Bargeld muss erhalten bleiben

Das Volksbegehren „Für uneingeschränkte Bargeldzahlung“ erhielt in der Eintragungswoche 530.938 Unterstützungserklärungen und damit mit Abstand die höchste Zustimmung der sieben Volksbegehren.

Dass sich die Österreicher von Scheinen und Münzen nur ungern trennen, hat seine Gründe, wie Fritz Pöltl, der Vorsitzende der FCG-ÖAAB-Fraktion in der AK-Wien, zu erklären weiß: „Der Inhalt des Geldbörsels bietet den Menschen Sicherheit und Unabhängigkeit. Man will einerseits kein ‚gläserner Konsument‘ werden, dem die Computer und Algorithmen der Großkonzerne vorschreiben was und wo er einkaufen muss und man will sein privates Vermögen, auch wenn es sich gar nicht um große Beträge handelt, so gut wie möglich bewahren!“

Abschaffung geplant.
Nach dem eindrucksvollen Ergebnis der Eintragungswoche bemühen sich nun Politiker und Bankenvertreter zu beruhigen. Es sei ja gar nicht an die Abschaffung des Bargeldes gedacht worden, wie man jetzt behauptet. Fritz Pöltl: „Die Kommentare vor der Befragung zeigen freilich ein anderes Bild!“ Da war etwa von einer EU-Höchstgrenze von 1.000 Euro die Rede oder davon, dass Schweden das Bargeld 2030 abschaffen will und wir leider noch nicht so weit wären (KURIER) und dass Internetkonzerne Kampagnen gegen das Bargeld reiten würden, um ihr Wachstum nicht zu bremsen (Salzburger Nachrichten).

Geldwäsche-Vorwurf.
Auch die Erklärung, dass man mit der Beschränkung der Bargeldzahlung nur die Geldwäsche krimineller Organisationen treffen und die Schattenwirtschaft samt Steuerhinterziehungen erschweren wolle, sei eine freche Ausrede. Pöltl: „Die 1,54 Billionen Euro in Banknoten-und 141 Milliarden an Münzbeständen der Österreicher, wären ein willkommenes ‚Körberlgeld’ für Banken und Kreditkartenunternehmen, für das sie keine Zinsen zahlen müssten, aber lukrative Kredite verscherbeln könnten!“ Das sei ja auch so gewesen, als die Gehaltskonten eingeführt worden sind. Damals hätten Banken versprochen, für Gehalts- und Pensionskonten keine Gebühren zu verlangen. Pöltl: „Ein Blick auf die heutigen Bankspesen genügt, um das falsche Versprechen zu entlarven!“

Erfolgreicher Aufruf!
Fritz Pöltl: „Die FCG-ÖAAB-Fraktion ist auch stolz, dass sie mit ihrem Aufruf zur Unterzeichnung des Volksbegehrens so einen hohen Zuspruch bekommen hat. Wir haben in mehreren Aussendungen aufmerksam gemacht, was die Abschaffung des Bargeldes für die Bürger bedeuten würde und immer wieder die Forderung aufgestellt, den Österreicherinnen und Österreichern die uneingeschränkte Bargeldzahlung weiter zu ermöglichen.“ Zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung seien Polizei und Finanzbehörden zuständig und nicht ein frecher Griff in die Sparschweine und Geldbörsen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

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