Maritime Logistik: Infrastruktur ist unfassbar teuer
Auf der vorwöchigen Informationsveranstaltung von Hafen Hamburg Marketing (HHM) und Container Terminal Salzburg (CTS) im Hotel Friesacher in Anif bekamen die rund 90 Teilnehmer einen Eindruck von den aktuellen Entwicklungen in der maritimen Logistik und bei den Hinterlandverkehren von/nach Österreich vermittelt.
Durch die Vorträge von Otto Hawlicek (CTS), Thomas Funk (HHLA), Karl Seitz (Cosco Shipping Line Austria), Alexander Till (HHM Wien) und Axel Mattern zog sich ein roter Faden. Es wird sowohl im Hafen Hamburg als auch an den meisten KV-Terminals im Hinterland wie wild investiert, um die maritimen Lieferketten am Laufen zu halten.
Dabei handelt es sich um Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und zur Optimierung der betrieblichen Abläufe. Möglich machen das Hightech-Umschlaggeräte und zahlreiche weitere Initiativen zur Automatisierung von Betriebsabläufen. Begleitend dazu stellen die großen Containerreedereien laufend neue Schiffe in Dienst.
Darüber und über vieles mehr wurde auf der Informationsveranstaltung in Anif ausführlich berichtet. Noch interessanter waren aber die inoffiziellen Informationen beim gemeinsamen Abendessen. Sie zeichnen das Bild von einer ziemlich komplexen Gemengelage in der Seefrachtlogistik von und nach Österreich.
Vor allem die verzwickte Situation auf den Bahnachsen in Deutschland beschäftigt die Logistikbranche mehr als den Verantwortlichen lieb ist. Auch die Pünktlichkeit der Schiffsankünfte lässt dem Vernehmen nach zu wünschen übrig. Das schlägt auf die Zugprodukte der Bahn-Operator durch. Ihre Slots in den Seehäfen sind begrenzt. Selbst wenn sie nur halb voll sind, müssen die Anbieter die Zeitfenster einhalten.
Schwer zu schaffen macht der Seefrachtlogistik in Österreich die derzeit sehr angespannte Situation bei einem Intermodal-Terminal im Süden des Landes. Da gehe phasenweise gar nichts mehr, berichteten mehrere Logistiker. Teilweise verlagern sie ihre Bahnverkehre bereits nach Wien und trucken die Container von dort in die Zielregion. Niemand ist glücklich darüber, doch die Lieferketten müssen stabil bleiben.
„Ein Schiff ist sicher, wenn es im Hafen liegt. Doch dafür werden Schiffe nicht gebaut“, zitierte Karl Seitz den Schriftsteller Paulo Coelho. Das gilt umso mehr, weil der Far East Europe Trade weiter deutlich wächst. Für den Zeitraum von 2024 bis 2026 steht ein Plus von 16 Prozent zu Buche. Davon profitieren Carrier wie die Cosco Shipping Line. Doch auch die Reedereien stehen im Tagesgeschäft vor großen Herausforderungen.
www.ct-sbg.at, www.hafen-hamburg.de
Quelle: OEVZ




