E-Lkw statt Verbrenner: „Initiative Grüner Brenner“
Mit der jüngst gegründeten „Initiative Grüner Brenner“ fördern MAN Truck & Bus und die Dettendorfer Energy GmbH gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Energie und Infrastruktur den Einsatz von batterieelektrischen Lkw auf der Brennerroute. Jeder eTruck spart gegenüber einem Lkw mit Dieselmotor im Schnitt rund 95 Tonnen CO₂ pro Jahr ein – bei einer jährlichen Fahrleistung von 110.000 Kilometern.
„Der Brenner ist ein Stresstest für den europäischen Güterverkehr – und zugleich ein konkreter Beleg dafür, dass Elektromobilität im Schwerlastverkehr schon heute einen wesentlichen Beitrag zur Minderung des Verkehrsproblems leisten kann. Bis zur Fertigstellung des Brennerbasistunnels können E-Trucks einen wichtigen Beitrag zur Entlastung leisten“, plädiert Dr. Frederik Zohm, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei MAN Truck & Bus, für den verstärkten Einsatz der E-Fahrzeuge.
Vor diesem Hintergrund will die „Initiative Grüner Brenner“ den Brennerkorridor als Modellregion für emissionsfreie Logistik entwickeln – ganz ausdrücklich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zur Schiene – wie in einer Aussendung betont. Bis zur Fertigstellung des Tunnels als schnelle Transportalternative, danach etwa für Verkehre, die sich nicht vermeiden oder verlagern lassen.
Die Initiative versteht sich als Teil eines integrierten Verkehrssystems. Schwerpunkt ist der Straßengüterverkehr, der bei weiter steigendem Transportaufkommen auch künftig notwendig bleibt. Voraussetzung für die Skalierung ist insbesondere der Ausbau von Ladeinfrastruktur und Netzkapazitäten entlang des europäischen Transitkorridors. Die Initiative knüpft dabei an erste Praxiserfahrungen an.
„Für Logistikunternehmen zählt am Ende die Praxistauglichkeit. Genau hier setzt die Initiative an: Wir zeigen, dass emissionsfreie Transporte im alpinen Raum nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv sind“, erklärt Georg Dettendorfer, Geschäftsführer der Dettendorfer Spedition Ferntrans GmbH & Co KG, einem mittelständischen oberbayerischen Logistikdienstleister mit rund 240 Zugmaschinen, sowie der Dettendorfer Energy GmbH, einem Zusammenschluss des regionalen Energieversorgers Energie Südbayern und der Spedition Dettendorfer.
Neben Klima und Anwohnern kommt der Einsatz von E-Lkw auf dem Brenner auch Spediteuren in Form von Kosteneinsparungen zugute: So liegen die Energiekosten beim E-Lkw angesichts der aktuellen Dieselpreise rund 40 Prozent niedriger. Ein weiterer Effizienzvorteil ergibt sich aus der Rekuperation im alpinen Gelände: Auf der Brennerstrecke kann der eTruck durch Energierückgewinnung beim Bergabfahren einen erheblichen Teil der eingesetzten Energie – bis zu rund 40 Prozent – zurückgewinnen.
Bei den Mautkosten ergibt sich ein weiterer Kostenvorteil von rund 80 Prozent. Insgesamt liegen die Gesamtbetriebskosten (TCO) über drei Jahre bei dem Einsatz eines eTrucks rund 20 Prozent unter denen eines entsprechenden Diesel-Trucks. Zudem stärkt der Einsatz batterieelektrischer Lkw die lokale Wertschöpfung, da Energie zunehmend regional erzeugt und genutzt wird.
Quelle: OEVZ



