LogServ sieht sich für Bahnsperren gut gerüstet
Im Februar 2026 startet die Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Passau. Im Auftrag der voestalpine Stahl GmbH haben sich die Logistik Service GmbH (LogServ) und ihre 100%ige Tochtergesellschaft Cargo Service GmbH (CargoServ) akribisch auf das bevorstehende Ereignis vorbereitet.
Denn auf dieser Arterie für den europäischen Schienengüterverkehr laufen beträchtliche Mengen im Auftrag der Linzer Stahlindustrie. Circa 3,3 Mio. Tonnen Rohstoffe und 1,4 Mio. Tonnen Stahlprodukte im Jahr werden hier von/nach Deutschland sowie den Nordseehäfen Hamburg, Antwerpen und Rotterdam transportiert.
Dieser Warenverkehr muss auch während der einjährigen Totalsperre der Bahnstrecke funktionieren. Dafür zu sorgen, wollten die Verantwortlichen von CargoServ und LogServ nicht allein den Partnern aus dem Kreis der Eisenbahnverkehrsunternehmen überlassen.
„Das erschien uns zu riskant“, sagt Geschäftsführer Markus Schinko. Wobei er damit die Bedeutung der Staatsbahnen nicht schmälern will. Akteure wie DB Cargo oder die ÖBB Rail Cargo Group seien für CargoServ und LogServ im Einzelwagenverkehr in keinster Weise ersetzbar.
Was die Überbrückung der Streckensperre auf der Bahnachse Nürnberg-Regensburg-Passau betrifft, ist LogServ vor zwei Jahren erstmals mit den Teams von DB InfraGo in Kontakt getreten. Es folgte ein vielschichtiger Diskussionsprozess mit dem Ergebnis der Umleitung eines Großteils der Bahnverkehre über Salzburg.
Auf dieser Strecke sind bis zu 3.300 Tonnen schwere Güterzüge zugelassen. Auf der Donauachse liegt die Obergrenze bei 3.600 Tonnen. Sollten Probleme auftreten, womit Markus Schinko rechnet, bestehen Konzepte für Ausweichverkehre über die Tschechische Republik, „Der Warenfluss auf der Schiene muss immer gewährleistet sein“, lautet der Anspruch.
Die Verlagerung der Bahntransporte auf den Wasserweg stand von Anfang an außer Diskussion. Markus Schinko: „Ein Binnenschiff kann im Westverkehr bestenfalls 1.500 Tonnen pro Anlieferung oder Abfahrt befördern. Bei bestenfalls 25 Umläufen im Jahr ergibt das 40.000 Tonnen.“
Man bräuchte also 100 Einheiten, um den Transportbedarf des Linzer Produktionsstandorts der voestalpine zu decken. „Dafür fehlen die Kapazitäten sowohl auf der Main-Donau-Achse als auch in den Binnenhäfen“, stellt der Geschäftsführer fest. Detail am Rande: Die LogServ disponiert für die voestalpine rund 600.000 Tonnen Güter (Outbound) im Jahr auf der Wasserstraße. Das ergibt einen Anteil am Modal Split von 12 Prozent.
www.logserv.at, www.cargoserv.at
Quelle: OEVZ



