Landstromprojekt der Superlative im Hafen Rotterdam
ABB, ein weltweit führendes Technologieunternehmen im Bereich Elektrifizierung und Automatisierung, hat vor Kurzem Verträge mit Rotterdam Shore Power (RSP) unterzeichnet.
Die Vereinbarung mit dem Joint Venture zwischen dem Hafen Rotterdam und Eneco, einem internationalen Energieunternehmen mit Hauptsitz in den Niederlanden, umfasst die Planung und den Bau von Landstromsystemen mit mehreren Anlagen für den Hafen. Mit einer Kapazität von insgesamt über 100 Megavoltampere (MVA) werden die Landstromsysteme voraussichtlich die bislang größten der Welt sein.
Die Anlagen sollen dazu beitragen, die Emissionen im Hafen Rotterdam zu reduzieren und die FuelEU-Maritime-Verordnung einzuhalten. Diese schreibt vor, dass alle Container- und Passagierschiffe mit einer Bruttoraumzahl von über 5.000 ab dem 1. Jänner 2030 in EU-Häfen Landstrom oder eine gleichwertige emissionsfreie Technologie nutzen müssen.
Die maßgeschneiderten Lösungen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2028 in Betrieb gehen und drei Hochsee-Containerterminals im größten Hafen Europas mit Strom versorgen. Die Landstromsysteme von ABB speisen 35 Anschlusspunkte bei APM Terminals Maasvlakte II (APMT), Hutchison Ports ECT Delta und Hutchison Ports ECT Euromax. Während der Be- und Entladevorgänge können dort bis zu 32 Containerschiffe gleichzeitig angeschlossen werden.
Die Vereinbarung umfasst zudem einen mehrjährigen Servicevertrag für jedes Terminal. Neben der Planung, Lieferung und Montage der Landstromsysteme wird ABB auch für die Inbetriebnahme und Prüfung vor Ort verantwortlich sein. Vorgefertigte Lösungen reduzieren die Installationszeit und halten Betriebsunterbrechungen auf ein Minimum. Gleichzeitig ist die Infrastruktur skalierbar, um zukünftigen Wachstumsanforderungen und der Integration erneuerbarer Energiequellen gerecht zu werden.
Die Landstromanschlüsse von ABB ermöglichen es Schiffen, ihre Motoren während des Aufenthaltes am Liegeplatz abzuschalten. Laut Berechnungen von Rotterdam Shore Power können die Schiffe, wenn sie für zumindest 90 Prozent ihrer Liegezeit an den Containerterminals Landstrom nutzen, ab 2030 ihre jährlichen Kohlendioxidemissionen um schätzungsweise 96.000 Tonnen reduzieren. Dadurch sinkt auch die Lärmbelastung, während die Luftqualität im Hafengebiet steigt.
www.abb.com, www.rotterdamshorepower.com
Quelle: OEVZ



