Bahnlogistik: DAK kommt im Februar in Österreich

Die Digitale Automatische Kupplung (DAK) kommt im Februar erstmals nach Österreich. Bis Anfang März 2022 wird der sogenannte „DAK Demonstratorzug“ des Projekts DAC4EU an vier Stationen in Österreich Halt machen und einem umfangreichen Testprogramm unterzogen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in die erforderliche Weiterentwicklung der DAK ein.

Derzeit laufen umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf europäischer wie auf nationaler Ebene, um die Serienreife der DAK zu erlangen. Sie soll von 2026 bis 2030 schrittweise in Europa die herkömmliche Schraubenkupplung komplett ablösen.

Die Erwartungen der ÖBB Rail Cargo Group an die DAK sind hoch: die moderne Kupplung soll den europäischen Schienengüterverkehr in mehrfacher Weise revolutionieren. Zum einen, weil Europa mit ihr einen technologischen Rückstand aufholt (neben Europa verwenden derzeit nur noch Nordkorea und Nordafrika die Schraubenkupplung).

Zum anderen leitet sie die Digitalisierung im Schienengüterverkehr ein, da mit ihr gleichzeitig eine Strom- und Datenversorgung in den gesamten Güterzug integriert werden kann. Das ist die Voraussetzung für zukünftige Innovationen im Bereich des intelligenten Güterverkehrs und in weiterer Folge für die automatisierte Betriebsführung.

Gemeinsam mit A1 Digital hat die RCG ein neues Gerät für Güterwagen entwickelt. Die Telematik-Lösung „SmartCargo“ zeichnet Bewegungen der Wagen auf, übermittelt deren aktuelle Position und erkennt Stöße. Laufend kommen neue Funktionen hinzu. Für die Zukunft ergeben sich etwa Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Erkennung defekter Radsätze, der Türsensorik und der Verwiegung von Güterwagen.

In Österreich sollen insgesamt 11.800 Güterwagen mit SmartCargo ausgestattet werden. Die 10.000er-Marke wurde bereits geknackt. Unterdessen wurde in Ungarn ebenfalls mit der Aufrüstung der Flotte begonnen.

Das Konsortium DAC4EU hat mit Juni 2020 seine Arbeit aufgenommen. Es besteht aus der DB AG, den Güterbahnen ÖBB Rail Cargo Group, DB Cargo und SBB Cargo sowie den Wagenhaltern Ermewa, GATX Rail Europe und VTG. Gemeinsames Ziel ist es Züge in ganz Europa bis 2030 mit der Digitalen Automatischen Kupplung auszustatten. Das deutsche Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) finanziert das Projekt in der Laufzeit von zweieinhalb Jahren mit rund 13 Mio. Euro.

www.railcargo.com

Quelle: oevz.com/bahn/

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