SBB Cargo verzichtet auf 50 Bedienpunkte im Einzelwagenverkehr
Die Güterbahn SBB Cargo modifiziert per Dezember 2026 den Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) in der Schweiz. Ein neues Produktionsmodell soll die Auslastung erhöhen, die Kosten senken und ein nationales Angebot sichern. Für rund 200 Mitarbeitende gibt es Veränderungen, mehrheitlich einen Arbeitsortswechsel. Kündigungen sind die Ausnahme.
Konkret wechselt Lok- und Rangierpersonal von elf Standorten mit sehr geringem Verkehrsaufkommen oder wenigen Mitarbeitenden den Arbeitsort. Betroffen sind das Lokpersonal in Brig, Buchs SG und Chiasso sowie das Rangierpersonal in Thun, Rothenburg, Yverdon, Payerne, Fribourg, Delémont, Martigny und Wil. Die Standorte Schaffhausen und Frauenfeld bleiben voraussichtlich bis 2028 beziehungsweise 2029 bestehen.
Rund 50 Bedienpunkte (heute rund 280 Stationen) mit einer zu geringen Nachfrage werden im EWLV künftig nicht mehr angefahren, jedoch auf Kundenwunsch weiterhin im Ganzzugsverkehr bedient. Dennoch könne man nahezu gleich große Transportmengen (98%) transportieren wie bisher – und das deutlich wirtschaftlicher dank besser ausgelasteter Züge, betont die SBB in einer Aussendung.
Zur Neuausrichtung leisten alle einen Beitrag – der Bund, die Kunden und die SBB. Der Bund mit einer befristeten Unterstützung für den EWLV über acht Jahre und einem Verladebonus für die Nutzer, die Kunden mit kostendeckenden Preisen und langfristigen Verträgen. Hinzu kommt das neue Produktionsmodell der Güterbahn.
Die SBB transportiert Güter in drei Verkehrsarten auf der Schiene – im Einzelwagenladungsverkehr (EWLV), Kombinierten Verkehr (KV) und Ganzzugsverkehr. Im EWLV werden einzelne Güterwagen aus Anschlussgleisen und Rampen von Kunden gesammelt, zu Zügen formiert und in Rangierbahnhöfe gebracht. Dort entstehen nach Zielregionen zusammengestellte neue Züge. Ab den Bestimmungsbahnhöfen erfolgt die Feinverteilung.
Quelle: OEVZ



