ÖBB Rail Cargo Group: Neue Lokomotiven und Autotransportwagen
Mit der Straffung von Verkehren und der Fokussierung auf klar definierte Industriesegmente verfolgt die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) bis 2035 eine Wachstumsstrategie. Dazu investiert das Unternehmen gezielt in neues Wagenmaterial und in zusätzliche Mehrsystem-Lokomotiven.
Bei einem Hintergrundgespräch in Wien informierten die RCG-Vorstände Bettina Castillo und Christoph Grasl die Fachpresse über die Einführung von 200 Stück höhenverstellbaren Autotransportwagen sowie den Abruf von 29 Vectron-Maschinen vom Typ X-Load – erstmals auch mit Länderpaketen für die Schweiz, Belgien und die Niederlande.
Die RCG ist schon längere Zeit im Segment der grenzüberschreitenden Fahrzeugtransporte tätig. Mit den Autotransportwagen will man – auch gemeinsam mit bewährten Partnern – die Entwicklung und die Zukunft in diesem Wirtschaftszweig vorantreiben. Bisher sei man in diesem Segment hauptsächlich als Traktionär tätig gewesen, wie Christoph Grasl erläuterte.
Die aktuellen geopolitischen Rahmenbedingungen zwingen die RCG zu einer Neugestaltung der Produktion. Dazu wechseln die Teams von einem planerischen zu einem dispositiven Ansatz, um kurzfristig und flexibel auf Kundenwünsche eingehen zu können.
Ausgebaut wurden zuletzt die Intermodal-Verkehre auf der Achse von Italien über Deutschland bis Benelux. Das TransFER-Angebot erfährt eine Ausweitung nach Südosteuropa und in die Balkan-Staaten.
Im Segment Intermodal sehe man bis 2035 das größte Wachstumspotenzial, sagten Bettina Castillo und Christoph Grasl. Hier verfolge man einen Netzwerkgedanken für maritime und kontinentale Transporte auf der Schiene. Ziel seien hochfrequente Verbindungen mit drei bis vier täglichen Abfahrten zwischen wichtigen europäischen Wirtschaftszentren.
Nachdenklich stimmt das RCG-Management der enorme Nachholbedarf bei der Schienen-Infrastruktur in Europa. Zwar ist man überzeugt, dass speziell die Baustellen in Deutschland mittelfristig ein positives Szenario für die Bahnlogistik bewirken werden. Bis dahin sei aber eine herausfordernde Phase mit erheblichen Zusatzkosten zu überwinden.
Quelle: OEVZ



