US-Zoll Rückerstattung: Unternehmen hoffen auf Milliardenzahlungen
Nach einem historischen Gerichtsurteil könnten Firmen bis zu 175 Milliarden Dollar an gezahlten Sonderzöllen zurückfordern – ein unerwarteter Liquiditätsschub für gut vorbereitete Unternehmen.
Die US-Regierung hat ein Online-Verfahren gestartet, mit dem Importeure unrechtmäßig gezahlte US-Zölle zurückfordern können. Schätzungen zufolge haben Unternehmen rund 166 Milliarden Dollar an solchen Zöllen gezahlt. Seit Anfang dieser Woche können betroffene Firmen über ein Portal der US-Zollbehörde Customs and Border Protection (CBP) Anträge auf Erstattung stellen. Die Rückzahlungen sollen innerhalb von 60 bis 90 Tagen erfolgen, jedoch nicht automatisch, sondern nur nach Antragstellung.
Aktuell wird nur die erste Phase des Erstattungsverfahrens bearbeitet. Dabei können nur Zölle zurückgefordert werden, die maximal 80 Tage zurückliegen oder deren Berechnung noch nicht abgeschlossen ist. Weitere Phasen sind geplant, aber der Starttermin ist noch unbekannt. Experten warnen, dass die Fristen eng sind und das Portal durch viele Anträge überlastet werden könnte.
Das Verfahren läuft über das System „Consolidated Administration and Processing of Entries“ (CAPE), das Importeure nutzen, um Listen ihrer Zollanmeldungen hochzuladen und so eine Gesamterstattung zu beantragen. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Registrierung im elektronischen Zahlungssystem der CBP, die bislang nur von etwa einem Sechstel der betroffenen Importeure abgeschlossen wurde. Zudem gibt es eine laufende Debatte in den USA, ob die Rückerstattungen den Unternehmen oder den Verbrauchern zustehen.
Wichtige Punkte:
US-Regierung nimmt Anträge auf Zollerstattungen für unrechtmäßige Zölle an. Erstattungen erfolgen nicht automatisch, sondern nur auf Antrag über ein Online-Portal. Zunächst nur Zölle der letzten 80 Tage oder noch nicht final berechnete Zölle erstattungsfähig. Fristen und mögliche Systemüberlastungen sorgen für Unsicherheiten. Registrierung im elektronischen Zahlungssystem der US-Zollbehörde ist Pflicht. Rund 330.000 Unternehmen sind betroffen, aber bisher nur etwa 56.000 registriert.
Debatte über Anspruchsberechtigung zwischen Unternehmen und Verbrauchern. Hier eine detaillierte Anleitung, wie Importeure den Antrag auf Zollerstattung bei der US-Zollbehörde (Customs and Border Protection, CBP) über das Online-Verfahren ausfüllen:
- Vorbereitung
Registrierung im elektronischen Zahlungssystem: Bevor du den Antrag stellen kannst, musst du dich bei der CBP für das elektronische Zahlungssystem registrieren. Ohne diese Registrierung ist keine Erstattung möglich.
Zollanmeldungen sammeln: Sammle alle relevanten Zollanmeldungen (Entries), für die du eine Erstattung beantragen möchtest. Diese müssen im System hochgeladen werden. - Zugang zum Online-Portal
Gehe auf das offizielle Online-Portal der CBP, das das System „Consolidated Administration and Processing of Entries“ (CAPE) nutzt. Melde dich mit deinen Zugangsdaten an, die du bei der Registrierung erhalten hast. - Antrag erstellen
Liste der Zollanmeldungen hochladen: Lade eine Datei hoch, die alle Zollanmeldungen enthält, für die du eine Erstattung beantragen möchtest. Die Datei muss im vorgegebenen Format sein (meist CSV oder Excel). Die Liste sollte folgende Angaben enthalten:
- Entry-Nummer (Zollanmeldung)
- Datum der Zahlung der Zölle
- Betrag der gezahlten Zölle
- Weitere Identifikationsmerkmale,
falls erforderlich

Überprüfung der Daten: Das System prüft automatisch, ob die Einträge für die erste Phase des Verfahrens berechtigt sind (z.B. Zahlung nicht älter als 80 Tage oder noch nicht final berechnet).
- Antrag ausfüllen
Angaben zum Antragsteller: Trage deine Unternehmensdaten ein, wie Firmenname, Adresse, Steuer-ID und Kontaktinformationen.
Bankverbindung: Gib die Bankdaten an, auf die die Erstattung überwiesen werden soll. Die Angaben müssen genau und aktuell sein.
Bestätigung und Erklärung: Du musst bestätigen, dass die Angaben korrekt sind und dass du berechtigt bist, die Erstattung zu beantragen. - Antrag absenden
Nach dem Hochladen und Ausfüllen aller erforderlichen Felder kannst du den Antrag elektronisch absenden. Das System gibt eine Eingangsbestätigung mit einer Referenznummer aus, die du für Rückfragen aufbewahren solltest. - Nachverfolgung
Über das Portal kannst du den Status deines Antrags verfolgen. Die CBP strebt an, innerhalb von 60 bis 90 Tagen erste Erstattungen auszuzahlen, sofern alle Angaben korrekt sind.
Wichtige Hinweise: Fristen beachten: Anträge für Zölle, die älter als 80 Tage sind, können in dieser ersten Phase nicht berücksichtigt werden. Verzögerungen können dazu führen, dass dein Antrag erst in späteren Phasen bearbeitet wird.
Systemüberlastung: Aufgrund der hohen Anzahl von Anträgen kann es zu Verzögerungen kommen. Sorgfältige Prüfung: Fehlerhafte oder unvollständige Anträge können abgelehnt oder verzögert werden. (RED)



