Anwender-Reportage STILL mit Ex-Schutz: Forschen ohne Funken

Anwender-Reportage STILL mit Ex-Schutz: Forschen ohne Funken

Anwender-Reportage STILL mit Ex-Schutz: Forschen ohne Funken
September 13
09:10 2017

 

Das saudi-arabische Chemieunternehmen Al-Jubail Petrochemical vertraut bei den innerbetrieblichen Transporten in explosionsgefährdeten Bereichen auf einen Still Elektrostapler RX60-60 in Ex-Schutz Ausführung.

Bildung, Forschung und Entwicklung: Diese Bereiche stehen langfristig im Fokus von Saudi-Arabien. Im Rahmen der “Vision 2030” soll die Wirtschaft des Königreichs modernisiert und damit weitgehend unabhängig vom Ölpreis werden.

Premiere unter 6-Tonnern
Um dieses Ziel zu erreichen, braucht Saudi-Arabien innovative Unternehmen wie Al-Jubail Petrochemical. Das im Jahr 1980 gegründete Unternehmen (siehe Kasten) produziert und entwickelt chemische Produkte, die weltweit vermarktet werden. Die Gewinne des Unternehmens werden zum großen Teil in die Erforschung neuer Ideen und Lösungen investiert. In diesem Zuge errichtete Al-Jubail 2017 ein neues Labor, für das ein Gegengewichtsstapler mit sechs Tonnen Tragkraft und Elektroantrieb für den Transport übergroßer und schwerer Komponenten oder Teile benötigt wurde.

Aufgrund der extrem hohen Brandschutz- und Explosionsschutz-Anforderungen innerhalb des Chemieparks sollte das neue Gerät für den sicheren Einsatz über eine entsprechend zertifizierte Sicherheits-Ausstattung verfügen.

“In dieser Dimension hatten wir zuvor noch kein Flurförderzeug mit Ex-Schutz geliefert”, erklärt Alex Hurter, Vertriebsleiter des auf Intralogistiklösungen und Materialhandling spezialisierten Service-Partners Al-Iman. Das 1980 gegründete Familienunternehmen ist langjähriger Lieferant von Al-Jubail Petrochemical sowie des Mutterkonzerns SABIC. Mit seinem breiten Portfolio an Lagerhausgeräten und Gabelstaplern deckt der in fünf saudi-arabischen Industrieregionen vertretene Händler alle Bedarfsfälle ab. Seit 1995 ist Al-Iman Vertriebspartner von Still und zwischenzeitlich wurde bereits die gesamte Flurförderzeug-Flotte von SABIC auf die Modelle der Hamburger Intralogistik-Experten umgestellt. “Stapler aus Deutschland beziehungsweise Europa sind sehr beliebt und werden immer bevorzugt, wenn es um Leistung und Zuverlässigkeit geht”, stellt Hurter fest.

Besonders auf den ersten Blick
Vor diesem Hintergrund entschied sich Al-Jubail Petrochemical auch im Fall des neuen Sechstonners für Still. Die Wahl fiel auf einen RX 60-60. Dieser wurde beim italienischen Ex-Schutz-Spezialisten Miretti nach den Maßgaben der Atex-Gerätekategorie 2GD umgebaut und im August 2017 an den Kunden ausgeliefert .

Die Atex-Richtlinie definiert die Mindestvorschriften zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit der Arbeitnehmer, die durch explosionsfähige Atmosphäre gefährdet werden können. Mit der Kategorie 2GD kann dieses Fahrzeug in Bereichen der Zone 1 (Kategorie 2G) bzw. Zone 21 (Kategorie 2D) arbeiten, in denen sich bei Normalbetrieb gelegentlich eine explosionsfähige Atmosphäre in Form von Gemischen aus Luft und brennbaren Gasen oder Stäuben bilden kann.

Schon auf den ersten Blick fallen am RX 60-60 einige Besonderheiten auf. So thront auf dem Gegengewicht ein verschraubter Metallkasten, der verhindert, dass explosionsfähige Gemische durch Funken aus der elektrischen Steuerung entzündet werden können. Bei Serienfahrzeugen sitzt die Steuer-Einheit innerhalb des Hecks, wo sich bauartbedingt jedoch kein zusätzliche Schutzeinrichtung gegen Funkenbildung unterbringen ließ. Einen zweiten Metallkasten findet man zwischen Hubgerüst und Armaturenträger. Hier steckt der Frequenz-Umrichter, der seinen gewohnten Platz über der Antriebsachse aus gleichen Gründen aufgeben musste. Mit dem Einbau einer pneumatischen Hupe im Fußraum wurde eine weitere potenzielle Funkenquelle auf sehr pragmatische Weise entschärft. Ebenso wichtig ist die Vermeidung von Funken durch elektrostatischer Aufladung. Deshalb werden alle Kunststoffoberflächen oder auch Reifen entsprechend leitfähig ausgelegt.

Sicherheit geht vor
Auch die vier frontseitig montierten LED-Strahler des RX 60-60 erfüllen die strenge Atex-Richtlinie. Die Lichtquellen sind von massiven runden Gehäusen mit der Aufschrift: “Nicht in Gefahrzone öffnen” umgeben. Weniger auffällig sind die Veränderungen an den beiden Gabelzinken, die für den Ex-Schutz mit Edelstahl ummantelt wurden.

Neben Funkenflug gehören auch hohe Oberflächen-Temperaturen zu den Gefahren in explosionsgefährdeten Umgebungen – das gilt besonders für Wüstenstaaten wie Saudi Arabien, in denen während der Sommermonate regelmäßig die 50-Grad-Grenze überschritten wird. Für den Einsatz des Staplers ist es deshalb sinnvoll, die Betriebstemperatur des Fahrzeug permanent zu überwachen. Gleiches gilt beim Auftreten potenziell gefährlicher Gaskonzentrationen im Arbeitsbereich. In diesem Fall warnt ein System den Benutzer und schaltet den Stapler bei einem weiteren Anstieg des Gasgehaltes sicher ab. In diesem Zusammenhang verweist Hurter auf die Schalter- und Kontrollleiste unterhalb der linken Armlehne. Dort sind als weitere Besonderheit der Ex-Schutz Ausstattung drei Warnleuchten und ein Not-Aus-Schalter montiert.

Wie häufig dieser Schalter betätigt werden muss, wird sich in der Praxis zeigen. Schon heute steht jedoch fest, dass dem bisher einzigartigen Still RX60-60 mit Ex-Schutz ein sehr langes Leben bevorsteht – so plant es jedenfalls Al-Jubail Petrochemical, die sich nicht zuletzt deshalb für das Qualitäts-Produkt aus Deutschland entschieden haben. Somit wird sich die Robustheit der Komponenten lange Zeit bewähren können – weit über die “Vision 2030” hinaus.

 

STILL Kemya

Halbtotale

Gabelzinken

Fussraum

Armaturen

Frontscheinwerfer

Anbau

 

Hintergrund: Al-Jubail Petrochemical Co. (Kemya)
Al-Jubail Petrochemical Co. ist ein Joint Venture zwischen dem saudi-arabischen Staatsunternehmen SABIC und dem  Mineralölkonzern Exxon Mobil. Al-Jubail Petrochemical beschäftigt über 600 Mitarbeiter und produziert seit 1984 Ethylen, Propylen und Polyethylen. Im Jahr 2015 wurde das Portfolio um Elastomere ergänzt. Die dafür am Firmensitz in Jubail an der saudi-arabischen Ostküste gebaute Anlage verfügt über eine Kapazität von 400.000 Tonnen Synthesekautschuk pro Jahr.

 

Quelle: LogPR

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