VNL das Sprachrohr der Logistik
Im Rahmen des Österreichischen Logistiktags fand im Design Center in Linz die traditionelle
Presskonferenz des VNL mit seinem Obmann und ASCII-Vizepräsidenten Franz Staberhofer sowie dem VNL-Beiratssprecher Hubert Zajicek und dem stv. VNL-Beiratssprecher Peter Umundum statt.
Franz Staberhofer zog eine positive Bilanz über eine erfolgreiche Entwicklung des VNL. Seit 2024 ist das VNL-Netzwerk um 25 % gewachsen und zählt heute knapp 560 Unternehmen mit über 5.600 engagierten Fach- und Führungskräften. Damit hält das jährliche Wachstum an und soll in den kommenden Jahren durch neue Veranstaltungsformate sowie zusätzliche Standorte – wie vor Kurzem in Wien – weiter fortgesetzt werden. Zuletzt hat sich der VNL auch durch Vorschläge für eine zukunftsorientierte Logistikpolitik in die Erarbeitung des neuen Regierungsprogramms der Bundesregierung eingebracht.
Globale Lieferketten geraten durch geopolitische Risiken, volatile Regulierungen und technologische Umbrüche massiv unter Druck. Vor diesem Hintergrund stellt der VNL beim diesjährigen Österreichischen Logistik-Tag das
Thema „Verlässlichkeit“ in den Fokus. Als Antwort auf Unsicherheiten und Komplexität lieferte der VNL außerdem konkrete Handlungsvorschläge für eine zukunftsrobuste Logistik für das neue Regierungsprogramm 2024–2029. Mit seinen Empfehlungen für lösungsorientierte und umsetzbare Maßnahmen will der VNL einen Beitrag leisten, um Österreichs Wirtschaft resilient, digital und nachhaltig auszurichten. Die Politik ist nun gefordert, aus Dialog Verlässlichkeit zu machen.
Der VNL ist gemeinsam mit einigen seiner Mitglieder bereits in Vorleistung gegangen und bietet an fast 80 Schulen (HAK, HAS, HTL, HLW) in ganz Österreich für über 3.600 Schüler:innen Lernmaterialien, Infoveranstaltungen und Schnuppermöglichkeiten an, um junge Menschen schon heute für die Logistik von morgen zu begeistern. Einblicke in die Praxis ermöglichen dabei namhafte Unternehmen wie dm, die KASTNER Gruppe, Kellner & Kunz, Kühne + Nagel, LKW Walter, die REWE Group, RHI Magnesita, Sappi, Mediaprint und die Österreichische Post.
Franz Staberhofer, Obmann des VNL:„Verlässlichkeit beginnt mit einem klaren politischen Rahmen. Das Regierungsprogramm 2024–2029 greift zentrale Vorschläge des VNL auf – etwa die Entwicklung einer nationalen Logistikstrategie, den Ausbau intermodaler Infrastrukturen, Maßnahmen zur Stärkung der Lieferkettenresilienz und die Forcierung der Kreislaufwirtschaft mit konkreten Anregungen wie im Bereich Batterien für Elektro-Pkw. Wichtige VNL-Initiativen blieben jedoch unberücksichtigt, darunter konkrete Programme, bei denen der Kundennutzen durch Digitalisierung gestützt oder geschaffen wird. Es fehlt an Maßnahmen, um Menschen für die Disziplin Logistik zu begeistern – ein zentraler Hebel zur Vermeidung von Engpässen – ebenso wie an einem bundesweiten Logistikausschuss. Die Richtung stimmt – doch das volle Potenzial für eine zukunftssichere Logistik in Österreich ist noch längst nicht ausgeschöpft. “
„Verlässlichkeit ist das Rückgrat stabiler Lieferketten – gerade in einer Zeit voller Unsicherheiten. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und eine mögliche Blockade der Straße von Hormus treiben die Energiepreise nach oben und verteuern Transporte über alle Verkehrsträger hinweg. Gleichzeitig steht die Logistik vor infrastrukturellen Herausforderungen: Die Sanierung des deutschen Schienennetzes bringt bis 2030 zahlreiche Streckensperren mit sich. Auch in der Luftfracht erwarten wir ab Herbst Engpässe – weniger Belly Cargo bei gleichzeitig steigender Nachfrage wird die Raten erhöhen. Mein Appell: Bereiten Sie sich jetzt vor. Resilienz entsteht nicht durch Reaktion, sondern durch Vorausplanung!“
Hubert Zajicek, Vorstand voestalpine AG: „Eine verlässlich funktionierende Logistik ist das Rückgrat einer wettbewerbsfähigen Industrie. Als Binnenland ist Österreich in besonderem Maß auf gut funktionierende internationale Logistikverbindungen angewiesen. Die seit längerem angespannte Lage im Bahnverkehr benachbarter Länder verdeutlicht die zentrale Bedeutung leistungsfähiger Infrastruktur. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir das politische Bekenntnis zum Industriestandort Österreich und zur Stärkung der Logistik. Nun gilt es, die angekündigte Industrie- und Logistikstrategie rasch auszuarbeiten, miteinander zu vernetzen und in konkrete Maßnahmen zu überführen. Ziel muss es sein, Logistik als integralen Bestandteil wirtschaftlicher Resilienz zu verankern.“
Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter und Vorstandsdirektor Paket & Logistik der Österreichischen Post AG: „Auch in Zukunft werden Menschen das Herz der Logistik bleiben. Um die Branche nachhaltig zu stärken, ist ein durchgängiges Bildungskonzept erforderlich, und zwar von der Schule über die Lehre bis hin zur Hochschule. So schaffen wir Perspektiven, fördern Talente und machen Logistik als Berufsfeld in allen Lebensphasen sichtbar und attraktiv.“

VNL: Das Wirtschaftsnetzwerk für Logistik
Der VNL (Verein Netzwerk Logistik) ist mit seinen über 5.500 Mitgliedern das größte Wirtschaftsnetzwerk im Bereich Logistik in Österreich. Im Zentrum steht, die aktuellen und zukünftigen Anforderungen an die Logistik mit den entsprechenden Lösungen aus Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Technologietransferstellen, Technologiezentren und privaten Logistikgesellschaften zusammenzubringen. Diese aktive Vernetzung stärkt die Logistikkompetenz der Unternehmen sowie deren Mitarbeiter und trägt wesentlich zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Versorgungssicherheit bei.
Der VNL organisiert jährlich über 60 Logistik-Veranstaltungen und rund 20 Seminare in ganz Österreich. Das fördert den Austausch zu aktuellen Themen in der Logistik sowie im Supply Chain Management und stärkt den Wissenstransfer. Zuletzt wurden neue Veranstaltungsformate wie das International Supply Chain Community Meeting (ISCM), die Procurement Days, der Women Brunch sowie der VNL-Campus und Serviceprodukte wie der Lieferkettenmonitor erfolgreich etabliert.
Des Weiteren liefert der VNL mit seinem Lagebericht Güterverkehr seit Jahresbeginn quartalsweise einen kompakten Überblick über die Entwicklung des heimischen Güterverkehrs. In einem global instabilen Umfeld bleibt Planbarkeit ein rares Gut – umso wertvoller sind belastbare Informationen über Güterverkehrsentwicklungen auf der Straße, Schiene, zu Wasser und in der Luft. Für diesen Lagebericht werden regelmäßig eine Reihe von Branchenexperten zur Entwicklung des Güterverkehrs in den folgenden Monaten vom VNL befragt. Diese auf einzelne Verkehrsträger spezialisierten Experten geben damit exklusive First-Hand-Einblicke.



