Iran-Krieg belastet internationale Luft- und Seefracht
Die eskalierenden politischen Spannungen im Iran haben erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Luft- und Seefrachtlogistik. Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten schaffen in Teilen der Region ein instabileres Umfeld, warnen namhafte Speditionen.
Aufgrund dessen muss mit längeren Laufzeiten bei Transporten gerechnet werden. Von Carriern werden Kriegsrisikozuschläge eingeführt. Darüber hinaus können zusätzliche Kosten, einschließlich Bunkerzuschläge aufgrund steigender Ölpreise, anfallen. Sicherheitsrelevante Vorfälle im Persischen Golf bewirken einen Anstieg der Rohölpreise.
Empfohlen wird eine großzügige Planung der Laufzeiten bei der Disposition, sowie eine frühzeitige Buchung von Luft- und Seefrachtkapazitäten. Auch alternative Routenführungen sollten in Erwägung gezogen werden, begleitet von möglichen Kostenanpassungen.
Konkret kommt es in der Seefracht in der Straße von Hormus (Verbindung zwischen Persischem Golf und Golf von Oman) – eine der wichtigsten maritimen Routen für Energie- und Warenströme – zu erheblichen Einschränkungen. Schiffe wurden gestoppt oder umgeleitet. Mehrere Reedereien haben Transitfahrten ausgesetzt oder führen Verkehre über das Kap der Guten Hoffnung. In einzelnen Fällen wurden Fahrten vorzeitig beendet.
Derzeit sind die Lufträume von Iran, Irak, Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain gesperrt. Emirates SkyCargo und Qatar Airways haben ihre Flüge bis auf Weiteres ausgesetzt. Weitere Fluggesellschaften haben Flüge nach Abu Dhabi und Dubai vorübergehend ausgesetzt; auch Ziele wie Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran sind betroffen. Dadurch kommt es auch im Luftverkehr zu Umleitungen, Verzögerungen und temporären Kapazitätsengpässen.
Auf dem Boden kann die Schließung der Grenze zwischen der Türkei und dem Iran Auswirkungen auf den Landtransport nach Zentralasien haben. Warenströme könnten sich verstärkt auf den Mittleren Korridor verlagern (Türkei – Georgien – Aserbaidschan – Kasachstan – China). Dadurch sind dort Kapazitätsengpässe und verlängerte Transitzeiten möglich.
Weder die Dauer des Konflikts noch eine mögliche weitere Eskalation sind derzeit prognostizierbar. Die Gesamtauswirkungen auf internationale Lieferketten bleiben aktuell schwer abschätzbar. Die Speditionen und Transportdienstleister beobachten die Situation und arbeiten eng mit ihren internationalen Partnern zusammen, um die Aufrechterhaltung der Lieferketten zu gewährleisten und mögliche Auswirkungen auf Sendungen der Kunden zu minimieren.
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Quelle: OEVZ



