Transco-Chef sieht den Kombinierten Verkehr in Gefahr
Christian Bücheler, CEO der Transco Gruppe mit Sitz in Singen, hat schon einige Höhen und Tiefen im Kombinierten Verkehr mitgemacht. Die aktuelle Situation ist in seinen Augen aber besonders bemerkenswert. Demnach haben Speditionen und Logistiker schon die Trassenpreiserhöhung auf der Schiene von 2025 in Höhe von 15 Prozent schlucken müssen, 2026 sind weitere deutliche Justierungen im Gespräch.
Was ihm außerdem aufstößt: Die Speditionen und Logistiker mussten zum Dezember 2023 auch die Mauterhöhung und die Mautausweitung auf 3,5 Tonnen akzeptieren. Die Hälfte der Einnahmen, die ja auch von den Speditionen und Logistikern bestritten werden, gehen in die Schieneninfrastruktur.
„Wir zahlen also mehr Maut und damit einen höheren Schienenanteil, aber auch mehr für den Schienentransport – ohne die entsprechende Leistung zu erhalten. Damit werden, konträr zur politischen Zielsetzung, sicher nicht mehr Lkw-Transporte auf die Schiene verlagert“, kritisiert er.
Und die Preise auf der Schiene, so Christian Bücheler, steigen noch dazu überproportional zur Lkw-Maut. „Inflationsbedingte Preiserhöhungen lasse ich mir noch gefallen, aber alles andere bedeutet ein maximales Ungleichgewicht für alle, die im Kombinierten Verkehr unterwegs sind.“
Vor allem die Deutsche Bahn liefere miserable Qualität, eine mäßige Kommunikation beim Baustellenmanagement und dann auch noch willkürliche Preiserhöhungen. Christian Bücheler: „Das alles macht die Bahn im Güterverkehr nicht mehr attraktiv. Termingebundene Sendungen kann man aktuell nicht mehr über die Schiene abwickeln.“
Die Folge: Im Vergleich zu den Vorjahren bewegt die Transco Gruppe bis zu 15 Prozent weniger Sendungen auf der Schiene, Tendenz steigend. Vor allem Kurzstrecken, etwa von Mailand nach Singen, werden inzwischen mehr per Lkw bewältigt, denn hier machen sich die Probleme laut Christian Bücheler stärker bemerkbar als bei Relationen, auf denen der Zug zwei bis drei Tage unterwegs ist.
„Wir machen seit 30 Jahren Kombinierter Verkehr und stehen auch weiter dazu. Aber wenn das so weiter geht, lässt sich das wirtschaftlich nicht mehr realisieren“, sagt der CEO. Preis und Qualität müssen seiner Ansicht nach besser werden – insbesondere auch mit Blick auf die weiteren Baustellenaktivitäten der Bahn und ihrer Infrastrukturtochter DB InfraGo.
Quelle: OEVZ



