Coronavirus zeigt auch bei Kühne + Nagel Wirkung

Die  Coronavirus-Pandemie ist eine immense globale Herausforderung für die globale Transport- und Logistikbranche. Industrieproduktionen und Handelsvolumina schwächten sich im ersten Quartal 2020 stark ab.

In dieser Situation behielt Kühne + Nagel laut CEO Dr. Detlev Trfzger die operative Leistungskraft, konnte eine Reihe von Spezialgeschäften abwickeln und neue Kunden gewinnen. Bei Gütern der Grundversorgung und Pharmazeutika gelang es, das Transportaufkommen auf einem ansprechenden Niveau zu halten.

Mit einem deutlichen Rückgang der Nachfrage von und nach China im zweistelligen Bereich war der Geschäftsbereich Seefracht frühzeitig von den Auswirkungen der Coronavirus-Krise betroffen. Kühltransporte (u.a. Pharma) und Exporte aus Lateinamerika (v.a. verderbliche Güter) entwickelten sich hingegen gut.

Mit 1,075 Mio. TEU beförderte der Geschäftsbereich im ersten Quartal 71.000 Einheiten weniger als in der Vorjahresperiode (-6,2%). Entsprechend sank der Nettoumsatz des Geschäftsbereichs um 6,9 Prozent auf 1,7 Mrd. CHF und der Rohertrag um 9,9 Prozent  auf 344 Mio. CHF. Der EBIT reduzierte sich um 29,5 Prozent auf 79 Mio. CHF.

Das Kundeninteresse für CO2-neutrale Seefrachtlösungen blieb auch im aktuellen Umfeld hoch. Als Teil des Net Zero Carbon-Programms von Kühne + Nagel werden seit Jahresbeginn sämtliche CO2-Emissionen der Stückguttransporte (LCL) kompensiert.

Der Geschäftsbereich Luftfracht war vor allem ab März von der Coronavirus-Pandemie betroffen, als angebotsseitig ein Großteil der Passagierflüge gestrichen wurde. Die weltweite Luftfrachtkapazität verringerte sich in wenigen Wochen um rund 60 Prozent. Nachfrageseitig führten die Lockdowns in China, Europa und schließlich Amerika zu einem stark reduzierten Konsum und entsprechend tieferen Luftfrachtvolumina. Hingegen waren kurzfristige Charterlösungen für Pharma und zeitkritische Transporte gefragt.

Mit 372.000 Tonnen lag das Luftfrachtvolumen im ersten Quartal 9 Prozent unter der Vorjahresperiode. Weniger ausgeprägt war der Rückgang des Nettoumsatzes um 6,8 Prozent auf 1,1 Mrd. CHF und des Rohertrags um 5,8 Prozent auf 307 Mio. CHF. Der EBIT reduzierte sich um 11,3 Prozent auf C71 Mio. CHF. Wechselkurseffekte wirkten sich mit 5,0% sowohl auf den Nettoumsatz als auf den EBIT negativ aus.

Der Geschäftsbereich Landverkehre verzeichnete einen soliden Start in das neue Geschäftsjahr. Ab März jedoch gingen die Volumina in Europa (insbesondere Frankreich, Grossbritannien und Italien) und Nordamerika (in erster Linie das Intermodalgeschäft) deutlich zurück. Betroffen waren sämtlichen Branchen, mit Ausnahme der E-Commerce-Abwicklung und Pharma.

Der Nettoumsatz des Geschäftsbereichs sank im ersten Quartal 2020 um 4,2 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode auf 863 Mio. CHF und der Rohertrag um 1,4 Prozent auf 281 Mio. CHF. Der EBIT reduzierte sich auf 17 Mio. CHF. Wechselkurseffekte wirkten sich mit 4,8% auf den Nettoumsatz und 4,2% auf den EBIT negativ aus. In Europa wurden die beiden Akquisitionen Rotra (Belgien und Niederlande) und Jöbstl (Österreich und Osteuropa) planmäßig integriert.

Im Geschäftsbereich Kontraktlogistik war die Versorgung der Automobilproduktionen sowie des Einzelhandels besonders von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Die Nachfrage für Güter der Grundversorgung, für Pharma und im Bereich der E-Commerce-Abwicklung war jedoch steigend. Der Nettoumsatz des Geschäftsbereichs sank im ersten Quartal 2020 gegenüber der Vorjahresperiode um 6,1 Prozent auf 1,2 Mrd. CHF, der Rohertrag um 4 Prozent auf 946 Mio. CHF und der EBIT um 34,6 Prozent auf 17 Mio. CHF.

„In den kommenden Monaten wird unser Unternehmen vor großen Herausforderungen stehen, ist aber angesichts seiner Kundennähe, Agilität und digitaler Angebote gut gerüstet. Eine hohe Liquidität kennzeichnet die solide Finanzkraft des Unternehmens“, kommentiert Detlef Trefzger das Marktumfeld.

www.kuehne-nagel.com

 

Quelle: oevz.com

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