Erste Fernverkehre mit E-Trucks bei Müller Transporte
Bereits im Jahr 2022 hat Müller Transporte im Rahmen eines Pilotprojektes erstmals E-Lkw-Zugmaschinen auf Kurzstrecken und im innerstädtischen Pendelverkehr in Wien eingesetzt.
Jetzt folgt mit der Anschaffung von E-Trucks der neuesten Generation ein umfassender Praxistest auf Mittel- und Langstrecken. Das Projekt wird vom Mobilitätsministerium im Rahmen des E-Mobilitätsprogramms „eMOVE Austria“ mit 380.000 EUR unterstützt. Gefördert wurden die beiden E-Lkw und die dazugehörige Ladeinfrastruktur.
Eingesetzt werden bei Müller Transporte im Rahmen des Testprojektes vorerst je ein Mercedes eActros 600 und ein Scania R400E. Diese beiden E-Lkw-Modelle (BEV) ermöglichen Fahrten im Fernverkehr durch hohe Reichweite, industrielle Alltagstauglichkeit und im Hinblick auf Gesamtbetriebskosten über die Fahrzeug-Einsatzdauer (TCO).
Die Geschäftsführer von Müller Transporte, Fritz Müller und Christopher Müller, sind von der Bedeutung von ausführlichen Praxistests überzeugt: „Mit der Inbetriebnahme der E-Lkw und der entsprechenden unternehmensinternen Ladeinfrastruktur an unserem Logistikstandort in Wiener Neudorf sammeln wir wertvolle Erfahrungen für die gesamte heimische Transportwirtschaft.“
Die schrittweise Dekarbonisierung des Schwerverkehrs durch den Einsatz von E-Lkw sei eine der zentralen Herausforderungen auf dem Weg zu einer multimodalen, klimafreundlichen Transportwirtschaft. Im Rahmen des E-Mobilitätsprogramms ‚eMOVE Austria‘ unterstütze man Vorzeigeprojekte wie jenes bei Müller Transporte, sagte Bundesminister Peter Hanke im Rahmen des Betriebsbesuchs in Wiener Neudorf.
„Mautbefreiungen und öffentliche Förderungen, wie jene des Mobilitätsministeriums, sind ein wichtiger Beitrag, um die Elektromobilität auch im Schwerverkehr wirtschaftlich nutzbar zu machen. Wichtig ist nun, dass die Hersteller die E-Lkw rasch zu kompetitiven Preisen anbieten, um die Elektromobilität weiter voranzutreiben“, appellieren Fritz und Christopher Müller.
Als limitierender Faktor bleibe vorerst vor allem die Ladeinfrastruktur unterwegs sowie die Stromversorgung großer Unternehmensstandorte und Logistikzentren durch die Energieversorger. „Würden wir unsere gesamte Flotte elektrisch betreiben, bräuchten wir aktuell rund 200 Megawatt-Stunden (MWh) Strom pro Tag an unserem Standort in Wiener Neudorf. Das entspricht einer Stunde der gesamten Produktion des Kraftwerks Freudenau pro Tag“, stellt Fritz Müller fest.
Müller Transporte mit Hauptsitz in Wiener Neudorf zählt zu Österreichs führenden Transportunternehmen im Bereich temperaturgeführte Ladungen. An seinen sechs Firmenstandorten in Österreich und dem benachbarten Ausland beschäftigt das Unternehmen 700 Mitarbeitende. Befördert werden vorwiegend Lebensmittel, Obst und Gemüse sowie Pharmaprodukte, bei denen eine temperierte Lagerung sowie Genauigkeit und Hygiene auf dem Transportweg für Hersteller und Endverbraucher entscheidend sind.
Die Geschäftsführung des Familienunternehmens beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit technischen Innovationen und Nachhaltigkeit in der Transportwirtschaft. Neben Investitionen in moderne IT-Systeme zur Streckenoptimierung und zur Reduzierung des Treibstoffverbrauches wurde die Unternehmenszentrale in Wiener Neudorf mit einer leistungsstarken Photovoltaik-Anlage ausgestattet.
Quelle: OEVZ



