Hafen Hamburg: USA sind weiterhin ein Schlüsselmarkt
Die USA bleiben für den Hamburger Hafen ein unverzichtbarer Partner mit einer hohen Kaufkraft. Darüber bestand Einigkeit unter den Teilnehmern des Webinars „Zukunft Transatlantik: Neue Dynamiken im Handel mit den Amerikas“ von Hafen Hamburg Marketing. Das, obwohl die Entwicklung der maritimen Güterströme im ersten Halbjahr 2025 mit minus 19,3 Prozent auf 275.00 TEU stark rückläufig war.
Aus Sicht von Transworld Shipping in Hamburg setzten die Linienreedereien verstärkt auf die Häfen an der US-Ostküste. Man rechnet zukünftig mit mehr Diensten nach Halifax und Montreal, weil speziell Kanada stark an Bedeutung gewinnt. Auch die Zahl der Anfragen von/nach Brasilien und Mexiko steigt.
Chancen im Nordamerika-Handel sehen die Experten durch den verstärkten Einsatz der Digitalisierung in den Seehäfen. Jedoch könnten viele politisch motivierte Entscheidungen die Prozesse nachteilig beeinflussen. Da bleibe der verladenden Wirtschaft und der Logistikbranche keine Wahl, als schnell zu improvisieren. Grundsätzlich seien die Kunden sehr preisbewusst geworden, meinten die Diskussionsteilnehmer.
Gewinner der aktuellen Entwicklungen werden Reedereien mit einer großen Flotte sein, die auf geänderte Handelsströme rasch reagieren können. Auch auf die USA fokussierte NVOs befinden sich in einer günstigen Situation. Hingegen könnten Reeder mit Schiffsneubauten aus China zukünftig Probleme bekommen. Resilienz in allen Teilen der Lieferketten bleibe das Gebot der Stunde.
Als neue Gatekeeper unter den Häfen werden New York und Houston stärker angefragt als früher. In den mexikanischen Seehäfen sehen die Hamburger Logistiker noch keine nachhaltige Alternative zu den US-Ports, die maximal von Schiffen mit 12.000 TEU Kapazität angelaufen werden. Jedoch beobachtet man erste Produktionsverlagerungen in Richtung Süden.
Quelle: OEVZ



