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ÖBB stehen bei China Cosco Shipping hoch im Kurs

„Österreich muss am Seidenstraßen-Projekt zwischen Asien und Europa partizipieren.“ Diese Forderung erhoben der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck und ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä gestern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien. Daran geknüpft war der an die österreichische Politik gerichtete Appell zur dringend notwenigen Beachtung der Eckpunkte der Belt & Road Initiative (BRI).  

„Österreichs Chancen, Teil der Seidenstraße zu werden, sind wieder intakt. Dafür benötigen wir aber eine Infrastruktur-Offensive mit Ausbau von Schiene, Straße, Luft- und Wasserwegen in der Ostregion“, sagte Walter Ruck. Zunächst sollte ein Breitspurterminal im Raum Parndorf errichtet werden. Zusätzlich müsse man den Lobautunnel, die Marchfeld Schnellstraße und die 3. Piste bauen sowie den Wiener Hafen erweitern. Dann entsteht hier in der Ostregion einer der größten Logistikhubs Europas mit tausenden neuen Jobs.

Andreas Matthä bekräftigte in diesem Zusammenhang das Bestreben der ÖBB, die österreichische Wirtschaft in neue Märkte zu begleiten. Zu diesem ‚Zweck hat die Rail Cargo Group im Sommer erste Blockzug-Verbindungen von China nach Zentraleuropa gestartet. Seither sind rund her 40 Züge gefahren. Für 2018 wird die Marke von 300 Zügen angestrebt.

Damit einher geht die Intensivierung der Geschäftsbeziehungen mit der weltweit tätigen China Cosco Shipping Group. Schon jetzt ist die Rail Cargo Group einer der bevorzugten Partner der chinesischen Reederei- und Logistikgruppe für Bahntransporte von Piräus zu Zielen in Zentral- und Osteuropa sowie auf anderen Routen. Parallel dazu laufen laut Andreas Matthä Gespräche über eine eventuelle Beteiligung der China Cosco Shipping Group „an einem unserer Terminalstandorte“.

Die ÖBB unterstützen das Seidenstraßen-Projekt mit voller Energie. Ein wichtiger erster Schritt ist die neue Kooperation zwischen sieben Staatsbahnen, um einen neuen schnellen Güterkorridor von China nach Mitteleuropa aufzubauen. Die Rail Cargo Group sei hier Partner und werde schon bald zusätzliche Verbindungen zwischen Europa und China anbieten können, berichtete Andreas Matthä.

Von der kommenden Regierung werden Verhandlungen um die Aufnahme in den 16+1 Mechanismus gefordert. Das sind jene 16 ost- und südosteuropäischen Länder, die seit 2012 bilateral eng mit China am Seidenstraßenprojekt arbeiten. „Dort müssen wir rein, davon profitiert der gesamte Wirtschaftsstandort Österreich“, sagte Walter Ruck.

 

 

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