Transporeon: Einsatz von KI nimmt Fahrt auf
Transporeon, ein Unternehmen von Trimble, hat seinen jährlichen „Transportation Pulse Report“ veröffentlicht. Für diese Studie wurden über 230 Führungskräfte aus den Bereichen Supply Chain und Logistik in Europa und Nordamerika befragt, um die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf das Transportmanagement zu bewerten und zu ermitteln, wie die Technologie die Betriebsabläufe verändert.
Die Umfrage wurde von August bis September 2025 durchgeführt und umfasst Rückmeldungen von Supply Chain-Führungskräften der Verladerseite und Leitern von Speditionen/LSPs in der EU und den USA. Ergänzend hinzu kamen Interviews mit Führungskräften aus dem Transportwesen auf dem Transporeon Summit 2025 in Amsterdam.
Der Report bestätigt, dass der Transportsektor einen Wendepunkt in Bezug auf KI erreicht hat: Die Art und Weise, wie Unternehmen auf die rasante Entwicklung in diesem Sektor reagieren, könnte ihre Wettbewerbsfähigkeit für die kommenden Jahre entscheidend beeinflussen.
Die Einführung von KI im Transportmanagement gewinnt an Dynamik, obwohl sich die meisten Unternehmen noch in einem frühen Stadium befinden:
- Verlader experimentieren in verschiedenen Bereichen: 44 Prozent der Befragten setzen KI bereits bei der Transportplanung und -optimierung ein, weitere Anwendungsbereiche sind die Frachtbeschaffung und die Echtzeit-Transparenz.
- Spediteure konzentrieren sich auf Preisgestaltung und Sendungsverfolgung: 42 Prozent nutzen KI für die Preisgestaltung und die Optimierung von Transportwegen, 39 Prozent für die Echtzeit-Sendungsverfolgung.
Limitierender Faktor bleibt die Datenqualität. Inkonsistente Daten sind nach wie vor das größte Hindernis für den Erfolg von KI. Sowohl Verlader als auch Spediteure nennen dies als ihr Hauptproblem für die Einführung.
Auf die Frage, wo KI in den nächsten drei bis fünf Jahren die größten Auswirkungen haben wird, gaben Verlader und Spediteure an, das Instrument zur Feinabstimmung der Transportplanung, Preisgestaltung und Ausführung zu nutzen. Ihre Prioritäten unterscheiden sich jedoch:
- Verlader legen den Schwerpunkt auf Transportplanung und -optimierung: 86 Prozent erwarten, dass KI in diesem Bereich erhebliche Auswirkungen haben wird.
- Spediteure konzentrieren sich auf Preisgestaltung und Streckenoptimierung: 59 Prozent sehen darin den wichtigsten Werttreiber von KI.
Die Befragten stellen eine Verlagerung fest: von ersten Experimenten mit KI hin zu einer Fokussierung auf die Nutzung der Technologie, um messbare Effizienzsteigerungen zu erzielen.
Die Umfrageteilnehmer wiesen auf eindeutige Chancen für Agentic AI hin – autonome Software-Agenten, die Daten überwachen, Entscheidungen treffen und Aufgaben innerhalb definierter Grenzen ausführen:
- Für Verlader gehört die Echtzeit-Überwachung der voraussichtlichen Ankunftszeit (52 Prozent) zu den Möglichkeiten, die Arbeitsabläufe durch den Einsatz von Agentic AI zu verbessern. Auch die Optimierung von Routen/Netzwerken sowie die Auswahl von Spediteuren und Ausschreibungen wurden als Prioritäten genannt.
- Für Spediteure stehen die Berechnung der voraussichtlichen Ankunftszeit und entsprechende Benachrichtigungen (59 Prozent) im Vordergrund. Daneben finden sich die Optimierung von Routen und Kraftstoffverbrauch sowie die Verhandlung von Spot-Angeboten ganz oben auf der Liste.
Trotz des Potenzials der Automatisierung sehen zwei Drittel der Verlader und mehr als die Hälfte der Spediteure die Hauptaufgabe der KI weiterhin darin, die menschliche Entscheidungsfindung zu ergänzen und nicht zu ersetzen. Daher bevorzugen die meisten einen Ansatz, bei dem der Mensch weiterhin involviert ist.
Dennoch markiert dies einen Wendepunkt: Logistikteams befinden sich in einer frühen Phase, in der sie solchen Systemen vertrauen, die in ihrem Namen automatisch handeln und nicht nur nackte Erkenntnisse liefern.
Quelle: OEVZ



