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Die neuen digitalen Services am POS

1. Februar 2018 21:04

Beitrag bequem vorlesen lassen:

Wer als stationärer Händler langfristig überleben will, muss vor allem eins: Kunden ein gutes Einkaufserlebnis bieten. Am Point of Sale setzen sich mehr und mehr digitale Services durch, die genau das versprechen.

„Die Funktion eines Ladengeschäfts hat sich durch die Digitalisierung komplett verändert.“ Mit dieser Erkenntnis versucht nicht nur der Schweizer E-Commerce-Berater Thomas Lang von Carpathia Consulting den stationären Handel wachzurütteln. Denn die Zeiten, in denen der klassische Einzelhandel sämtliche Stufen der Customer-Journey kontrollierte und alleine über Markt, Sortimente, Preise und Verfügbarkeiten Bescheid wusste, sind seit rund 15 Jahren vorbei. „Durch die Digitalisierung kam die Informations-Demokratisierung“, sagt Lang. Und das bedeutet: Der Kunde weiß heute über Sortimente, Preise und Verfügbarkeiten oft besser Bescheid als die Händler selbst.

Statt sich weiter auf diese Aufgaben zu konzentrieren und Ladenformate und Konzepte darauf abzustimmen, sollten sich Einzelhändler auf der Fläche auf ihre verbliebenen primären Stärken besinnen, rät der Schweizer Berater. Und die hießen Produktinszenierung und Einkaufserlebnis. „Dies bedingt jedoch konsequent andere Flächenkonzepte und einen radikalen Kulturwandel“, fordert Lang. Andernfalls würden auch die letzten verbleibenden Stärken zur Makulatur.

Auch der renommierte US-Marktforscher Forrester Research stützt Langs These. Die Customer Experience stehe mehr denn je im Vordergrund, betont die Research-Chefin Sucharita Mulpuru-Kodali. Digitale und physikalische Touchpoints müssten daher übergangslos zusammenarbeiten. Und jeder Touchpoint müsse das optimieren, was er für sich am besten kann.

Alibaba fährt in Sachen Shop-Tech schwere Geschützte auf.
Wie man sich in China die Zukunft des Shoppings vorstellt, zeigte am 11. November 2017 der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba. Am „Singles’ Day“, dem chinesischen Äquivalent zu Black Friday und Cyber Monday in der westlichen Welt, fuhr Unternehmensgründer Jack Ma in Sachen Shop-Tech schwere Geschütze auf. „New Retail“ heißt Mas Konzept, das die Grenzen zwischen Online- und Offline-Welt weitgehend verschwinden lassen soll, um so die Bedürfnisse eines jeden Kunden bestmöglich zu erfüllen.

Der chinesische E-Commerce-Händler Alibaba erprobte am „Singles Day“ unter anderem die Einsatzmöglichkeiten von VR am PoS. So konnten chinesische Verbraucher in über 100.000 physischen Pop-Up-Stores neue Produkte ausprobieren, über QR-Codes an den Artikeln weiterführende Informationen abrufen oder das Produkt virtuell auf dem Smartphone-Bildschirm anprobieren und es dann mit Rabatt über ihr allgegenwärtiges Smartphone online kaufen. Bezahlt wurde nicht an stationären Kassen, sondern mobil mittels Gesichtserkennung. An 60 Locations bot Alibaba VR-Brillen an, über die die Kunden in virtuelle Einkaufswelten eintauchen konnten. Location-basierte Angebote luden Schnäppchenjäger ein, sich – ähnlich wie mit der Pokémon-App – an zentralen Plätzen zu sammeln und in einem AR-Umfeld Gutscheine und Rabatte einzukassieren. Fast schon altmodisch wirkte da eine Modenschau, die online live gestreamt wurde und die präsentierte Mode auch gleich online bestellen ließ. Was sich allesamt anhört wie Spielereien für eine kindische Käuferschicht, hat für Alibaba vor allem einen Zweck: Das Unternehmen sammelt an allen Touchpoints Daten zu Kundenvorlieben und Interessen – und kann diese Daten für sich selbst und Werbungtreibende gewinnbringend nutzen. Der Handel zeigt sich in Sachen Digitalisierung am Point of Sale (PoS) derzeit extrem experimentierfreudig. Wir haben einige Inspirationen zusammengestellt.

(Quelle: Alibaba)

Quelle: Internet-World

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