Ukraine-Krieg bremst den Hamburger Hafen

Das erste Quartal des Jahres 2022 brachte für den Hamburger Hafen sehr unterschiedliche Umschlag- und Verkehrsentwicklungen. Der Containerumschlag ist um 1,8 Prozent auf 2,2 Mio. TEU gestiegen. Insgesamt blieb der Seegüterumschlag mit einem Ergebnis von 31,2 Mio. Tonnen (-2,8 Prozent) knapp unter dem Ergebnis aus dem Vorjahresquartal.

„Nach einem sehr guten Start im Jänner führte im Laufe des Monats Februar der Beginn des Krieges in der Ukraine zu einer Ausweitung der EU-Sanktionen im Handel mit Russland. Im Hamburger Hafen bemerkten wir daraufhin schnell einen Rückgang im Containerverkehr mit russischen Häfen. Der Import von Kohle aus Russland sowie anderen Massengütern, wie z.B. Mineralölprodukten, lief ohne Beeinträchtigung“, sagt Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM).

Sehr gut entwickelte sich erneut der Güterverkehr auf der Schiene. Die Hamburger Hafenbahn konnte im ersten Quartal ein Transportvolumen von 12,0 Mio. Tonnen (+1,6 Prozent) abfertigen. Beim Containertransport wurde mit 700.000 TEU ein Plus von 1,4 Prozent erreicht.

„Der Hamburger Hafen bestätigt erneut seine Leistungsfähigkeit als führender Eisenbahnhafen. Rekordwerte im Januar mit 60.000 TEU pro Woche und einer Zuganzahl von 231 Fahrten pro Tag unterstreichen das eindrucksvoll“, erläutert Axel Mattern. Der Modal-Split-Anteil der Eisenbahn liegt in Hamburg beim Containertransport inzwischen bei 51,5 Prozent. Der Anteil des Lkw beträgt 46,1 Prozent und der Anteil des Binnenschiffs 2,4 Prozent.

In den ersten drei Monaten des Jahres erreichte der Stückgutumschlag mit insgesamt 22,5 Mio. Tonnen ein Plus von 0,6 Prozent. Das wertschöpfungsreiche konventionelle Stückgut weist in diesem Segment mit 400.000 Tonnen ein kräftiges Plus von 47,7 Prozent auf. Der Massengutumschlag fiel mit 8,7 Mio. Tonnen (-10,6 Prozent) schwächer aus als im vergleichbaren Vorjahresquartal.

Die Anzahl der Anläufe von Schiffen mit Containerladungen ist in den ersten Quartalen der vergangenen Jahre leicht gesunken. Schiffe der Größenklasse ab 18.000 TEU (Megamax) kamen gegenüber den Vorjahren einschließlich dem Vorkrisenjahr 2019 aber deutlich häufiger in den Hamburger Hafen. Einen ordentlichen Zuwachs gab es im ersten Quartal darüber hinaus bei Very-Large-Containerships (VLCS) zwischen 8.000 und 10.000 TEU.

Ende Jänner 2022 wurde die finale Stufe der Fahrrinnenanpassung freigegeben. Sie hat noch einmal weitere Verbesserungen für große und deutliche Verbesserungen für mittelgroße Schiffe herbeigeführt. Die Vorteile der verbreiterten und vertieften Fahrrinne bestehen sowohl durch zusätzliche Beladungsmöglichkeiten als auch größere Flexibilität beim Zu- und Ablauf.

Bei der Einschätzung der weiteren Umschlagentwicklung für das Jahr 2022 bleibt HHM zurückhaltend. Ein Wachstum in Teilsegmenten und einzelnen Containerfahrtgebieten sei möglich. Das Gesamtergebnis werde aber deutlich durch den zu erwartenden Rückgang in den von Sanktionen betroffenen Umschlagsegmenten geprägt sein, lautet die Prognose.

www.hafen-hamburg.de

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