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Ikea: „Wir wollen ein Multichannel-Retailer werden“

13. Februar 2018 13:41

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Ikea: „Wir wollen ein Multichannel-Retailer werden“

Bis vor kurzem galt Ikea eher als E-Commerce-Verhinderer. Jetzt kommt die Kehrtwende und Sie geben im digitalen Handel richtig Gas. Wie kam es zu dem Gesinnungswandel?
Christian Möhring: Für uns ist in erster Linie wichtig, was der Kunde uns sagt. Und tatsächlich sind wir schon seit einigen Jahren strategisch in Richtung Multichannel Retailing unterwegs. Als klassisches Retail-Unternehmen gab es auf diesem Weg natürlich die ein oder andere Herausforderung.

Wo auf einer Skala zwischen 0 und 10 zum perfekten Multichannel-Retailer sehen Sie sich da gerade?
Möhring: Das ist schwer einzuschätzen, weil bei einer Vision wie dieser auch kein wirkliches Ende in Sicht ist. Strategisch stehen alle Ampeln auf grün und wir befinden uns mitten in einer für Ikea sehr wichtigen Transformation. Unser Einkaufserlebnis und auch die Marke verändern sich und wir probieren gerade sehr viel Neues aus. Besonders  bei der digitalen Entwicklung sind wir sehr agil unterwegs und beschäftigen uns intensiv mit innovativen Technologien. Das ist uns sehr wichtig. Was morgen ist und im digitalen Geschäft passiert – das ist teilweise auch für uns eine Überraschung.

Was sind digitale Innovationen, auf die Sie stolz sind?
Möhring: Wir sind einer der ersten Retailer in Deutschland, die in-store sehr früh mit dem Thema VR viel Erfahrung gesammelt haben. Wir haben nicht einfach nur eine VR-Anwendung mit Event-Charakter entwickelt, sondern eine Lösung konzipiert, die 365 Tage im Store im Einsatz sein kann. Es ist für uns extrem spannend, zu sehen, wie eine sehr breite Gruppe an Menschen, die unsere Einrichtungshäuser besuchen, zum ersten Mal mit VR-Technologie in Berührung kommen. So bekommen wir ein Gefühl dafür, welche Möglichkeiten VR für Ikea bietet. Sehr explorativ mit neuen Technologien umzugehen, ist ein Schwerpunkt für uns: Wir möchten Digital als Enabler für unsere Marke nutzen.

Was sind denn Ihre Erkenntnisse aus den ersten VR-Tests?
Möhring: Die wichtigste Erkenntnis ist: Es funktioniert. Die Menschen nutzen intuitiv unsere VR-Anwendung und sie wollen mehr Möglichkeiten. Eine weitere Erkenntnis betrifft die Umsetzung: Es stellen sich neben der digitalen Entwicklung auch sehr viele Detailfragen zur Installation einer VR-Anwendung im Store. Sie müssen darauf achten, dass die Hardware für den Einsatz im Store geeignet ist oder besser sie dafür vorbereiten. Und dann gibt es Sicherheitsaspekte: Entwickeln Sie eine VR-Experience für jemanden, der sitzt oder der steht? Da gibt es tatsächlich unterschiedliche Faktoren in der Konfiguration zu berücksichtigen, die für uns auch gänzlich neu waren und für viele andere Retailer und Marken ebenfalls gänzlich neu sind. Es war eine sehr spannende Erfahrung, explorativ an so ein Projekt ranzugehen und zu sehen, wie unsere Interior-Designer auf einmal virtuelle Räume gestalten. Das war auch über den digitalen Bereich hinaus ein sehr inspirierendes Projekt – auch im Sinne unserer Multichannel-Zukunft.

Sehen Sie VR eher als Erlebnis für den stationären Handel oder glauben Sie, dass die Menschen irgendwann tatsächlich virtuell einkaufen?
Möhring: Sowohl als aus. Wir sind dabei, die VR-Anwendung auch online im Oculus Store verfügbar zu machen. Dort kann man die Anwendung kostenlos runterladen und dann mit seinem VR-Device zuhause die gleiche Experience erleben wie im Einrichtungshaus. Natürlich behalten wir auch die neuen Möglichkeiten mit  Web-VR im Auge. Denn uns ist sehr daran gelegen, dieses Erlebnis möglichst vielen Menschen zugänglich machen. Das ist einfach Teil unserer DNA.

Aber noch kann man nicht in den VR-Anwendungen einkaufen?
Möhring: Wir können in der aktuellen VR-Anwendung, die wir im Einrichtungshaus einsetzen, Produkte auf einen Merkzettel setzen, und dieser Merkzettel kann dann von der VR-Anwendung auf die Website übertragen und dort weiter verändert oder tatsächlich gekauft werden. VR wird in Zukunft eine wichtige Rolle im Alltag der vielen Menschen spielen und ist aus diesem Grund wie gemacht für Ikea.

Quelle: Internet-World

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