IDIH Logistikreise 2022 unterstützt durch die logistic-natives ein voller Erfolg

Logistik ist systemrelevant – gerade in den aktuellen Zeiten, in denen die Lieferketten durch CO-VID-19 und durch den Ukraine-Krieg gestört oder gar ganz unterbrochen sind, wird dies nur all-zu deutlich.

Beitrag: Florian Seikel.

Logistik ist systemrelevant – gerade in den aktuellen Zeiten, in denen die Lieferketten durch CO-VID-19 und durch den Ukraine-Krieg gestört oder gar ganz unterbrochen sind, wird dies nur allzu deutlich. Insbesondere die Logistik im eCommerce und OmniChannel-Handel gewinnt dabei immer stärker an Bedeutung. Auch wenn durch die abgekühlte Konjunktur seit Kriegsbeginn im 2. Quartal 2022 beim E-Commerce mit Waren ein Umsatzrückgang von 9,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen ist, liegen die Gesamtumsätze der Branche noch immer acht Prozent über dem Vergleichswert 2020 und ganze 25 % über dem Vergleichswert im Vorcorona-Jahr 2019. Diese Situation führt zwangsläufig dazu, dass Supply-Chains und auch logistische Abwicklungen in dieser Branche überdacht, angepasst oder komplett neu konzipiert werden müssen. Vor diesem Hintergrund startete IDIH in Zusammenarbeit mit den logistic-natives im September 2022 die dritte Logistikreise. Unter dem Motto Sehen – Lernen – Netzwerken besuchten 20 Fachleute aus eCommerce- und Omni-Channel-Handel insgesamt neun Betriebe in drei Tagen. Ob B2B oder B2C, manuelles Fulfillment oder Automatisierung und Robotik – alles war dabei. Abgerundet wurde die Tour durch Fachvorträge im Bus während der Fahrten. Besonderer Be-standteil war darüber hinaus der abendliche Erfahrungsaustausch.

Zunächst ging es nach Altenkunstadt zur Baur Hermes Fulifilment. Hier errichtet die Otto Gruppe gerade ein neues hochmodernes Logistikzentrum zur Ergänzung der bestehenden Kapazitäten. Derzeit wird hier in beeindruckenden Dimensionen der Versand für das eCommerce-Geschäft von „About You“ mit bis zu über 500 TSD Textilien pro Tag abgewickelt. Das starke Wachstum erfordert die Investition in modernste Kommissioniertechnik. Die Führung durch das bestehende Logistikzentrum übernahm CEO Kamil Christoph Kasprowicz und erläuterte die Steuerung dieses ungemein komplexen Standorts und die Herausforderungen eines Neubauprojektes.

Zweiter Halt war die Sulky GmbH in Münchberg, dem Lager- und Versandlogistik-Dienstleister der Goldner Gruppe. Geschäftsführer Frank Brünnler gab bei einem Mittagsimbiss einen Über-blick über das Mutter-Unternehmen Goldner GmbH und deren dynamische Entwicklung der letzten Jahre. Danach ging es in die Logistik. Hier produziert Sulky jährlich mehrere Millionen Sendungen aushängender und liegender Ware. Neben den Artikeln für Goldner werden auch Produkte für dritte Mandanten in höchster Qualität kommissioniert, verpackt und versandt. Zum Abschluss des ersten Tages führte der Weg zur dennree GmbH nach Töpen. Die Logistik des führenden Bio-Fachhandelshauses im deutschsprachigen Raum ist nach dem Motto „heute bestellt – morgen geliefert“ ausgerichtet. Auf über 90.000 qm werden die rund 13.500 Produkte in verschiedenen Temperaturzonen kommissioniert und mittels eigenem Fuhrpark von rund 260 LKW täglich über die Regionalläger an die Kunden geliefert. Der Bereichsleiter Intralogistik Dieter Wirth und Projektleiter Jens Limmer übernahmen die Führung durch die B2B-Lebensmittellogistik nebst der Anlage zur Reifung von Bananen höchstpersönlich.

