Es brummt gewaltig am Cargo Terminal Graz
Auch ohne die neue Koralmbahn läuft das Geschäft am Cargo Terminal Graz prächtig. An dem Verkehrs- und Dienstleistungszentrum im Herzen Europas ist ein Szenario eingetreten, mit dem niemand gerechnet hat. Erst im Oktober 2024 wurde mit der Anschlussbahn Nord ein zweites KV-Terminal eröffnet. Damit sollten Kapazitäten für den Güterverkehr entlang der Baltisch-Adriatischen Achse geschaffen werden.
„Wir sind jetzt schon wieder fast voll“, bestätigt CCG-Geschäftsführer Dr. Robert Brugger, im Gespräch mit der Österreichischen Verkehrszeitung. Das ließ auch Mag. (FH) Ronald Kiss, Direktor der Steiermärkischen Landesbahnen als Terminalbetreiber, bei einer VNL-Veranstaltung in Graz durchblicken.
„Im Bereich des Containerumschlags nähern wir uns bald den 400.000 TEU pro Jahr. Das ist eine Zahl, mit der wir erst nach der Eröffnung der Koralmbahn gerechnet haben. Diese enorme Nachfrage für die Umschlagsleistungen zeigt die Bedeutung, die der Standort inzwischen als Logistikhub erreicht hat“, ergänzt Ronald Kiss in einem Statement.
Im Jahr 2003 eröffnet, bietet das Cargo Terminal Graz aktuell eine Kapazität für 770.000 Hübe im Jahr und Depotflächen für 15.000 TEU. Der Umschlag erfolgt mit fünf Portalkränen. Im August 2026 wird am neuen KV-Modul die sechste Maschine installiert.
Auch das neutrale Zugsystem am Cargo Terminal Graz entwickelt sich nach einer Schwächephase von Herbst 2024 bis im heurigen Frühjahr wieder positiv. „Es sieht ganz danach aus, dass wir als CCG bald wieder bis zu 10 Rundläufe pro Woche von/nach Koper inklusive Antennen zu diversen österreichischen Terminals anbieten werden“, lautet die Prognose von Robert Brugger.
Impulsgeber dafür sind die stark wachsenden Importströme aus China für das Grazer Werk der Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG und das verstärkte Engagement der Reederei Hapag-Lloyd in der nördlichen Adria – basierend auf der Gemini Cooperation mit Maersk. Traktionär für die Koper-Züge im Auftrag des Cargo Center Graz ist der Salzburger Bahnlogistiker SETG.
Parallel dazu betreiben Tailwind Intermodal und Wenzel Logistics eigene Zugsysteme. „Es herrscht bei uns ein deutlicher Überhang zugunsten der maritimen Sendungen. Der Anteil des kontinentalen Aufkommens liegt bei 5-10 Prozent“, beleuchtet Robert Brugger den Status quo.
Trotzdem setzen alle Stakeholder am Cargo Terminal Graz große Erwartungen in die neue Koralmbahn. Man ist sich bewusst, dass der Hafen Koper das für die nächsten Jahre prognostizierte Mengenplus bei den Seefrachten nicht alleine bewältigen kann. Deshalb müssen rasch leistungsfähige Alternativen her.
Eine davon eröffnet sich über den Hafen Triest. In Kroatien wurde Ende Oktober das Containerterminal Rijeka Gateway feierlich eröffnet. Auch dorthin richten sich die Blicke der Verantwortlichen für die KV-Drehscheibe im Süden der steirischen Landeshauptstadt.
Quelle: OEVZ



