Job & Karriere: 20 Prozent aller Stellen werden mittels Active Sourcing besetzt

Trotz aktuell unsicherer Wirtschaftsprognosen hält der Fachkräftemangel auch 2022 an. So vermeldet die Stellenbörse Indeed, dass zu Jahresbeginn rund 50 Prozent mehr Inserate online waren als vor Ausbruch der Pandemie. In kurzer Zeit neue Mitarbeiter zu gewinnen, bleibt folglich eine zentrale Herausforderung für Unternehmen jeder Größe.

Text: PI Redaktion.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich unbeeindruckt von aktuellen wirtschaftlichen Risiken. Vielmehr wird der Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte in vielen Branchen sogar weiter zunehmen, sodass diese die Qual der Wahl haben, wo sie arbeiten wollen. Für Firmen sind neue Ansätze gefragt, um die Personalversorgung im Jahr 2022 sicherzustellen. Angesichts einer derzeit hohen Wechselbereitschaft von Beschäftigten ist effizientes Recruiting für Unternehmen von hoher Bedeutung. Laut Analysen der Staffery GmbH besetzen Arbeitgeber heute bereits rund 20 Prozent der Stellen mittels Active Sourcing*: Bei dieser Methode der Personalgewinnung machen sich Firmen aktiv auf die Suche nach geeigneten Kandidaten. Der HR-Technologieanbieter stellt fünf Ansätze vor, wie das gelingt.

„Für erfolgreiches Recruiting werden Active Sourcing Ansätze immer wichtiger. So erreichen Unternehmen interessante Kandidaten auf unterschiedlichen Kanälen und bauen Kandidaten-Pools auf. Jede fünfte Stelle wird heute auf diesem Wege besetzt – in manchen Bereichen sind es sogar bis zu 50 Prozent der Vakanzen“ sagt Sven Konzack, Gründer des HR-Start-ups Staffery, das im Rahmen der Erhebung 105 Datensätze ausgewertet hat.

Laut Gallup Engagement Index 2022 sind 14 Prozent der Deutschen derzeit aktiv auf der Suche nach einer neuen Tätigkeit – das ist der höchste Wert, der jemals im Rahmen der Untersuchung gemessen wurde. Einer Forsa-Studie im Auftrag von XING von Anfang 2022 zufolge sind sogar 37 Prozent der Befragten offen für einen neuen Job oder haben in puncto Suche bereits konkrete Schritte in die Wege geleitet. Die hohe Wechselbereitschaft erhöht den Druck auf Firmen, schnell neues Personal gewinnen zu müssen. Daher empfiehlt es sich, ergänzend zur Personalsuche mittels Stellenausschreibungen, aktiv nach potenziellen Kandidaten zu suchen. Das HR-Start-up emp-fiehlt dafür die folgenden Ansätze:

  • Aktivierung bestehender Kontakte: Karriere-Events und Personalmessen sind wichtige Active-Sourcing-Plattformen. Doch zum Kandidaten-Pool des Unternehmens gehören auch Kandidaten, die sich in der Vergangenheit auf eine ausgeschriebene Stelle beworben und einer Speicherung ihrer Daten zugestimmt haben. Es kann sich lohnen, sie erneut zu adressieren.
  • Netzwerk der Mitarbeitenden: Die bereits im Unternehmen Beschäftigten verfügen häufig über ein umfassendes Netzwerk an interessanten Kontakten, die zu adressieren sich lohnt. Initiativen zur Aktivierung dieser potenziellen Kandidaten können etwa mittels spezieller
    Referenz-Programme realisiert werden.
  • Soziale Netzwerke: Sowohl Personaler als auch Ansprechpartner in der Fachabteilung können Fachkräfte mittels Social Media adressieren. Sinnvoll ist es, potenzielle Kandidaten nach den entsprechenden Kriterien zu identifizieren und direkt anzuschreiben.
  • Kandidaten-Datenbanken: Wechselinteressierte stellen ihren CV häufig auf Jobportalen ein, um auf ihr Profil aufmerksam zu machen. Unternehmen können Lebensläufe auf Plattformen und CV-Datenbanken scannen, um passende Profile zu identifizieren. Daraufhin sprechen sie die Kandidaten direkt an.
  • Recruiting-Technologie: Active Sourcing kann aufwändig und teuer werden. Doch der Einsatz von Technologien vereinfacht die Prozesse – und spart Budgets. Geeignete Softwarelösungen erleichtern einen kontinuierlichen Überblick über Aus-schreibungen, Bewerbungen und Stellenbesetzungen erheblich.

* Quelle: Auswertung von Staffery unter 105 Recruitern (n=105) in Q1/2022  (RED)

 

Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2022

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