Streckensperren in Bayern bewirken hohe Mehrkosten
Die beiden bevorstehenden, jeweils fünf Monate dauernden Streckensperren im bayerischen Bahnnetz (Regensburg–Nürnberg, Passau–Obertraubling) werfen ihre Schatten voraus.
Nach Angaben der ÖBB -Infrastruktur AG müssen heuer rund 80 von täglich 140 Güterzügen über Salzburg umgeleitet werden. 30 weitere weichen großräumig über andere Routen aus.
„70 Prozent des schienengebundenen Warenvolumens von Oberösterreich von und nach Deutschland laufen über diese Strecke. Über den Gesamtzeitraum der Sperren entspricht das rund 1,4 Mio. Lkw-Fahrten“, rechnet Wolfgang Schneckenreither, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, vor.
Wegen der sanierungsbedingten Ausfälle sowie Umleitungen über teils umwegintensive Ersatzrouten würden den heimischen Logistikern bei ihren Schienengütertransporten auf dieser zentralen Transportrelation hohe Mehrkosten im Ausmaß von rund 20 Prozent entstehen. Langjährige Versäumnisse bei der Sanierung der deutschen Bahninfrastruktur dürften aber nicht auf den Rechnungen der oberösterreichischen Transporteure landen. „Hier muss es zu einem sachgerechten finanziellen Ausgleich kommen“, fordert Wolfgang Schneckenreither.
Zudem sei das Problem nur in Deutschland so vakant, argumentieren die Branchenvertreter. Für Österreich bestätigt die ÖBB, dass derartige Sanierungsarbeiten deshalb regelmäßig unter Aufrechterhaltung des laufenden Bahnbetriebs ohne Totalsperren erfolgen.
Der deutsche Schieneninfrastrukturbetreiber DB InfraGo argumentiert hingegen, dass eine Korridorsanierung mit Totalsperren wirtschaftlicher sei. Treffe das zu, sei dies ein Grund mehr, die ohnehin durch monatelange Umwegverkehre belasteten Bahnnutzer an diesem Vorteil zu beteiligen, meinen die Spediteure.
„Es ist die Aufgabe des österreichischen Infrastrukturministers Peter Hanke, dringend eine Initiative zur Realisierung eines derartigen Kostenausgleichsmodells für heimische Nutzer in Gang zu setzen“, appelliert Wolfgang Schneckenreither an die Verkehrspolitik auf Bundesebene.
Quelle: OEVZ



