Kombiverkehr: 2025 brachte deutlichen Nachfragerückgang
Klimafreundlicher Schienengüterverkehr in der Krise: Warum der Kombinierte Verkehr in Deutschland jetzt Unterstützung braucht.
Der Kombinierte Verkehr (KV) ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltige und effiziente Logistik in Deutschland. Er verbindet Straße und Schiene und ermöglicht so den umweltfreundlichen Transport von Gütern über weite Strecken. Doch trotz der großen Bedeutung für Klimaschutz und Verkehrsentlastung steht der KV aktuell vor erheblichen Herausforderungen – wie die jüngsten Zahlen der Kombiverkehr KG für das Geschäftsjahr 2025 eindrucksvoll zeigen.
Rückgang bei Transportmengen und Umsätzen
Im Jahr 2025 sanken die Transportmengen der Kombiverkehr KG um 13,5 Prozent auf rund 666.000 Lkw-Sendungen. Auch der Umsatz ging um über 36 Millionen Euro zurück. Besonders betroffen sind die internationalen Verkehre, etwa nach Südeuropa und Nordeuropa, wo die Sendungszahlen deutlich zurückgingen. Diese Entwicklung ist vor allem auf eine Kombination aus wirtschaftlicher Zurückhaltung, schwacher Industrienachfrage und infrastrukturellen Problemen zurückzuführen.
Baustellen und unzureichende Verkehrspolitik als Bremsklotz
Ein wesentlicher Grund für die Belastungen im KV sind umfangreiche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen im Schienennetz, die zu Umleitungen und längeren Laufzeiten führen. Diese beeinträchtigen die Zuverlässigkeit der Transporte und erhöhen die Kosten erheblich. Gleichzeitig sorgt eine unzureichend koordinierte Verkehrspolitik für Unsicherheiten und erschwert langfristige Planungen. Die reduzierte Trassenpreisförderung schwächt zudem die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber dem Straßengüterverkehr, der von günstigeren Dieselpreisen profitierte.
Klimaschutz durch Schienengüterverkehr
Trotz dieser Widrigkeiten leistet der Kombinierte Verkehr einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Im Jahr 2025 konnten durch die mehr als 2.600 täglichen Fahrten auf der Schiene rund 1 Million Tonnen Treibhausgase vermieden werden. Das zeigt, wie wichtig es ist, den Schienengüterverkehr als klimafreundliche Alternative zum Lkw-Verkehr zu stärken.

Forderungen an die Politik
Die Geschäftsführung der Kombiverkehr KG appelliert daher eindringlich an die Politik, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Ein konstruktiver Dialog mit der Bundesregierung sowie konkrete Entlastungsmaßnahmen sind notwendig, um den klimafreundlichen Schienengüterverkehr langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Nur so kann der Kombinierte Verkehr seine wichtige Rolle für eine nachhaltige Mobilität und eine klimafreundliche Logistik in Deutschland erfüllen.
Fazit: Der Kombinierte Verkehr steht an einem Scheideweg. Trotz erfolgreicher Unternehmensentwicklung und Digitalisierung sind die Herausforderungen groß. Um den Schienengüterverkehr als umweltfreundliche Alternative zu stärken, braucht es jetzt entschlossene politische Unterstützung und eine bessere Koordination der Verkehrsinfrastruktur. Nur so kann Deutschland seine Klimaziele erreichen und gleichzeitig eine leistungsfähige Logistik sicherstellen. (RED)



