COVID 19 – Neue Chancen für die Europäische Union

Die Corona-Krise könnte sich für die Europäische Union (EU) in geo-strategischer Hinsicht noch als Glücksfall im Unglück erweisen. Sie muss sich nur einig sein.

Liebe Partner*innen und Leser*innen. Nach den Shutdowns in der Weltwirtschaft wegen COVID 19 lockern die Staaten nach und nach die Einschränkungen, die sowohl das gesellschaftliche als auch das wirtschaftliche Leben lahm gelegt haben. Die Folgen der Shutdowns führten zu einem Schrumpfen der Weltwirtschaft um zwischen zwei und drei Prozent. Da liegen die Expertenmeinungen etwas auseinander und hängt wohl auch davon ab, wie die Konjunktur in den USA wieder anspringt und die Handelskonflikte zwischen China und den USA beseitigt werden können. Bei ersterem sind die Prognosen eher düster, angesichts von rund 40 Millionen arbeitslosen US-Amerikanern und einer eher unfähigen US-Administration. Auch dürfte das aggressive Expansionsverhalten der VR China das Misstrauen gegenüber der Regierung Xi Jinping für ein Welt-Wirtschaftswachstum nicht gerade förderlich sein.

Wenn zwei sich streiten…

Vor diesem Hintergrund könnte sich die Corona-Krise für die Europäische Union (EU) in geo-strategischer Hinsicht noch als Glücksfall im Unglück erweisen. Denn wie heißt es so schön: „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“. Die einzige Großmacht USA ist sehr mit sich selbst beschäftigt und durch einen irrlichternden Präsidenten erheblich in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Gleichzeitig nehmen die Spannungen mit der VR China zu. Andererseits ist auch die VR China mit sich selbst, den Handelskonflikten mit den USA und mit ihrer Expansionsstrategie befasst, die auf zunehmenden Widerstand stößt. Die Regierung Xi Jinping und China müssen immer mehr Energie und Geld für ihre Geo-Strategie aufwenden. Wie lange das die VR China durchhält, ist angesichts ihrer Abhängigkeit von den Rohstoffen der Welt und den Technologien aus den USA und Europa fraglich.

Vakuum ist gut für die Europäische Union (EU) und gefährlich zugleich. Dieses entstehende politische Vakuum könnte Europa im allgemeinen und die Europäische Union im besonderen füllen und sollte es auch tun. Denn politische Vakuen haben sich noch nie in der Politikgeschichte als positiv erwiesen. Die EU muss sich nur einig sein. Ihr Angebot an die Welt wäre dabei nicht alleine wirtschaftlicher Natur mit einem fairen Handel, sondern auch politischer. Denn Europa hat der Welt mit seinen liberalen Werten viel zu bieten: Menschenwürde, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Diese Kombination können die USA mit ihrem narzisstischen Präsidenten nicht mehr und konnte die kommunistische Diktatur der VR China noch nie bieten. Geld regiert eben doch nicht alleine die Welt, auch wenn das Präsident Donald Trump und die Ideologen des Konservatismus sowie Xi Jinping mit der Kommunistischen Partei Chinas der Welt gerne vorgaukeln.

Chancen nutzen

Die Europäische Union (EU) sollte die ihr sich bietenden Chancen jetzt nutzen und die geo-politischen Vakuen füllen. Der Macron-Merkel-Plan und die Unterstützung desselben durch die EU-Kommission ist sicherlich ein wichtiger und richtiger Schritt in diese Richtung. Er ermöglicht es, Europa zusammen zu halten und gerade die besonders betroffenen Länder wie Italien, Spanien und Frankreich solidarisch zu stützen und die Menschen zu schützen. Und er macht Europa so stark, um an weltpolitischem Gewicht zu gewinnen.

Think global. Es bleibt zu hoffen, dass die Ideologen des Konservatismus, besser als Thatcheristen und EU-Gegner bekannt, dies nicht verhindern durch ihre Blockadehaltung. Dazu zählen u.a. die Regierungschefs aus Dänemark, Holland, Österreich, Ungarn, Polen und Schweden. Sie sind es, welche aus ideologischen Gründen eine weitere Integration Europas zum Schaden der europäischen Bürger verhindern können und auch wollen. Ihr ideologisches Rüstzeug beziehen Sie dabei aus den illiberalen, marktradikalen Theorien des Nationalökonomen Friedrich August von Hayek. Hayek war bekanntlich Berater von M. Thatcher, welche schon damals den Brexit einleitete. Europa braucht die Welt (-wirtschaft) und die Welt (-wirtschaft) braucht ein einiges Europa. Dessen sollte sich die Mehrheit der europäischen Bürger stets bewusst sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Gesundheit.

HaJo Schlobach
Gründer HJS MEDIA WORLD
Hrsg. BUSINESS+LOGISTIC, blogistic.net
hjs(at)journalismus.at

 


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Quelle: BLOGISTIC.NET

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