

Schwerindustrie und IoT-Projekte erfolgreich umsetzen
Christian Hiebl, ABF – Industrielle Automation GmbH, stellte das vollautomatisierte Waren-tracking und die Echtzeit-Materialflusssteuerungim Draht-Walz-Werk bei der voestalpine Wire Rod Austria vor. Die bestehende Halle wurde zum Großteil für die innerbetriebliche Logistik genutzt.Für den Bau der neuen Walzstraße wurde die Intralogistik für bis zu drei Tonnen schwere Drahtbündel auf einem Drittel der Fläche völlig neu gestaltet und vollautomatisiert – vom Warentracking ab der Vormaterial-Identifikationbis hin zur Ver-ladung.

„Unternehmen müssen eine Kultur des Systemdenkens etablieren, Software und Sensoren vernetzen, um Daten nutzen zu können“, so Dr. Johannes Tulusan, Leiter der Big Data Unternehmensentwicklung bei SAP. Wichtig sei es, die Zusammenarbeit von Menschen mit Maschinen zu verbessern und die richtigen Lösungspartner zu finden, um Sensoren und Standards in den Maschinen zu implementieren.

ASSIST 4.0 – Eine Symbiose zwischen Physischem und Digitalem
Für die Präsentation der Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt ASSIST 4.0 –einem intelligenten Assistenzsystem für den industriellen Servicebereich – verwandelte Kajetan Bergles, Service Development Manager bei KNAPP, die Kongressbühne kurzer Hand in ein Fernsehstudio.

Am Club-Sofa nahmen Platz: ivii-Geschäftsführer und ASSIST 4.0-Projektleiter Peter Stelzer, Daniela Wurhofer und Thomas Meneweger von der Universität Salzburg, einem Forschungspartner im Projekt. Die Wissenschaftler beschäftigen sich mit den Emotionen und der Integration des Menschen bei technischen Entwicklungssprüngen. Resident Engineer Thomas Schneider war von Anfang an als User in das Forschungsprojekt involviert. Mario Löfler, Senior Software Consultant bei KNAPP, hat die Middleware des Software-Demonstrators gebaut und das Projekt von der IT-Seite her begleitet. Harald Paar managt als Leiter des KNAPP Global Plant Services einen Technikerpool von mehr als 70 Mitarbeitern. Ziel und Aufgabe der Evaluierungen und Feldversuche waren das Frontend des Assistenzsystems noch anwenderfreundlicher, bedarfsorientierter und entsprechend den unterschiedlichen Fokussierungen aller Partner zu gestalten. Dabei stand immer der Mensch im Mittelpunkt – seine Bedenken, Erfahrungen und damit verbunden die verschiedenen Nutzungsweisen.

Industrie 4.0: Vision in der Praxis
„Industrie 4.0 ist auf dem Weg – und Bosch ist Teil der Zukunftsgestaltung“, so Innovations-manager Jonas Amri, Robert Bosch GmbH.200 Experten aus den verschiedensten Unternehmensbereichen bei Bosch entwickeln und konzipieren Industrie 4.0-Strategien – sowohl für interne Anwender als auch den externen Markt.So könnten durch effiziente und flexible Produktionsprozesse, durch kollaborative Roboter, die belastende Aufgaben dem Menschen abnehmenund einer flexiblen Logistikmittels digitaler Warenströme und dem Einsatz von RFID-TechnologienLagerbeständebis zu 30 Prozent reduziert und Kosten von 10 Prozenteingespart werden.

Das Open Shuttle-Prinzip am Beispiel SPAR Ebergassing
Gerald Hofer, CEO KNAPP AG, stellte das Gesamtkonzept und die Lagerabläufe im neuen Zentrallager bei SPAR in Ebergassing sowie eine breite Palette von innovativen Intralogistik-lösungen für den Lebensmittelhandel vor.Eine Alternative zu Stetigförderer, die sehr träge in der Sequenzierung sind, seiendie flexibel einsetzbaren Open Shuttles.Auf Grund ihrer Schwarmintelligenz würden sie völlig autonom im Lager navigieren, Arbeitsplätzeversorgen, Hindernisse erkennen und miteinanderkommunizieren. Zur zentralen Verwaltung und Überwachung der Open Shuttles dient ein Flottenmanagementsystem, das die Transportwege optimiert, die Fahrzeuge untereinander koordiniert und das Ausweichver-halten steuert.

Live-Workshop mit interessanten Diskussionen
Den abschießenden Live-Workshop zum Schwerpunktthema „Industrie 4.0: Technik und Forschung, Soziales und Bildung, moderierte Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dirk Jodin, Institut für Technische Logistik der TU-Graz.

Peter Stelzer, ivii GmbH, Georg Judmaier, Montanuniversität Leoben, Jonas Amri, Robert Bosch GmbH, Daniela Wurhofer undThomas Menewegervon der Universität Salzburg diskutierten mit dem Publikum über die zukünftigen Entwicklungen und Auswirkungen der Digitalisierung auf die Logistik und wie sich Unternehmen, Mitarbeiter und Politik auf diese Umbrüche vorbereiten können. Themen, die wohl auch beim nächsten Leobener Logistik Sommer 2017 für Diskussionsstoff sorgen werden.

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