NÖ Frächter für Aussetzung des CO₂-Preises auf Diesel
„Die Transportwirtschaft steht unter enormem Druck. Treibstoff ist unser zentraler Kostenfaktor, und genau hier wirken die staatlichen Maßnahmen derzeit nicht ausreichend.“ Darauf machte Güterbeförderungsgewerbe-Obmann Markus Fischer beim Tag der NÖ Transporteure in der Arena Nova in Wiener Neustadt aufmerksam.
Seit Jahresbeginn ist der Dieselpreis laut Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus von 1,492 EUR (29.12.2025) auf derzeit etwa 2 EUR gestiegen. Das sind rund 40 Prozent innerhalb weniger Monate. Ein durchschnittliches Fahrzeug der Klasse Euro VI mit einer Jahresfahrleistung von 100.000 Kilometer und einem Verbrauch von 30 Liter auf 100 Kilometer verbucht allein durch den gestiegenen Dieselpreis Mehrkosten von rund 18.510 EUR im Jahr.
Zusätzlich betragen durch die gestiegenen Mauttarife die Mehrkosten seit 1. Jänner 2026 rund 4.092 EUR pro Lkw und Jahr. Die Transporteure fordern daher die Einführung eines Gewerbediesels, konkret durch eine Aussetzung des CO₂-Preises auf Diesel. „Diese Maßnahme wäre effizient, treffsicher und rasch wirksam“, meint Markus Fischer.
Seit Einführung der CO₂-Bepreisung im Jahr 2022 habe der Staat daraus erhebliche Mehreinnahmen erzielt. Allein in den Jahren 2024 und 2025 seien es – gemessen am Dieselverbrauch – über 1,6 Mrd. EUR gewesen. Rechne man auch noch die Einnahmen aus Benzin hinzu, ergebe sich ein Betrag von mehr als 2,1 Mrd. EUR, und zwar netto.
Keynote-Speaker Sebastian Kummer empfahl den Transporteuren „Dieselfloater“, um die Risiken zu minimieren. Dabei handelt es sich um ein variables Preismodell, das die Kosten für Dieselkraftstoff an die aktuelle Marktentwicklung anpasst. Es dient dazu, hohe Schwankungen der Treibstoffpreise auszugleichen und das finanzielle Risiko bei steigenden Preisen dadurch zu minimieren.
Ein Gewerbediesel hätte eine doppelte Wirkung: Einerseits würde er die Transportbranche und die gesamte Wirtschaft gezielt entlasten und damit einen wesentlichen Teil der heimischen Versorgungskette stabilisieren. Andererseits würde er helfen, ein erneutes Aufflammen der Inflation zu verhindern, denn steigende Transport- und Logistikkosten schlagen unweigerlich auf Warenpreise durch.
„Wenn die Politik Preisstabilität und Versorgungssicherheit ernst nimmt, muss sie die Rahmenbedingungen für die Transportwirtschaft dafür absichern“, erklärt Niederösterreichs Spartenobfrau Beate Färber-Venz (Transport und Verkehr). „Ein Gewerbediesel ist keine Subvention, sondern eine punktuelle und sachlich begründete Rückführung von Mehreinnahmen – und vor allem ist sie ein wirksames Instrument gegen weitere Kosten- und Preisschübe.
Quelle: OEVZ



