Österreich lässt die Betreiber von LNG-Lkw im Regen stehen

In Österreich müssen Transportunternehmer, die ihre Lkw-Flotte mit umweltfreundlichen Erdgas-Antriebsmotoren ausstatten wollen, tief in die Tasche greifen. Denn ein sogenannter „Liquified Natural Gas (LNG)-Truck“ ist nicht nur in der Anschaffung um 28.000 Euro teurer als ein leistungsgleicher Lkw mit EURO 6-Motor. Wer hierzulande einen LNG-Truck kauft, erhält vom Staat weder eine Förderung, noch eine steuerliche Begünstigung.

Darüber kann Erwin Hiebel, Geschäftsführer der auf Bau- und Schwergutlogistik spezialisierten HeavyLog Transporte und Logistik GmbH aus Münchendorf im Bezirk Mödling, nur verwundert den Kopf schütteln. Mit LNG nämlich sei eine neue Motorengeneration auf dem Markt, „die schon jetzt die Schadstoffklasse EURO 6 deutlich unterschreitet und dieselbe Reichweite wie herkömmliche Dieselmotoren schafft“, erklärt er im Gespräch mit der Österreichischen Verkehrszeitung. Mit dieser grünen Alternative erreiche man eine signifikante Reduktion der Abgaswerte, 95 Prozent weniger Feinstaub, 77 Prozent weniger Stickoxide, 96 Prozent weniger Stickstoffmonoxid, 20 Prozent weniger Kohlendioxid und minus 50 Prozent Lärmbelästigung.

Um ein Zeichen in Sachen Umweltschutz zu setzen, hat die Firma HeavyLog einen ihrer Lkw auf LNG-Technologie umgerüstet. „Das Fahrzeug hat alle unsere Erwartungen erfüllt“, sagt Hiebel, „doch ohne staatliche Unterstützung fällt es uns schwer, diesen Öko-Weg weiter zu beschreiten.“

Während in Deutschland LNG-Lkw bis 2023 von der Mineralölsteuer befreit sind und es eine Ankaufförderung in der Höhe von 12.000 Euro gibt, die in Italien sogar 18.000 Euro ausmacht, wird der LNG-Truck von HeavyLog in Österreich voll besteuert. Von einer auf den Klimaschutz fokussierten Politik würde man sich eigentlich etwas anderes erwarten, bemängelt Erwin Hiebel.

Die Tätigkeit von HeavyLog mit seinen 70 Beschäftigten und einer 55 Einheiten starken Lkw-Flotte kann man als eine Art „Selfstorage für schwere Güter“ definieren. Die Auftraggeber kommen vor allem aus der Transport- und Logistikbranche, die eine teure Spezialausrüstung für Einsätze in der Schwergutlogistik nicht selber anschaffen wollen, sondern Serviceleistungen, wie Transport, Umschlag, Lagerung, Kommissionierung und Distribution des Equipments, bei der Münchendorfer Firma zukaufen. Ein prominenter HeavyLog-Kunde ist das Technische Museum in Wien.

www.heavylog.at; www.wirtschaftspressedienst.com

 

Quelle: oevz.com

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