EU verhängt 200 Millionen Euro Strafe gegen Temu
Die EU-Kommission hat gegen den chinesischen Onlinemarktplatz Temu eine Strafe von 200 Millionen Euro verhängt. Grund sind schwere Verstöße gegen das Gesetz über digitale Dienste (DSA), insbesondere wegen unzureichender Risikobewertung und dem Verkauf illegaler Produkte.
Temu habe die Risiken für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht angemessen bewertet, so die EU. Testkäufe zeigten, dass viele Produkte Sicherheitsstandards nicht erfüllten, etwa Ladegeräte und Babyspielzeuge mit Chemikalienüberschreitungen und Erstickungsgefahr.
Temu kritisierte die Strafe als unverhältnismäßig und verwies darauf, dass die Entscheidung auf veralteten Risikobewertungen von 2024 basiere. Die EU-Kommission fordert, dass Temu die Probleme behebt, andernfalls drohen tägliche Strafzahlungen. Außerdem wird geprüft, ob Temu den Zugang von Forschern zu Daten eingeschränkt hat und ob weitere Maßnahmen gegen den Verkauf illegaler Produkte nötig sind. Auch andere chinesische Plattformen wie AliExpress und Shein stehen im Fokus.
Das DSA, seit Februar 2024 in Kraft, verschärft die Pflichten großer Onlineplattformen, um Nutzer besser zu schützen, illegale Inhalte schneller zu entfernen und Transparenz zu erhöhen. Strafen können bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes betragen. Temus Strafe ist mit Blick auf einen prognostizierten Jahresumsatz von 53 Milliarden Euro im Jahr 2025 vergleichsweise gering. Zuvor wurde bereits die Plattform X von Elon Musk wegen Transparenzmängeln mit 120 Millionen Euro sanktioniert.
Zudem reagiert die EU auf die steigende Paketflut aus dem Ausland, vor allem aus China: Ab Juli 2026 wird für Pakete mit Warenwert bis 150 Euro eine Abgabe von drei Euro fällig, um Billigimporte einzudämmen. Ab November ist eine weitere Bearbeitungsgebühr für Internetbestellungen geplant, deren Höhe noch festgelegt wird.



