PSD2-Umsetzungsfrist bis 31.12.2020 verlängert. Handelsverband begrüßt Aufschub bei Online-Zahlungen.

Europäische Händler bekommen 15 Monate mehr Zeit, um technische Vorgaben bei Zahlungen im eCommerce umzusetzen.

Aufatmen im heimischen Handel rund um die Umsetzung der sog. 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) bei Online-Zahlungen: Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hat heute in einer Stellungnahme empfohlen, dass die nationalen Finanzmarktaufsichtsbehörden den Payment Service Providern und auch den Händler einen Aufschub bis 31.12.2020 gewähren sollen.

Aufschub ermöglicht Webshop-Anpassung mit weniger Zeitdruck.
Ursprünglich hätten bereits bis 14. September 2019 alle Onlineshops die 2FA laut EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) implementieren müssen. Die 2-Faktor-Authenfizierung besagt, dass sich Kunden bei Bezahlung über das Internet zumindest doppelt identifizieren müssen – etwa mittels Passwort und SMS-TAN. Dies soll künftig für mehr Sicherheit im Zahlungsverkehr sorgen.

„Der Handelsverband hat immer wieder auf die viel zu kurze Umsetzungsfrist hingewiesen. Aktuell erfüllen weniger als zwei Drittel der Händler die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung im Webshop. Erfreulicherweise haben sich unsere Gespräche mit den Stakeholdern auf EU-Ebene gelohnt. Der Aufschub bis 31.12.2020 erlaubt es unseren Händlern, ihre Shops ohne Zeitdruck an die neuen Regeln anzupassen. Problematisch bleibt, dass die Testphase in das Weihnachtsgeschäft 2020 fällt“, erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Mehr Sicherheit durch 2FA könnte zu mehr Zahlungsabbrüchen führen.
Die Europäische Union versucht mit der 2FA, einen vernünftigen Kompromiss zwischen der Bequemlichkeit und Sicherheit im eCommerce vorzugeben. Viele Online-Händler befürchten infolge der höheren Komplexität und geringeren Nutzerfreundlichkeit beim Bezahlen jedoch einen Anstieg der Kaufabbrüche.

„Die Erfahrungen jener Händler, die etwa das sogenannte 3D-Secure-Verfahren für Kreditkartenzahlungen bereits anbieten, bestätigen diese Befürchtungen. 40 Prozent haben seit der Implementierung einen Anstieg der Kaufabbrüche festgestellt. Gerade für kleinere Webshops ist die Umstellung auch mit erheblichen IT-Kosten verbunden“, so Will.

Eine entscheidende Komponente für die künftige Akzeptanz der 2-Faktor-Authenfizierung ist das Wissen der Konsumenten. Nun gilt es, die Verbraucher auf die bevorstehenden Änderungen aufmerksam zu machen und ausreichend aufzuklären.

Rückfragen & Kontakt:
Handelsverband
Mag. Gerald Kuehberger, MA
Communications Manager
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 77
gerald.kuehberger@handelsverband.at
www.handelsverband.at

Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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