Gamechanger auf der Schiene: 20 Jahre WoodTainer
In Gratkorn wurde am 24. Oktober das 20-jährige Jubiläum einer Innovation für den Schienengüterverkehr gefeiert. Der von Innofreight in Zusammenarbeit mit Papierholz Austria und der ÖBB Rail Cargo Group (RCG) entwickelte WoodTainer XXL steht seit 2005 im Dienst.
Der ÖBB-Güterverkehr bewegt damit über 900 Hackgut-Ganzzüge im Jahr zur Papierfabrik Sappi Gratkorn. In 20 Jahren waren es rund 18.000 Züge mit einer Vemeidung von 420.000 Tonnen CO2 im Vergleich zum Straßengüterverkehr.
Andreas Kogler, Geschäftsführer von Papierholz Austria, nahm die Feier zum Anlass für kritische Worte über das System Schiene. Die Bahnlogistik sei in den letzten Jahren extrem teuer geworden. „Früher konnten wir bei Distanzen ab 150 Kilometer auf das Angebot der Güterbahnen zurückgreifen. Heute liegt die Grenze bei rund 300 Kilometern“, räumte er gegenüber der Österreichischen Verkehrszeitung ein. Zeitweise fühle man sich von den Carriern wie ein drittklassiger Kunde behandelt.
Papierholz Austria organisiert für die vier Gesellschafter Sappi, Mondi Frantschach, Norske Skog Bruck, und Heinzel Pöls die Beschaffung von und 6,5 Mio. Tonnen Rundholz, Hackgut und Biomasse im Jahr. Etwa 30 Prozent des Aufkommens entfallen auf die Schiene – davon 15.000 Einzelwagen mit Holz. Mit einer optimierten Bahnlogistik könnte der Schienenanteil auf 50 Prozent steigen, schätzt Andreas Kogler.
Vor diesem Hintergrund arbeitet Innofreight am Aufbau von Biomasse-Transporten per Bahn in Zentral- und Osteuropa. Dabei spiele der gemeinsam mit der Mediterranean Shipping Group (MSC) gefertigte 80ft InnoWaggon eine zentrale Rolle, berichtet Geschäftsführer Peter Wanek-Pusset. Im Jahr 2025 gelangen 200 Einheiten zur Auslieferung, gefolgt von 700 Stück in 2026 und 1.000 Wagen im Jahr 2027.
In Peggau erfolgt am 21. November der Spatenstich für ein Containerterminal mit einer Kapazität für bis zu 20 Ganzzüge in der Woche. „Rund 90 Prozent davon sollen kontinentale Verkehre sein“, sagt Geschäftsführer Peter Wanek-Pusset. Das Projekt wird von Innofreight gemeinsam mit Alpacem und Intercal realisiert. Bei Sappi Gratkorn nutzt der Bahnlogistiker seit dem Frühjahr den ersten Drehentladestapler mit E-Antrieb.
www.innofreight.com, www.papierholz-austria.at
Quelle: OEVZ



