Corona Krise zeigt Schwächen und Gefahren des Online-Handels schonungslos auf

Lagebericht des Österreichischen Apothekerverbandes.

  • Corona Krise stellt die Versorgungssysteme für Österreich und seine Bevölkerung vor große Herausforderungen
  • Größte Schwächen bei Online-Handel sind: Verlässlichkeit bei Qualität, Lieferzeit und Preisstabilität
  • #wirbleibenda: Österreichs Apothekerinnen und Apotheker bleiben da – auch in schwierigen Zeiten

Auch in Woche drei der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen stellten die Apothekerinnen und Apotheker die flächendeckende und verlässliche Versorgung mit Arzneimitteln und Gesundheitsdienstleistungen der Bevölkerung in ganz Österreich sicher. Und das obwohl die Kundenfrequenz nach der starken Nachfrage zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen nun drastisch zurück gegangen ist, was viele Apotheken in punkto Personalplanung und Wirtschaftlichkeit vor große Herausforderungen stellt. Extrem betroffen sind dabei Apotheken in Hochfrequenzlagen, aber auch vielen anderen Apotheken sind die Umsätze stark eingebrochen. Kurzarbeit ist mittlerweile auch in Apotheken ein Thema. Gleichzeitig ist in vielen Bereichen eine deutliche Zunahme des Online-Handels zu verzeichnen. Der Präsident des Österreichischen Apothekerverbands Mag. Jürgen Rehak warnt in diesem Zusammenhang: „Die Corona Krise deckt die Schwächen und die Gefahren des Online-Handels schonungslos auf und diese sind: fehlende kompetente Beratung, keine Verlässlichkeit was den Lieferzeitpunkt betrifft und nicht nachvollziehbare Preiserhöhungen.“

Lieferverzögerungen und Beratungsdefizite als Gesundheitsgefahr.
Bei vielen sogenannten Online-Apotheken kommt es derzeit zu teilweise massiven Lieferverzögerungen der bestellten rezeptfreien Produkte. Rehak dazu: „Eine erstklassige Arzneimittelversorgung stützt sich vor allem auch auf Verlässlichkeit. Die Kunden müssen sich darauf verlassen können, dass die Medikamente zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sind – und wenn nicht, dass rasch Alternativen geschaffen werden. Das leisten nur die Apotheken vor Ort, sie bleiben da – auch in schwierigen Zeiten – besonders wenn andere Versorgungsinstitutionen und manchmal auch ärztliche Notabgabestellen schließen (müssen). Gerade in der Corona Krise kann man besonders gut erkennen, wie wertvoll die Vorortversorgung durch die öffentlichen Apotheken ist. Es ist unmöglich und manchmal sogar gesundheitsgefährdend, wenn Kunden tagelang auf die bestellten Medikamente warten müssen. Es wäre daher nicht auszudenken, wenn in Zukunft auch rezeptpflichtige Medikamente unkontrolliert online gehandelt würden. Vor allem weil die absolut notwendige Beratung der Patienten bei rezeptpflichtigen Medikamenten schlicht und einfach noch nicht funktioniert.“

Starke Preisschwankungen im Online-Handel verunsichern Patienten.
In den letzten Wochen wurden bei Online-Apotheken starke Preisschwankungen bei verschiedenen Medikamenten beobachtet, wie auch deutsche Konsumentenschützer kürzlich kritisch festgestellt haben. Für Rehak liegt auf der Hand, „dass hier versucht wird, aus der Krise nicht nur mehr Marktanteile zu generieren, sondern auch den schnellen wirtschaftlichen Profit einzuheimsen. Das ist auf das Schärfste abzulehnen.“

In Krisenzeiten gilt mehr denn je: ACHTUNG vor gefälschten Medikamenten im Internet.
Besonders gefährlich sind weiterhin rezeptpflichtige Medikamente, die illegal über das Internet vertrieben werden und so gut wie immer gefälscht sind! 95% der von den Behörden aufgegriffenen Medikamente, die im Internet bestellt und per Post zugesendet werden, sind Fälschungen oder Substandard. Konsumenten können die Gefahren, die von diesen Arzneimitteln ausgehen, jedoch kaum abschätzen. Mag. Jürgen Rehak betont abschließend: „Sichere und geprüfte Arzneimittel erhält man verlässlich nur in der Apotheke ums Eck. Aufgrund der strengen Auflagen, Sicherheitskontrollen und der engmaschigen Lieferkette haben Fälscherbanden in den öffentlichen Apotheken keine Chance. Wem seine Gesundheit lieb und wertvoll ist, der setzt auf qualitativ hochwertige und sichere Medikamente aus den heimischen Apotheken. Unsere mehr als 1.400 Apotheken sichern an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr den niederschwelligen Zugang zu Gesundheits- und Serviceleistungen – gerade auch in der Corona Krise, in der sie besonders dringend gebracht werden. Die Apotheken stehen den Menschen in allen Fragen der Gesundheit zur Seite, versorgen die Patienten nicht nur mit einem umfassenden Angebot an Arzneimitteln, sondern vor allem mit wertvoller fachlicher Beratung.“ Damit die Arzneimittelversorgung auch für Personen aufrecht bleibt, die keine Möglichkeit haben, in die Apotheke zu kommen, hat der Apothekerverband ein Unterstützungsangebot für Hauszustellungen entwickelt. An vielen Orten übernehmen Gemeinden und soziale Organisationen die Zustellung von dringend benötigten Arzneimitteln und greifen den Apotheken damit unter die Arme, auch in Zusammenarbeit mit Team Österreich.

 

Über den Österreichischen Apothekerverband:
Der Österreichische Apothekerverband ist die freiwillige Interessenvertretung der selbständigen Apothekerinnen und Apotheker in Österreich. Nahezu 95 Prozent der Apothekeninhaber sind Mitglieder des Apothekerverbandes, der sie in politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und fachlichen Belangen nach innen und nach außen vertritt. Im Fokus der Verbandstätigkeit steht die Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft der Apotheken, damit diese ihre Aufgaben für die Gesundheit der österreichischen Bevölkerung bestmöglich erfüllen können. Als verantwortungsvoller und essenzieller Akteur im österreichischen Gesundheitssystem gestaltet der Apothekerverband die Zukunft der Apotheken – im Sinne seiner mehr als 1.400 Mitglieder – aktiv mit und rückt deren große Bedeutung für Österreich ins Bewusstsein von Politik und Bevölkerung.

Rückfragen & Kontakt:
Österreichischer Apothekerverband
Mag. Ralph Luger – Stabstelle Kommunikation
E-Mail: ralph.luger@apothekerverband.at
Tel.: 01/40414300

Quelle: APA/OTS Wirtschaft

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