Müller-Guttenbrunn Gruppe schickt Eisen per Bahn auf Reisen
Seit Jahren ist die Amstettner Müller-Guttenbrunn Gruppe (MGG) konsequent bestrebt, Recyclingmaterial – und hier vor allem Eisenschrott – von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Die technischen Voraussetzungen dafür sind gegeben, denn das Unternehmen verfügt dank direkter Anschlussgleise in den meisten Werken über ideale Voraussetzungen für den Warentransport per Bahn.
Und dass diese Infrastruktur auch genutzt wird, belegen die MGG-Transportzahlen eindrucksvoll: Aktuell bewegt die Gruppe rund 25.000 Tonnen Sekundärrohstoffe pro Monat auf der Schiene. Ein typischer Zug umfasst dabei etwa 22 Wagen mit jeweils rund 1.100 Nettotonnen.
„Ein solcher Ganzzug mit 22 Wagen ersetzt rund 44 Lkw-Fahrten auf der Straße. Nicht zu vergessen, dass beim Lkw dann auch noch die Rückfahrt dazu kommt, die nicht immer voll beladen von statten geht“, rechnet Danny Steriti, Geschäftsführer von MGG Trade, vor.
In Spitzenzeiten erreichen MGG-Züge sogar bis zu 30 Wagen. Solche Größenordnungen sind nicht nur ein CO₂-Vorteil. Auch für Stahlwerke lässt sich die Prozesslogistik mit der Anlieferung per Bahn deutlich effizienter gestalten.
Züge werden nämlich am Werksbahnhof gebündelt entladen, teils direkt in die Pfannen der Schmelzwerke oder nahe an Lagerflächen. Lkw-Anlieferungen dagegen erzeugen Zeitfenster- und Stauprobleme an den Toren und benötigen zusätzliche Flächen, da die Laster meist nicht direkt an die Ladezonen der Schmelzpfannen fahren können und dürfen.
Transportiert wird der Eisenschrott primär in Europa. Für Überseeziele – derzeit vor allem Indien – kommen Container zum Einsatz, die per Lkw, oder ebenfalls per Bahn, zu den Häfen befördert werden.
Die geographischen Hauptschlagadern der MGG-Bahntransporte in Europa verlaufen von Rumänien, Österreich und Ungarn vor allem nach Italien. Denn in Norditalien gibt es zahlreiche Stahlwerke, die stetig steigende Mengen an Sekundärrohstoffen benötigen.
MGG Trade verschickt die Schrottzüge heute als durchgehende Ganzzüge, statt – wie früher üblich – einzelne Wagen unterwegs zu sammeln. Das reduziert Schnittstellen, spart Zeit und erhöht die Planbarkeit in einem System, das von Trassenknappheit, Baustellen und Priorisierungen zugunsten zeitkritischer Güter wie Lebensmittel geprägt ist.
Quelle: OEVZ



