Chipmangel wächst in der deutschen Industrie
Die Materialknappheit, insbesondere der Chipmangel, verschärft sich in der deutschen Industrie deutlich. Laut einer aktuellen Umfrage des Münchner Ifo-Instituts meldeten im Oktober 10,4 Prozent der Hersteller von elektronischen und optischen Produkten Engpässe – ein deutlicher Anstieg gegenüber 7,0 Prozent im Juli und 3,8 Prozent im April.
Der Chipmangel wird durch Beschränkungen bei Seltenerdmetallen verschärft. Da Deutschland bei diesen Rohstoffen fast vollständig von China abhängt, könnte der anhaltende Mangel die gesamte deutsche Konjunktur negativ beeinflussen.
Während nur 5,5 Prozent aller Industrieunternehmen von Versorgungsproblemen berichten (gegenüber 5,8 Prozent im Juli), liegt dies nach wie vor deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 15 Prozent. Auch im Maschinenbau stieg der Anteil der Firmen mit Lieferengpässen von 4,6 auf 6,3 Prozent.
Zum Vergleich: Der Höhepunkt der Materialengpässe wurde während der Corona-Pandemie im Dezember 2021 erreicht, als knapp 82 Prozent der Unternehmen betroffen waren.
Kurz gesagt: Der Chipmangel wächst wieder deutlich an und könnte die deutsche Industrie und Wirtschaft belasten, vor allem wegen der Abhängigkeit von strategisch wichtigen Rohstoffen aus China.

Der Chipmangel hat für den Mittelstand in Deutschland verschiedene spürbare Auswirkungen:
- Produktionsverzögerungen
Mittelständische Betriebe, die elektronische oder optische Komponenten verbauen, können ihre Produkte nicht rechtzeitig fertigstellen, weil wichtige Bauteile fehlen. Das führt zu Verzögerungen bei Lieferungen an Kunden und erschwert die Einhaltung von Terminen. - Kostensteigerungen
Weil Chips knapp sind, steigen die Preise für diese Bauteile deutlich an. Mittelständler müssen höhere Materialkosten schultern, was ihre Margen drückt oder sich in Form von Preiserhöhungen an Kunden weitergeben lassen muss – was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen kann. - Eingeschränkte Innovationskraft
Manche Unternehmen verschieben Investitionen in neue Produkte oder Technologien, weil Lieferketten unsicher sind oder benötigte Halbleiter nicht verfügbar sind. Das kann die langfristige Wettbewerbsfähigkeit schmälern. - Abhängigkeit von Lieferketten
Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen verfügen oft nicht über große Lagerbestände oder alternative Bezugsquellen. Die starke Abhängigkeit von wenigen Lieferanten – häufig aus China oder Asien – macht sie besonders verletzlich. - Wirtschaftliches Risiko
Engpässe können zu Produktionsausfällen und Umsatzverlusten führen. Das erhöhte Risiko betrifft besonders Unternehmen mit schmalen finanziellen Spielräumen, wie viele Mittelständler.
Insgesamt erhöht sich durch den Chipmangel der Druck auf mittelständische Unternehmen, ihre Beschaffungs- und Produktionsprozesse flexibler und widerstandsfähiger zu gestalten. (RED)



