Manege frei! Zirkus Roncalli rollt auf Schiene
Vor 50 Jahren gründete der gebürtige Lilienfelder Bernhard Paul den Zirkus Roncalli – gegen viele skeptische Stimmen. Aus seiner Vision wurde ein international bekanntes Kulturgut. Zum Jubiläum erhielt der Zirkusdirektor nun vom bayerischen Logistikunternehmen Rail Bavaria ein besonderes Geschenk: die kunstvoll gestaltete Elektrolokomotive 185 537, die künftig unter dem Namen „Zippo“ den gesamten Roncalli-Tross mit grünem Ökostrom zu den Gastspielen bringt.
Mit der neuen Lok setzt Roncalli zugleich seine außergewöhnliche Bahntradition fort. Während viele Zirkusse längst auf Lkw setzen, hält Bernhard Paul weiterhin an der Beförderung auf der Schiene fest. Damit zählt das Unternehmen weltweit zu den wenigen, die ihren kompletten Tross noch per Bahn transportieren.
Der Sonderzug kann bis zu 1.100 Meter lang sein und umfasst rund 80 historische, aufwendig restaurierte Waggons. Mit etwa 1.800 Tonnen Ladung wird darin nahezu alles transportiert, was der Zirkus Roncalli für seine Vorstellungen benötigt – von Requisiten und Kostümen über das blau-weiße Chapiteau und das „Café des Artistes“ bis zu den Unterkünften für die rund 100 Künstler:innen und Mitarbeitenden.
Auch im Kleinformat wurde Bernhard Paul zum Jubiläum überrascht. Die Modellbahnmarke Märklin überreichte ihm das erste Handmuster der „Zippo“-Lok als Modell. Bernhard Paul zeigte sich sichtlich gerührt und verglich die Auszeichnung mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.
Nach einer Ehrenrunde am Kölner Dom ist der Roncalli-Tross inzwischen zur Jubiläumstournee aufgebrochen. Nach einem Gastspiel in Ludwigsburg führt die Reise anschließend nach Österreich: In Wien, Innsbruck und Linz stehen drei große Jubiläums-Heimspiele auf dem Programm.
Quelle: OEVZ




