WU-Studie zu SOMAs: Ein investierter Euro bringt Mehrwert von rund acht Euro

19. September 2019 15:04

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37 SOMA Österreich & Partner-Märkte mit rund 100.000 KundInnen sorgen für gesellschaftlichen Mehrwert und ökonomische Wirkungen.

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Sozialmärkte in Österreich, präsentierte das Kompetenzzentrum für Non-Profit-Organisationen der Wirtschaftsuniversität Wien die aktuelle „Social Return on Investment (SROI)“-Studie: „Der Gesellschaftliche Mehrwert von Sozialmärkten von SOMA Österreich & Partner“ dokumentiert, dass jeder in einen Sozialmarkt investierte Euro einen gesellschaftlichen Mehrwert von 8,47 Euro schafft.

Für den Beobachtungszeitraum – das Jahr 2018 – wurde ein gesellschaftlicher Mehrwert in der Höhe von 95.559.232 Euro errechnet. Demgegenüber stehen Investitionen in die Sozialmärkte von 11.286.478 Euro, die sich v.a. aus Umsatzerlösen, Förderungen, Leistungsverträgen und Spenden zusammensetzen.

Ziel der SROI-Studie ist die Darstellung des gesellschaftlichen Mehrwerts und der ökonomischen Wirkungen der SOMA-Sozialmärkte in Österreich, um deren gesamtgesellschaftliche Bedeutung aufzuzeigen. Verglichen wurde dabei die reale Ist-Situation und die fiktive Situation ohne Sozialmärkte. Die Differenz wurde in Euro bewertet und im Sinne einer SROI-Analyse den Investitionen in die SOMA-Märkte gegenübergestellt.

„Die Studienergebnisse zeigen beeindruckend, wie wirkungsvoll die Sozialmärkte von Soma Österreich & Partner arbeiten und wie wertvoll ihr Beitrag für den gesellschaftlichen Mehrwert ist“, sagt Dr. Christian Schober, wissenschaftlicher Leiter am Kompetenzzentrum für Non-Profit-Organisationen der WU Wien anlässlich der Studienpräsentation beim Samariterbund Wien.

Und Mag. Gerhard Steiner, Präsident SOMA Österreich & Partner, ergänzt: „Armut wird leider auch in Zukunft ein Thema sein. Wir haben diese Studie in Auftrag gegeben, um unsere Position am Markt zu stärken. Die Ergebnisse weisen sehr klar nach, dass Investitionen in SOMA-Sozialmärkte einen sehr hohen gesellschaftlichen Mehrwert bieten.“

Rund 28.900 KundInnen kauften im Jahr 2018 regelmäßig in diesen Sozialmärkten ein. Die KundInnen profitierten dabei mit einem Anteil von 76,9 Prozent an den Gesamtauswirkungen. In Euro bewertet, entspricht dies 73.482.844 Euro. Die Vorteile waren nicht nur finanzielle Einsparungen, sondern auch eine bessere Lebensqualität sowie eine psychische Entlastung, die sich aus einem größeren finanziellen Handlungsspielraum und flexibleren Einkaufsmöglichkeiten ergab.

Der zweitgrößte Profit entstand mit einem monetarisierten gesellschaftlichen Mehrwert in Höhe von 6.331.013 Euro (6,6 Prozent) bei den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Sozialmärkte. Im Jahr 2018 engagierten sich 494 Personen freiwillig in den 28 untersuchten Sozialmärkten.

Schließlich gab es mit einem Anteil von 5,8 Prozent an den Gesamtwirkungen den drittgrößten Nutzen für die Umwelt. Durch eine geringere Entsorgung von Lebensmitteln müssen diese weniger produziert werden. Das führte zu weniger Treibhausgasen, einer geringeren Landnutzung in der Agrarwirtschaft und einem niedrigeren Grundwasserverbrauch. Monetär bewertet liegt dieser Nutzen bei 5.086.668 Euro.

Wie vielfältig die Trägerorganisation SOMA Österreich & Partner ist, betont Helmut Lutz, Geschäftsführer von Malteser Care: „Die SOMA Sozial-, Vinzi- und Soogutmärkte sind zu wesentlichen Einrichtungen zur Entlastung für Menschen mit geringem Einkommen geworden.“

„Sozialmärkte sind aus unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Das war vor 20 Jahren noch ganz anders. Nun gehört es zur Normalität, dass Menschen unterstützt werden, die finanziell Hilfe benötigen. Ich bin froh, dass diese Menschen nicht mehr ausgegrenzt werden, sondern in unserer Gesellschaft angekommen sind“, sagt Mag. Marcus Schober, Landtagsabgeordneter und Gemeinderat der SPÖ Wien.

„Das Konzept der Sozialmärkte des Samariterbundes zielt darauf ab, den KundInnen günstige Einkaufsmöglichkeiten zu bieten, aber auch die Kommunikation und den Austausch zu fördern. Denn Armut darf nicht zur gesellschaftlichen Ausgrenzung führen“, ergänzt Mag. Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Samariterbund Wiens.

Derzeit gibt es in Österreich 37 SOMA-Märkte mit rund 100.000 KundInnen. Die SOMA Sozialmärkte in Österreich sammeln Überschusswaren von Industrie- und Handelsunternehmen und verkaufen diese Produkte in Sozialmärkten gegen einen symbolischen Preis an Menschen mit einem nachgewiesenen niedrigen Einkommen. Dadurch wird ein Mehrwert für Industrie, Handel und von Armut betroffene Menschen erzielt. Alle Mitglieder von SOMA Österreich & Partner sind gemeinnützige Vereine oder Gesellschaften.

Rückfragen & Kontakt:
Mag. Susanne Kritzer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit – Samariterbund Wien
T: 01 89 145 – 310 / M: 0664 846 10 08,
E: susanne.kritzer@samariterbund.net

Mag. Heiko Nötstaller
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit – Wiener Hilfswerk
T: 01 512 36 61 1451 / M: 0664 618 97 03
E: heiko.noetstaller@wiener.hilfswerk.at

Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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