Politik schickt die Güterbahnen aufs Wartegleis
Auf Europas Schienen ist der Güterverkehr gegenüber dem Personentransport schwer benachteiligt. Das strich Andreas Mandl, CEO der auf Ganzzug-Verkehre spezialisierten LTE-group, bei einem Podiumsgespräch mit Fachleuten im Rahmen der CombiNet Tagung 2025 in Wien hervor.
„Wir haben einen Zug, der von Hannover nach Hamburg fährt. Für die Strecke (Anm. d. Redaktion 163 Kilometer) brauchen wir 14 Stunden“, führte Andreas Mandl aus. Auf der rund 300 Kilometer langen Schienenverbindung von Koper nach Graz seien es 16 bis 18 Stunden. „Da bin ich mit dem Radl schneller“, meinte der LTE-group-Chef sarkastisch.
Das Unternehmen habe sich die Situation einmal bei seinen Landesgesellschaften angesehen. Demnach mache bei einem Triebwagen-Zugführer die effektive Fahrzeit zur gesamten Arbeitszeit lediglich 40 bis 45 Prozent aus. „Die restliche Zeit sitzt der Lokführer und wartet“, rechnete Andreas Mandl vor.
Diese Ineffizienz sei ein Hauptproblem, mit dem die Branche zu kämpfen hat. Den Grund dafür ortet der Bahn-Manager beim Gesetzgeber: „Der Container wählt nicht. Der hat keine Stimme. Deshalb zieht die Politik den Personen- dem Güterverkehr immer vor.“
Die LTE-group ist ein privates Eisenbahnunternehmen, das auf Gütertransport und Logistik spezialisiert ist. Mit ihren Tochtergesellschaften in Österreich, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, den Niederlanden, Deutschland, Rumänien, Polen und Bulgarien sowie der „Schwester“ Adria Transport in Slowenien und Kroatien bietet es individuelle Schienenverkehrskonzepte, Flexibilität und Dienstleistungen wie 24-Stunden-Disposition und online Zugüberwachung.
www.lte-group.eu, www.combinet.at
Quelle: OEVZ



