Chinesisches Neujahrsfest wirft seinen Schatten voraus
Das chinesische Neujahrsfest am 17. Februar ist nicht nur ein kulturelles Großereignis, sondern auch ein logistischer Einschnitt. In China und weiten Teilen der Asien-Pazifik-Region kommt es zu einer mehrwöchigen Unterbrechung industrieller Abläufe. Während dieser Festzeit schließen viele Fabriken und Büros, die Produktion verlangsamt sich erheblich.
Der Logistikdienstleister Dachser warnt: „Lieferanten in China reduzieren ihre Aktivitäten in der Regel 1–2 Wochen vor dem offiziellen Feiertag. Während der gesetzliche Feiertag etwa eine Woche dauert, bleiben viele Fabriken bis zu einem Monat oder länger geschlossen.“
Doch die tatsächlichen Auswirkungen gehen weit darüber hinaus. Die Rückkehr zur Normalität verläuft schleppend, da viele Beschäftigte weite Reisen in ihre Heimatorte unternehmen. Röhlig Suus beschreibt diesen Effekt als „schrittweisen Wiederanlauf“, der erst Wochen nach den offiziellen Feiertagen abgeschlossen sei.
Zudem heißt es vonseiten der Zollagentur AC Porath: „Obwohl die offiziellen Feiertage vom 17. Februar bis 3. März 2026 dauern, kann der Stillstand in den Lieferketten bis zu sechs bis acht Wochen anhalten.“
Die Transportkapazitäten werden durch die deutlich reduzierte Exporttätigkeit in China spürbar eingeschränkt. Dachser beobachtet, dass Spediteure in dieser Phase „weniger Kapazitäten für Transporte von und nach China einsetzen, was sich auf die Fahrpläne auswirkt“. Röhlig Suus ergänzt, dass sich die Auswirkungen durch Vorzieheffekte vor dem Fest sowie eine langsame Normalisierung bis zu zwei Monate erstrecken können.
„In dieser Zeit werden nicht nur Fabriken heruntergefahren, sondern auch Hafenbetriebe verlangsamt“, warnt Joanna Porath, Geschäftsführerin der Zollagentur AC Porath. Die letzten Container würden chinesische Terminals voraussichtlich um den 10. Februar verlassen. Wer danach noch auf Fracht setzt, müsse mit Ankünften „in der zweiten Märzhälfte oder Anfang April“ rechnen.
www.dachser.de, https://suus.com/en
Quelle: OEVZ


