Lockdown für alle in Oberösterreich & Salzburg: Handelsverband fordert rasche, faire Entschädigung aller betroffenen Unternehmen

Die Landeshauptmänner von Oberösterreich und Salzburg haben heute einen harten Lockdown für alle Menschen in ihren Bundesländern verkündet. Wie lange die angekündigte Schließung aller nicht-lebensnotwendigen Bereiche und damit auch des gesamten Non-Food Handels dauern wird, ist ebenso unklar wie das genaue Inkrafttreten der Maßnahme. Der mittlerweile vierte Lockdown im Westen kommt für die angeschlagenen Betriebe erneut zur Unzeit, er fällt voll in die Sondereinkaufstage (Black Friday, Cyber Monday) und in das angelaufene Weihnachtsgeschäft.

Harter Lockdown kostet OÖ Handel 140 Mio. € und Salzburg 75 Mio. € wöchentlich

Rainer Will Handelsverband

„Die Gesundheit der Bevölkerung steht für uns an erster Stelle, aber für unsere Oberösterreichischen und Salzburger Händler ist der vierte harte Lockdown das absolute Worst Case Szenario. Der Dezember ist der mit Abstand umsatzstärkste, wichtigste Monat des Geschäftsjahres. Pro Lockdown-Woche rechnen wir in den beiden Bundesländern mit einem Umsatzausfall von 215 Millionen Euro. Profitieren werden in erster Linie jene internationalen Online-Giganten ohne Betriebsstätte in Österreich, die kaum Steuern zahlen und wenig zum Gemeinwohl beitragen. Das Amazon-Förderungsprogramm setzt sich fort“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Bei echten Corona-Hotspots ansetzen. Nur 0,1% aller Infektionen auf Einkauf zurückzuführen.

Da die Corona-Infektionszahlen in beiden Bundesländern zuletzt sehr stark angestiegen sind, hat der Handel Verständnis für verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Allerdings sollte bei jenen Faktoren angesetzt werden, die nachweislich etwas am Infektionsgeschehen bewirken können. Weitere Verschärfungen im Handel zählen jedenfalls nicht dazu, denn der Handel war und ist kein Corona-Hotspot.

In Deutschland gingen beispielsweise knapp drei Viertel aller Warnungen der Gesundheitsämter, die aus dem System der Corona-App „Luca“ generiert wurden, an Besucher:innen von Bars (49,1%) und Clubs (23,2%). Das geht aus einer anonymisierten Auswertung für Oktober hervor, bei der 181.000 Warnmeldungen analysiert wurden. Kaum eine Rolle spielten hingegen der Einzelhandel (1%), Kinobetriebe (1,7%) sowie Theater, Museen und Kultureinrichtungen (zusammen 0,9%). Auch in Österreich sind laut AGES nur 0,1 Prozent aller Infektionen auf das Einkaufen zurückzuführen.

Ausfallsbonus „NEU“ & Corona-Kurzarbeit für alle betroffenen Betriebe gefordert

Jetzt braucht es im Gegenzug eine rasche finanzielle Unterstützung seitens der Politik, um die tausenden Arbeitsplätze im heimischen Non-Food-Handel mit einem Ausfallsbonus NEU langfristig abzusichern. Neben dem Ausfallsbonus NEU, der kurzfristig wirken soll, braucht es auch weiterhin das bewährte Set an Hilfen, insbesondere die Corona-Kurzarbeit, aber auch den Härtefallfonds für Einzelunternehmen sowie den Verlustersatz.

„Die Geschäfte bleiben im Lockdown geschlossen, die laufenden Kosten wie Personal und Miete galoppieren aber in voller Höhe weiter. Arbeitsplatzsicherheit muss Zug um Zug mit der Pandemiebekämpfung einhergehen. Daher fordern wir zielgerichtete Wirtschaftshilfen, die unbürokratisch beantragt und zeitnah ausbezahlt werden. Am wichtigsten ist ein Ausfallsbonus NEU für ALLE betroffenen Unternehmen, der die Umsätze aus dem Vorkrisenjahr 2019 als Berechnungsbasis heranzieht“, appelliert Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will im Namen der österreichischen Händler an den Finanzminister.

Endlich auf positive Impfanreize setzen! Wann, wenn nicht jetzt?

Der österreichische Handel hat in der Pandemiebekämpfung stets als Partner der Bundesregierung agiert und beispielsweise die Bevölkerung mit Masken erstausgestattet sowie die Umstellung auf die FFP2-Masken begleitet. Überdies hat das betriebliche Impfen dazu beigetragen, die Krisenfestigkeit zu erhöhen. Laufend werden durch den Handelsverband und seine Mitglieder Initiativen gestartet, etwa niedrigschwellige Impfangebote, die bundesweite Impf-Kampagne „WIR HANDELN gemeinsam. WIR IMPFEN gemeinsam“ sowie die Forderung nach Impf-Lotterien und Gutscheinen, um die Gesundheitssituation zu stärken und die Durchimpfungsrate zu steigern. Letztere müssen jetzt endlich bundesweit umgesetzt werden, um nicht in vier Monaten in den nächsten Lockdown zu geraten.

Rückfragen & Kontakt:
Handelsverband
Mag. Gerald Kuehberger, MA
Pressesprecher
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 77
gerald.kuehberger@handelsverband.at
www.handelsverband.at

Julia Gerber, MA
Communications Managerin
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 80
julia.gerber@handelsverband.at
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Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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