Bundesweite Handelsstudie: Zahl und Verkaufsfläche von Fachmarktzentren hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt.

14. Mai 2019 14:26
Bundesweite Handelsstudie: Zahl und Verkaufsfläche von Fachmarktzentren hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt.

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Handelsverband und Standort+Markt präsentierten brandneue „S+M Dokumentation Fachmarkt-Agglomerationen Österreich 2018/2019“. Jeder 4. Kaufkraft-Euro wird in Fachmarktzentren gebunden.

Trotz Amazon, Alibaba & Co: Die Shopflächen in willkürlich entstandenen – also nicht einheitlich geplanten – Fachmarktgebieten in Österreich sind weiter gestiegen. Bemerkenswert dabei ist die zunehmende Bedeutung in der Nahversorgung. Das geht aus der erneut aktualisierten Studie „S+M Dokumentation Fachmarktagglomerationen Österreich 2018/2019“ von Standort+Markt hervor. Neun unterschiedliche Raumplanungsgesetze mit bestenfalls einer Gemeinsamkeit, nämlich einer restriktiven Handhabung weiterer Verkaufsflächenzuwächse – und dann dieses Ergebnis: Die Zahl wie auch die gesamte Flächenkapazität der österreichischen Fachmarktagglomerationen legt weiter zu.

Verkaufsflächenzuwachs von 100.000 m².

„5,8 Mio. m² Verkaufsfläche, davon rund 5,3 Mio. m² Einzelhandelsverkaufsfläche, werden in Österreich mittlerweile von Fachmärkten auf der grünen Wiese belegt, jeder 4. Kaufkraft-Euro wird dort gebunden“, erklärt Studienautor Roman Schwarzenecker von Standort+Markt. Lediglich 15,5% (0,9 Mio. m²) der Shopflächen befinden sich in mehr oder weniger solide geplanten Fachmarktzentren. „Die verbleibenden Flächen sind eher unkoordiniert, selbstverständlich aber dem Flächenwidmungsplan entsprechend gewachsen“, so Schwarzenecker.

„Seit der Jahrtausendwende hat sich sowohl die Zahl als auch die Fläche dieser Fachmarktzentren mehr als verdoppelt. Waren es im Jahr 2000 noch 113 Agglomerationen mit 2,8 Mio. m², so sind es heute bereits 264 Agglomerationen mit 5,8 Mio. m²“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Die Zahl der Fachmärkte und fachmarktähnlichen Anbieter hat sich sogar verdreifacht (von rund 1.400 auf 4.300 Shops). „Innerhalb von zwei Jahren lag der Verkaufsflächenzuwachs in dieser Agglomerationsklasse bei rund 100.000 m². Das ist eine diametral gegenteilige Entwicklung zum gesamten stationären Einzelhandel, wo wir zuletzt 100.000 m² oder 14 Fußballfelder Verkaufsfläche verloren haben“, analysiert Will.

Fachmarktagglomerationen als Nahversorger.

Insbesondere das Supermarktsortiment hat bei Fachmarktagglomerationen an Gewicht gewonnen – die Big Box-Gebiete haben sich in nur 18 Jahren zu den neuen Nahversorgern entwickelt. „Der Flächenanteil im Supermarktsortiment liegt zwar bei vergleichsweise bescheiden anmutenden 16,1 %, der Umsatzanteil ist – nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen flächenleistungsstarken Lebensmitteldiskonter – mit 42,4 % mehr als beachtlich“, bestätigt Standort+Markt-Geschäftsführer Hannes Lindner.

„Je Fachmarktagglomeration liegt die durchschnittliche Shop-Zahl bei 16, die durchschnittliche Gesamtgröße einer Fachmarktagglomeration ist seit dem Jahr 2000 von 24.700 m² auf etwa 21.800 m² laufend gesunken. Immer mehr, dafür kleinere Fachmarktagglomerationen dringen in immer dünner besiedelte Gebiete vor und sind für die Nahversorgung der Gemeinden verantwortlich“, so Lindner.

Frequenzverlagerung erfordert vorausschauende Planung.

Der Umsatz steht selbstredend für Frequenz. Frequenz ist wiederum „das Öl des Einzelhandels“. Eine Neuansiedlung bzw. Verlagerung von Supermärkten, Lebensmitteldiskontern und Drogeriemärkten in diese überwiegend autokundenorientierten Big Box-Zonen bedeutet damit auch eine deutliche Frequenzverlagerung, die nur schwer zu revidieren ist. Eine vorausschauende Planung auf Gemeinde- wie auch Regionsebene in Form einer gewissenhaften, objektiven Standortoptionen-Prüfung ist erforderlich, um mehr Qualität in den Raum zu bringen.

Gerade für mittelständische Handelsunternehmen ist diese Entwicklung eine Herausforderung, da damit ihre Relevanz gegenüber dem Konsumenten schwindet. „Fachmarktzentren sind ein integraler Zukunftsbaustein für den stationären Handel geworden – weil die Restriktionen in den Stadt- und Ortskernen dazu geführt haben, dass der filialisierte Einzelhandel zunehmend an den Stadtrand gezogen ist. Vor allem in ländlichen Regionen bleiben damit KMU über, während sich die großen Warenkörbe in die Peripherie verlagern“, erklärt Rainer Will.

Über die Studie.

Die umfassende, alle zwei Jahre durchgeführte Fachmarkt-Flächen-Analyse von STANDORT + MARKT geht mittlerweile in die zehnte Runde! Durch die genaue Analyse der 264 Fachmarktagglomerationen in Österreich mit insgesamt 5,8 Mio. m² Shopfläche und 6.824 Shops liegt nun wieder eine top aktuelle, vollständige Transparenz zum Flächenwildwuchs an der Peripherie der österreichischen Gemeinden vor.

Die Studie „S+M Dokumentation Fachmarktagglomerationen Österreich 2018/2019“ ist auf der Website des Handelsverbandes erhältlich.

Rückfragen & Kontakt:
Handelsverband
Mag. Gerald Kuehberger, MA
Communications Manager
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 77
gerald.kuehberger@handelsverband.at
www.handelsverband.at

 

Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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