Vernetzung und Nachhaltigkeit sind die Aufgaben der Zukunft
Am Flughafen Graz-Thalerhof wurde gestern Vormittag der 9. Steirische Logistiktag der Bundesvereinigung Logistik Österreich (BVL) eröffnet. Das Motto: „Von der Steiermark hinaus in die Welt“. Zentrale Themen des gut besuchten Events sind nicht nur Infrastruktur und Terminals, sondern auch Best-Practice-Beispiele von Logistikern im Bereich Vernetzung und Nachhaltigkeit.
Bei der Eröffnung des 9. Steirischen Logistiktages wiesen sowohl der Hausherr Dir. Mag. Gerhard Widmann als auch der Bürgermeister der Gemeinde Feldkirchen, Ing. Adolf Pellischek, darauf hin, dass Flughäfen und Gemeinden heute ohne logistische Prozesse nicht überlebensfähig wären. BVL-Präsident DI Roman Stiftner nahm in seiner Begrüßung zu aktuellen Themen Stellung. Gerade in Zeiten „knappen Geldes“ sei es wichtig, die richtigen Infrastrukturentscheidungen zu treffen. Eine Verringerung der Anschlussbahn-Förderung sei daher nochmals zu überdenken. Denn: „Gerade mit im Vergleich zu Großprojekten kleineren Investitionen in Terminals und Verschubknoten lässt sich sehr viel positives bewirken.“
Eine von der Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Transport und Verkehr und der Bundesvereinigung Logistik beauftragte Studie habe gezeigt, dass Infrastruktur und Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung für die Wirtschaft bekommen. Als Empfehlung könne man aus der Studie die Entwicklung eines „Masterplan Verkehr“ ableiten mit der klaren Fokussierung auf die Aufrechterhaltung und den Ausbau von Anschlussbahnen. „Eine Einsparung in diesem Bereich könnte durchaus Mehrkosten in anderen Bereichen, etwa durch mehr Umladungsprozesse oder ökologische Defizite verursachen“, so Stiftner. Großprojekte seien zwar für die betroffenen Regionen durchaus wichtig, aber relevant könnten auch kleinere Aktivitäten sein, weil sie viel bewirkten. Stiftner nannte als Beispiel dafür die Pyhrn-Schober-Achse, die durch eine optimale Vernetzung Beschaffungs- und Absatzmärkte besser verbinden würde.
Zum bevorstehenden Jahreskongress der BVL, dem 28. Logistikdialog, am 15. und 16. März 2012, in der Pyramide in Vösendorf bei Wien erklärte Roman Stiftner, dass es erstmals einen „Nachhaltigkeitspreis Logistik“ geben werde, der von der BVL Österreich gemeinsam mit der BVL Deutschland vergeben werde. Durch die Auszeichnung von „Best Practices“ sollen Impulse für Initiativen in Unternehmen gegeben, aber auch die konsequente Weiterverfolgung des mit dem „Grünbuch der nachhaltigen Logistik“ begonnenen Weges, fortgesetzt werden. Projekte und Lösungen müssen dem ganzheitlichen logistischen Grundsatz entsprechen und in allen Säulen der Nachhaltigkeit - Ökologie, Ökonomie, Gesellschaftliche Verantwortung - relevante Ergebnisse ausweisen.
Der Leiter des steirischen Regionalbüros der BVL Österreich, Univ. Prof. Dr. Helmut Zsifkovits, unterstrich in der Pressekonferenz vor der Eröffnung des 9. Steirischen Logistiktages die leistungsfähigen Industriecluster und Umschlagsterminals im Bundesland. Auch bei der Aus- und Weiterbildung sei die Steiermark führend, die Montan Universität Leoben biete als einzige Universität Österreichs ein komplettes Logistikstudium. Er verweist in diesem Zusammenhang auch auf den großen Zuspruch die Logistik Akademie der BVL. Zsifkovits wies schließlich darauf hin, dass es auch in den kommenden Monaten zahlreiche interessante Logistik-Events geben werde, etwa Veranstaltungen zum „Tag der Logistik“ am 19. April, den Leobener Logistiksommer sowie State of the-Art-Events bei renommierten Logistikbetrieben in der Steiermark.
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