Der Morgen des zweiten Tages begann gleich mit einem Highlight. Es ging zum BMW-Werk Leipzig. Die IDIH-Reisegruppe konnte bei einer der ersten Werksbesichtigungen nach der Coronapause einen Blick „über den Zaun“ werfen. Das zentralisierte Fabriklayout – eigens für maximales Involvement der Mitarbeiter von Stararchitektin Zara Hadid entwickelt – zeigt, dass „Architektur die Zusammenarbeit von Menschen und die Produktivität einer gesamten Fabrik fördern“ kann. Der hohe Automationsgrad und weitverbreitete Einsatz von Robotern hat beeindruckt. Robotik stand auch im Mittelpunkt der nächsten Station bei MakroSolutions in Leipzig. Das Unternehmen bietet individuelle Intra-Logistiklösungen. Geschäftsführer Gideon Martz und sein Team lieferten tiefe Einblicke in die Forschung und Entwicklungsarbeit des Unternehmens. Besonders anschaulich war der Testaufbau für Einsatz fahrerloser Transportsysteme.

Future Electronics Deutschland GmbH ist weltweit führender Großhändler von elektronischen Bauteilen und war der nächste Halt. Das Leipziger Logistikzentrum ist zentraler Standort für den Versand empfindlicher und kostbarer Produkte an B2B-Kunden in Europa, Afrika und im mittleren Osten. Das Team von Operations-Direktor Sebastian Klenner führte durch die hoch automatisierte Logistik mit Hochregallager und Kommissionierung, die nach dem Ware-zum-Mann-Prinzip und auf eine Null-Fehler-Toleranz ausgelegt ist. Spezielle Installationen und Bekleidung der Mitarbeiter sorgen dafür, dass beim Handling mit den bis zu 6.000 Sendungen pro Tag kein Schaden durch statische Aufladung entsteht. Zum Tagesabschluss und vor dem wohlverdienten Bier ging es anschließend in das Leipziger Logistikzentrum von Hermes Germany. Area-Manager Sebastian Schulze-Kirchner demonstrierte wie auf dem hochmodernen Crossbelt-Sorter von BEUMER bis zu 200 TSD Sendungen pro Tag sortiert und umgeschlagen werden. Weiter ging die wilde Hatz in den letzten Tag der Reise mit einem frühen Start in Leipzig, um rechtzeitig in Berlin-Siemensstadt bei Mister Spex einzutreffen. In 2007 als Startup gegründet, ist Mister Spex heute der führende Omni-Channel-Optiker in Europa. Logistik-Direktor Alexander Börner zeigte, wie aus dem 6.500 qm großen zentralen Logistiklager täglich über 20.000 Bestellungen an insgesamt mehr als 5,8 Mio. Kunden in ganz Europa verschickt werden. Ganz besonders beindruckten der nagelneue Kommissionier-Roboter für Kontaktlinsen und die Maschinen für das automatisierte Inline-Fräsen der Brillengläser.

Letzte Station der Reise, die mal wieder viel zu schnell zu Ende ging, war die Logistik von Aponeo, eine der größten Onlineapotheken Deutschlands. Am Standort in Berlin-Hohenschönhausen wird APONEO sowohl direkt als auch über den pharmazeutischen Großhandel mehrfach täglich beliefert. Für den Großteil der gelieferten Artikel hat APONEO eine automatisierte Prozesslösung installiert. Der Wareneingang läuft überwiegend mit einer automatisierten Anlage. Diese scannt, fotografiert und übernimmt die Vorkommissionierung von Artikeln. Die Feinkommissionierung geschieht händisch: Die Qualitätskontrolle übernimmt pharmazeutisches Personal. Erst dann gelangen die Pakete zurück in den automatisierten Prozess. Abschied nehmen war nun angesagt, es fiel allen schwer. Die Tage des Kennenlernens, Austauschs und Inputs haben allen Teilnehmern sehr gefallen. Aber nach der Reise ist vor der Reise. Die Organisatoren von IDIH Events freuen sich schon auf die nächste Tour im Juni 2023. Die Planungen laufen auf Hochtouren.

Wer Details zu den Anstehenden Aktivitäten des IDIH und der logistic-natives erfahren möchte, wendet sich bitte an Florian Seikel (florian.seikel@logistic-natives.com).

LOGISTIK express Journal 5/2022

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