Barometer „Elektronische Beschaffung 2020“: Vor allem KMU hinken bei eLösungen weiter hinterher

Einführung und Ausbau elektronischer Lösungen in den Unternehmen lassen weiter zu wünschen übrig. In jedem vierten Betrieb steht die Geschäftsführung auf der Bremse. Ebenso viele Firmen berichten von internen Widerständen. Das sind zentrale Ergebnisse des „Barometer Elektronische Beschaffung 2020“.

Heinz Pechek

Jährlich werden der Stand der Digitalisierung und Trends in Einkauf und Supply Chain Management untersucht. Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich (BMÖ) ist dabei Kooperationspartner des deutschen Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Die Studie wurde wieder von Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky (Universität Würzburg) und Prof. Dr. Holger Müller (HTWK Leipzig) durchgeführt. Unterstützung: Allocation Network GmbH.

 

Ausgewählte Ergebnisse

Notwendigkeit von ETools: KMU schätzen die Notwendigkeit im Vergleich zu Konzernen wie in den Vorjahren geringer ein; Industrie-Teilnehmer sehen dafür über nahezu alle Kategorien hinweg eine höhere Relevanz als Dienstleister; die höchste Einsatznotwendigkeit wird Tools bescheinigt, die Requisition-to-pay (R2P = Prozess von der Bestellanforderung in der Fachabteilung bis zur Bezahlung des Lieferanten) bei zentral geplanten Bedarfen sowie das Lieferantenmanagement unterstützen; nach wie vor recht hoch gewertet werden Bausteine für Spend Analyse/Controlling sowie Source-to-Contract (Prozess: Bedarfsanalyse, Beschaffungsstrategie, Anfrage, Vertragsverhandlung, Auftragsvergabe).

Plattformen: Externe Internet-Plattformen, über die befugte Mitarbeiter aus einer Vielzahl von Katalogen bestellen können, nutzen derzeit gut 14% der Unternehmen; 44% sehen das für die Zukunft.

Zukunftstechnologien: Big Data Analytics liegt wie im Vorjahr auf Platz eins, gefolgt von intelligenten Objekten zur Steuerung des Materialflusses sowie gemeinsamen Datenräumen entlang der Supply Chain; Blockchains bilden das Schlusslicht; insgesamt werden Zukunftstechnologien deutlich weniger positiv gesehen als im Vorjahr.

Hinderungsgründe (für weitergehende Nutzung digitaler Lösungen im konventionellen eProcurement-Bereich): mangelnde interne Datentransparenz und -strukturierung, innerbetriebliche Widerstände, fehlende Unterstützung seitens der Geschäftsführung, als ungenügend oder fehlend empfundene Standards, die Kosten sowie unzureichende interne technische Voraussetzungen; diese Faktoren werden teilweise intensiver empfunden als im Vorjahr.

Zitat: Heinz Pechek, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BMÖ: „Die Geschäftsleitungen sind dringend gefordert, den Einkauf weiter zu professionalisieren. Ohne automatisierte Prozesse von Bedarfsanforderung über Bezahlprozess bis Anbindung der Lieferanten bleibt eine Digitalisierungsstrategie – wenn man sie denn hat – Stückwerk. Es gibt längst ausgereifte Lösungen und flexible einzelne Bausteine am Markt. Sobald es die Auswirkungen der COVID-19-Problematik zulassen, gilt es wieder Fahrt aufzunehmen, um sich krisenfester zu machen. Der BMÖ bietet eine breite Palette an Seminaren, Workshops, Expertenforen und Lehrgängen.“

Zur Studie „Barometer Elektronische Beschaffung 2020“
Teilnehmer: 168 Unternehmen aus Industrie, Dienstleistungsgewerbe, Handel und öffentlichen Institutionen (Deutschland und Österreich; Mitglieder/Nichtmitglieder von BMÖ und BME e.V.); Zeitraum Oktober bis Dezember 2019
Hier geht es zur Studie https://www.bme.de/fileadmin/_horusdam/12016-BME-Barometer_2020_FINAL.pdf

 

BMÖ-Akademie http://www.bmoe.at/Akademie/
Veranstaltungen http://www.bmoe.at/Veranstaltungen/

BMÖ-Report COVID-19: Maßnahmen zum Schutz der Lieferkette http://www.bmoe.at/downloads/Presse/Presse_2020/BMOE_Insights_Risiken_in_der_Supply_Chain_Maerz_2020.pdf

 

Rückfragen und Kontakt:
BMÖ – Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich
Liechtensteinstraße 35, 1090 Wien
Mail: sekretariat@bmoe.at
Telefon: +43(0)1 367 93 52
www.bmoe.at

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