Bertschi trotzt Europas stagnierenden Chemiemärkten
Die Bertschi Gruppe rechnet im Jahr 2026 weiterhin mit einem herausfordernden Markumfeld, geprägt durch Überkapazitäten und Kostendruck. Vor diesem Hintergrund will man den Kundenservice stärken und die Investitionen auf Infrastruktur, Equipment und digitale Entwicklungen konzentrieren. Die klare Botschaft lautet: Die Generierung von Kundennutzen und gezielte Investitionen können auch in einem stagnierenden Markt Wachstum ermöglichen.
Das Jahr 2025 schloss die Gruppe mit einem Umsatz von 1,02 Mrd. CHF (rund 1,11 Mrd. EUR) ab. Währungsbereinigt stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent, unterstützt durch das Wachstum in einigen globalen Märkten und die steigende Nachfrage nach Lager- und Distributionslösungen in Europa und Asien.
Parallel dazu setzte sich der Abschwung der europäischen Chemieindustrie fort. Werksschließungen entlang der Wertschöpfungskette reduzierten die Produktion in bestimmten Regionen, während einzelne Importströme zunahmen und Versorgungsmuster sich veränderten.
Während die europäische Chemieproduktion insgesamt stagnierte, gewannen Volumina aus Asien, dem Nahen Osten und Amerika in bestimmten Produktsegmenten an Bedeutung. Bertschi positioniert sich, um diese Entwicklung mit skalierbarer Hub-Infrastruktur und durchgängigen End-to-End-Supply-Chain-Services zu unterstützen.
Die Strategie der Gruppe basiert darauf, chemische Produkte zu lagern, zu handeln, zu beheizen, zu beproben, zu verzollen und zu verteilen, insbesondere in den wichtigsten Importmärkten in Europa und Asien. „Das Ziel für 2026 ist es, die Beziehungen zu Chemieproduzenten, die neue Produktströme entwickeln, auszubauen“, sagt Hans-Jörg Bertschi, Präsident des Verwaltungsrats.
In Europa wurden 2025 die Kapazitäten in der Nähe großer Häfen und Industriecluster erweitert. Das Antwerp Zomerweg Terminal (AZT) ist jetzt für moderne, integrierte Chemielogistik konzipiert. Es vereint Containerlagerung, insbesondere für Gefahrgut, mit Mehrwertdiensten wie Zollabwicklung, Beheizung sowie trimodaler Anbindung. In Rotterdam schloss Bertschi eine Erweiterung ab, die Umschlag, Handling und Gefahrgut-Lagerkapazitäten des trimodalen Terminals stärkt und wachsende Supply-Chain-Aktivitäten unterstützt.
Quelle: OEVZ



