EU legt erste Etappe des Aufbaus von eFuels-Produktionen ab 2030 fest

Die zähen Verhandlungen über neue Vorgaben zu den erneuerbaren Energieträgern haben mit einem Kompromiss ihren Abschluss gefunden. Insgesamt müssen die Mitgliedstaaten bis 2030 42,5% ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen decken. Dazu sollen noch 2,5% freiwillige Beiträge einzelner Länder kommen.

Für den Verkehrssektor ist bis 2030 eine Erneuerbarenquote von 29% (oder äquivalente CO2-Minderung von 14,5%) vorgesehen. Einen Prozentpunkt davon sollen erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs (Renewable Fuels of Non-Biological Origin, kurz RFNBOs) stellen. Da ein Multiplikator mit dem Faktor 2 wirkt, ist die reale Quote bei 0,5%. Das Europäische Parlament hatte für 2030 eine deutlich mutigere Mindestquote von 5,7% für RFNBOs vorgeschlagen.

„Die verabschiedeten Ziele sind unzureichend und führen leider nicht im gewünschten Maße zu den notwendigen Investitionen in Klimaschutztechnologien“, kritisiert eFuel Alliance Österreich-Chef Jürgen Roth den Deal im Trilog von Parlament, Kommission und Ministerrat.

„Immerhin ist der Kompromiss aber doch das überfällige Signal der EU an die Investoren, dass Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien nicht-biologischen Ursprungs, also eFuels, erwünscht sind. Aber das Potenzial von eFuels wird damit nicht genutzt.“

Mit Ökostrom allein wird Europa den Verkehrssektor nicht klimaverträglich machen können, und die zunehmende Abhängigkeit von einem Rohstofflieferanten bereitet Sorge. „Wenn die E-Wirtschaft Sommerüberschüsse in Wasserstoff speichern und im Winter rückverstromen will und gleichzeitig die Industrie einen enormen Bedarf an Ökostrom und grünem Wasserstoff decken muss, ist dem Beschluss nur eine geringe Halbwertszeit zuzutrauen“, so der eFuel Alliance Österreich-Präsident.

„Nach unserem Modell werden eFuels in den 30er Jahren die Gamechanger zugunsten des Klimaschutzes im Verkehrssektor sein, dazu muss die EU aber größere Brötchen backen. Wer in den 30ern ernten will, muss heute sähen“, mahnt Jürgen Roth.

Aktuelle Studien sehen im Zusammenhang mit „electric only“ für die europäische Automobilindustrie dunkle Wolken am Horizont aufziehen. Der Europäische Rechnungshof warnt vor dem Scheitern der Batteriestrategie wegen Rohstoffknappheit und Energiekosten. „Es wird Zeit, dass die europäischen Gesetzgeber von der Risikostrategie ‚100% Elektrobatterie in allen Fahrzeugkategorien‘ abrücken und die Transformation auf mehrere technologische Säulen, wie strom-, biomasse- und abfallbasierte Fuels, Hybride, Verbrauchsoptimierung stützen. Sie sollten auch Raum für neue, innovative Lösungen lassen“, fordert der Branchensprecher im Hinblick auf den kommenden Gesetzgebungsakt zu schweren Nutzfahrzeugen.

Rückfragehinweis: eFuel Alliance Österreich
Dr. Stephan Schwarzer
Geschäftsführer
+43 664 381 88 26
s.schwarzer@efuel-alliance.at
www.efuel-alliance.at

Quelle: APA / OTS

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