Mobilitätsforum 2026: Zukunft der Antriebstechnologien im Fokus
Rund 1.000 Experten aus über 20 Ländern diskutieren in der Wiener Hofburg innovative Lösungen für nachhaltige Mobilität in Pkw, Nutzfahrzeugen, Schienen- und Luftverkehr beim Internationalen Wiener Motorensymposium 2026.
Das 47. Internationale Wiener Motorensymposium fand in der Wiener Hofburg statt und versammelte rund 1.000 internationale Gäste sowie etwa 100 Vortragende aus über 20 bedeutenden Automobilnationen wie China, Deutschland, Frankreich, Indien, Italien, Japan, Korea und den USA. Die Veranstaltung bot einen umfassenden Überblick über die neuesten Entwicklungen bei Antriebstechnologien für verschiedene Fahrzeugtypen, darunter Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge, Schienenfahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge. Erstmals kamen fast 50 Prozent der Fachvorträge von Herstellern (OEMs), was das bislang breiteste Themenspektrum bei den Einreichungen widerspiegelt.
Univ.-Prof. Dr. Bernhard Geringer, Vorsitzender des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK), rief zu einer neutralen und ganzheitlichen Diskussion über Antriebstechnologien auf. Dabei solle nicht nur der reine Antrieb betrachtet werden, sondern auch die Verfügbarkeit der Energie und der gesamte Treibhausgasausstoß. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, nachhaltige Mobilitätslösungen mit unterschiedlichen Energiequellen umfassend zu bewerten.
Bereits vor der offiziellen Eröffnung fand das „Forum on Powertrain for Sustainable Mobility“ statt, eine Fachveranstaltung des ÖVK in Kooperation mit der chinesischen Society of Automotive Engineers (SAE), China SAE. Dort wurde insbesondere die Rolle Chinas als weltweit größter Automobilmarkt hervorgehoben. Ruiping Wang, Senior Vice President von Geely Auto, berichtete, dass China an der Spitze der Elektrifizierungsentwicklung steht und durch Digitalisierung den Wandel hin zu KI-gesteuerter Intelligenz beschleunigt. Die im Vorjahr veröffentlichte „Roadmap 3.0 für energiesparende neue Kraftfahrzeugtechnologien“ definiert Chinas zukünftige technologische Schwerpunkte, darunter hocheffiziente Antriebsstränge, Batterien, Elektromotoren, elektronische Steuerungen und KI-Anwendungen.

Univ.-Prof. Stefan Pischinger von der RWTH Aachen und Aufsichtsratsvorsitzender von FEV betonte, dass die Diskussion über Antriebstechnologien nicht als einfache „Entweder-oder“-Frage zu sehen sei. Stattdessen handle es sich um ein komplexes Zusammenspiel von Regulierung, Marktanforderungen, technologischer Reife und industrieller Umsetzungsgeschwindigkeit. Daraus folge, dass die Industrie ein robustes und resilientes Technologieportfolio entwickeln müsse, anstatt sich auf eine einzelne Antriebstechnologie zu fokussieren.
Donghee Han, Executive Vice President der Hyundai Motor Company aus Südkorea, erläuterte die Unternehmensphilosophie, die von einer „Kultur der Bescheidenheit“ geprägt sei. Hyundai strebe danach, durch Lernen von der Welt um sich herum zu wachsen. Die Frage des Gründers „Habt ihr es überhaupt versucht?“ Inspiriere das Unternehmen weiterhin bei der Entwicklung von Elektroantrieben und Range-Extender-Technologien der nächsten Generation, um eine zukunftssichere Mobilitätsvision zu gestalten.
Niklas Klingenberg, Vorstandsmitglied der TRATON Group, stellte die Zukunft des Antriebsstrangs bei Nutzfahrzeugen vor. Unter dem Dach der TRATON Group mit 12.000 Mitarbeitern wird das TRATON Modular System entwickelt, das batterieelektrische, konventionelle und alternative Antriebe in einer modularen, skalierbaren Architektur vereint. Dieses System ermöglicht es, technologische Synergien zu nutzen, Entwicklungsarbeit effizient zu bündeln und flexibel auf geopolitische sowie technologische Veränderungen zu reagieren.
Zusammenfassend zeigt das Symposium eine klare Tendenz zu einer vielfältigen, technologieoffenen Herangehensweise an nachhaltige Mobilität, die verschiedene Antriebstechnologien und Energiequellen integriert und dabei ökologische sowie ökonomische Aspekte berücksichtigt. Die internationale Beteiligung und das breite Themenspektrum spiegeln die Komplexität und Dynamik der globalen Transformation im Mobilitätssektor wider. (RED)



