Port of Antwerp-Bruges warnt vor einer Delokalisierung
Auch im Jahr 2026 setzt Port of Antwerp-Bruges auf Infrastruktur, Transformation und Sicherheit als Grundlagen für langfristiges, nachhaltiges Wachstum. Jedoch bleibe die gezielte Unterstützung durch die Behörden unerlässlich, um eine Delokalisierung zu verhindern und Investitionen in industrielle Erneuerung und Dekarbonisierung zu ermöglichen, wurde gestern bei der Präsentation der Umschlagergebnisse im Jahr 2025 betont.
Sicherheit bleibt eine strategische Kernaufgabe, mit Investitionen in physische und digitale Maßnahmen, Cyber-Resilienz und die Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Darüber hinaus stärkt Port of Antwerp-Bruges seine Rolle als Transithub.
Im Jahr 2025 beeinträchtigen geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und gewerkschaftliche Aktionen die Aktivitäten in dem belgischen Seehafen. Dadurch ging der maritime Gesamtgüterumschlag im Vergleich zu 2024 um 4,1 Prozent auf 266,5 Mio. Tonnen zurück, bleibt jedoch auf dem Niveau der Vorjahre.
Der Containerumschlag blieb nahezu stabil, mit einem leichten Wachstum von 0,7 Prozent auf 13,63 Mio. TEU. Der Marktanteil im Bereich Hamburg–Le Havre sank in den ersten neun Monaten um 1,2 Prozentpunkte auf 29,3 Prozent, unter anderem aufgrund anhaltender Überlastung. Das unterstreicht die Dringlichkeit von Projekten wie „Extra Containercapaciteit Antwerpen“ (ECA, zusätzliche Containerkapazität Antwerpen).
Der Bereich konventionelle Stückgüter schloss das Jahr dank starker Volumina im vierten Quartal mit einem Wachstum von 1,6 Prozent auf 10,2 Mio. Tonnen ab. Der Umschlag von Eisen und Stahl verzeichnete einen Rückgang von 1,7 Prozent, während andere Stückgutströme insgesamt um 14,4 Prozent zugenommen haben. Der RoRo-Umschlag stieg um 3 Prozent auf 20.9 Mio. Tonnen, getragen durch das Wachstum bei Lkw, High & Heavy Equipment und Gebrauchtwagen.
Jacques Vandermeiren, CEO Port of Antwerp-Bruges: „ Wir bleiben ein starker Import-Export-Hub, aber im Jahr 2025 haben wir in den meisten Verkehrsbereichen eine Verschiebung hin zu einem größeren Importanteil festgestellt.Die Tatsache, dass der Containerverkehr nach einem starken Jahr 2024 stabil geblieben ist, bestätigt unsere strategische Rolle in der europäischen Logistikkette.“
Die Vereinigten Staaten wurden entgegen den Erwartungen mit 31,3 Mio. Tonnen Umschlagvolumen zum größten Handelspartner, unter anderem aufgrund steigender LNG-Importe. Der Verkehr schwankte im Laufe des Jahres stark, unter anderem aufgrund der Erwartung von Einfuhrzöllen und eines Rückgangs ab dem zweiten Quartal. Höhere US-Zölle hatten unter anderem einen hemmenden Effekt auf den Export von Eisen, Stahl und Autos.
Gleichzeitig stiegen die Importe von Containern aus China (+3,8 %), wodurch sich das Ungleichgewicht im Linienverkehr mit dem Fernen Osten weiter verstärkte. China war bereits das wichtigste Herkunftsland für Container und wurde das 2025 auch für Fahrzeuge. Insgesamt liefen 20.236 Seeschiffe den Hafen an (+0,2 %). Die Anzahl der Kreuzfahrtschiffe sank auf 166 mit 466 089 Passagieren.
Quelle: OEVZ



