Lockdown-Umfrage: Jeder fünfte Händler kann Weihnachtsgeld nicht zeitgerecht überweisen, Hälfte hat Existenzängste

25% der KMU-Händler können eingehende Rechnungen nicht mehr vollständig bedienen, 50% verzichten auf Unternehmerlohn. Dramatische Entwicklung bei EPU & Kleinunternehmen.

Seit knapp 2 Wochen befindet sich Österreich erneut in einem harten Lockdown. Wie es den heimischen Händlern – vom KMU bis zum filialisierten Konzern – derzeit geht, hat der Handelsverband in einer aktuellen Blitzumfrage analysiert. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Bereits ein Viertel der stationären Händler kann eingehende Rechnungen nicht mehr vollständig bedienen, jeder fünfte keine doppelten Gehälter (Weihnachtsgeld) mehr auszahlen, jeder zweite geht als Unternehmer selbst leer aus (kein Unternehmerlohn) und leidet unter Existenzängsten.

Rasche Auszahlung des Umsatzersatzes hat oberste Priorität.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen sehr deutlich, wie dringend unsere stationären Händler die Wiedereröffnung nach dem zweiten Lockdown brauchen. Jeder weitere Tag, an dem die Branche im Weihnachtsgeschäft geschlossen bleibt, verstärkt das Händlersterben. Bereits 20 Prozent aller Betriebe können die Weihnachtsgelder nicht mehr zeitgerecht überweisen, der Hut brennt. Die rasche Auszahlung des Umsatzersatzes hat jetzt oberste Priorität, um das Feuer zu löschen“, appelliert Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will an die politischen Entscheidungsträger.

Eine deutliche Mehrheit von 65% der befragten Händler ist allerdings nicht zufrieden mit den versprochenen staatlichen Hilfen (Fixkostenzuschuss II bis 800.000 Euro; Lockdown-Umsatzersatz von 20% bis 60%). Insbesondere der je nach Branche unterschiedlich gestaffelte Umsatzersatz wird von den Betroffenen als ungerecht empfunden. Zudem sei die Beantragung ohne Steuerberatung kaum zu schaffen – eine Herausforderung für die ohnehin schon stark betroffenen EPU und Kleinunternehmen. Hinzu kommt: Viele junge Unternehmen, die im Vorjahr noch nichts oder nur wenig erwirtschaftet haben und naturgemäß kaum Rücklagen bilden konnten, bleiben Covid-bedingt auf der Strecke.

37% Umsatzrückgang im Weihnachtsgeschäft.

Während die befragten Unternehmen im Vorjahr noch durchschnittlich 30% ihrer Jahresumsätze allein im November und Dezember erwirtschaften konnten, macht ihnen heuer die Covid-Pandemie und der harte Lockdown einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

„Viele unserer Händler haben im Corona-Jahr 2020 eigentlich das Weihnachtsgeschäft in Verbindung mit den November-Aktionstagen wie Black Friday und Cyber Monday als Rettungsanker gesehen. Der zweite Lockdown und die Schließung des Non-Food Handels sorgen nun jedoch für Umsatzrückgänge von durchschnittlich 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Will, „wir müssen jetzt handeln, und zwar jeder einzelne von uns – von schnellen, unbürokratischen Hilfen der Bundesregierung bis hin zu achtsamen Konsumenten, die durch ihren regionalen Einkauf die Wertschöpfung im Land stärken.“

www.kaufsregional.at – das digitale Kaufhaus mit 5.000 heimischen Shops.
Die Corona-Krise befeuert nicht nur die Digitalisierung, sondern auch den Trend zum nachhaltigen, regionalen Einkauf: Bereits jeder fünfte Österreicher kauft heuer vermehrt regional ein. Um das Shoppen im heimischen Handel so bequem und einfach wie möglich zu gestalten, hat der Handelsverband bereits Anfang April im ersten Lockdown ein digitales Kaufhaus gestartet, eine Plattform mit mittlerweile mehr als 5.000 österreichischen Webshops: www.kaufsregional.at

Außerdem läuft aktuell die Initiative #ÖsterreichSchenktArbeitsplätze in Kooperation mit zahlreichen österreichischen Händlern jeder Größenordnung – ein wichtiger Schulterschluss und Signal für den Konsumenten. „Dieses Jahr hat ganz Österreich vor allem eines auf dem Wunschzettel an das Christkind stehen: einen sicheren Arbeitsplatz. Daher schenkt jeder Konsument, der seine Geschenke im heimischen Handel kauft, gleich doppelt“, so Handelssprecher Rainer Will abschließend. Mehr dazu auf www.österreichschenkt.at

Über die Befragung:
Die Blitzumfrage fand von 23. bis 27. November 2020 statt. 197 Händler (51 stationäre Händler, 14 Online-Händler und 132 Omnichannel-Händler) aller Größenklassen aus dem Kreis der 4.000 Mitglieder des Handelsverbandes nahmen an der Online-Befragung zu den Auswirkungen des zweiten Lockdowns teil.

Rückfragen & Kontakt:
Handelsverband
Mag. Gerald Kuehberger, MA
Pressesprecher
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 77
gerald.kuehberger@handelsverband.at
www.handelsverband.at

Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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